Spiel des Lebens

Mit einer Blaulicht-Eskorte zur Sensation in Mailand

Marcello Stellato (auf der LiZ-Redaktion in Dietikon) mit einer Abbildung aus dem Mailänder Stadion San Siro.bier

Marcello Stellato (auf der LiZ-Redaktion in Dietikon) mit einer Abbildung aus dem Mailänder Stadion San Siro.bier

Fussballtrainer Marcello Stellato erinnert sich für die «Limmattaler Zeitung» an das bislang einzige siegreiche Spiel des FC Zürich in der Champions League. Als der FCZ die grosse AC Milan auswärts 1:0 bodigte war Stellato hautnah mit dabei.

«Es war eine Riesengelegenheit: Weil Torhütertrainer Martin Brunner verletzt war, übernahm ich während einer Woche das Einschiessen in der ersten Mannschaft des FCZ. In diese Zeit fielen die Champions-League-Spiele gegen Real Madrid und bei Milan. Besonders im Hinblick auf das Spiel im San Siro machte ich mir Druck. Ich wollte das Beste aus Goalie Johnny Leoni herausholen. Gegen Real hatten wir im Letzigrund 2:5 verloren und Johnny nicht gut ausgesehen.

Wir fuhren mit einer Blaulicht-Eskorte in Mailand ein. Die ganze Zeit spürte ich eine grosse Anspannung in mir. Überall waren Presse und Fernsehkameras. Trainer Bernard Challandes drehte an der Teamsitzung die Rigoletto-Oper ‹La donna e mobile› laut auf, um uns auf die Fussball-Scala einzustimmen, wie er sagte.

Entscheidend ist die mentale Vorbereitung

Das Einschiessen selbst unterschied sich vom Programm her nicht von dem vor einem beliebigen anderen Match. Aber natürlich versucht man auf dieser grossen Bühne in diesem riesigen Stadion, noch mehr herauszuholen und noch bessere Bälle zu schiessen.

Das Entscheidende ist aber die mentale Vorbereitung auf das Spiel. Ich hatte viele Zeitungsartikel über Milan gelesen, um Johnny möglichst gut einzustellen. Ich war erstaunt, wie schlecht der Zustand des Rasens war, was für einen Goalie ein wichtiger Aspekt ist.

Johnny zeigte sein Spiel des Jahres

Johnny zeigte in Mailand sein Spiel des Jahres. Er sicherte uns den grossartigen 1:0-Sieg – Hannu Tihinen hatte per Absatztrick getroffen. Nach dem Schlusspfiff rannte ich auf den Rasen zu Johnny, der mich in die Arme schloss und hochhob, das war eine ganz schöne Geste.

Hannu Tihinen schiesst den FC Zürich mit dem Absatz zum Sieg bei der AC Milan

Hannu Tihinen schiesst den FC Zürich mit dem Absatz zum Sieg bei der AC Milan

Unsere Gästekabine war überraschend schlicht, vergleichbar mit den Garderoben auf dem Schlieremer Zelgli. Wir durften in die Milan-Kabine, wo die Spieler Trikots tauschten. Als Inter-Fan hätte ich keines haben wollen – wobei: Das von Gianluca Zambrotta hätte ich wahrscheinlich genommen. Italien war ja im Jahr 2006 Weltmeister geworden mit ihm.»

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