Ausbau Nordumfahrung
"Mit dieser Verschiebung können wir leben": Weiningen findet Kompromiss mit Astra

Die Verhandlungen haben gefruchtet: Im Juli stellt die Gemeinde die weiteren Pläne vor.

Sophie Rüesch
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Nordumfahrung
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Gut gelaunt: Bundesraetin Doris Leuthard, links, der Zuercher Stadtrat Filippo Leutenegger, rechts, und die Zuercher Regierungsraetin Carmen Walker-Spaeh, Mitte, anlaesslich eines Baustellenrundganges zum Start der Hauptarbeiten der Nordumfahrung Zuerich bei Regensdorf ZH
Filipo Leutenegger kam mit dem Roller.
Gut gelaunt sitzen die Politiker im Car beieinander
Grosses Medieninteresse.
Presseanlass zum Ausbau der Nordumfahrung
Die Pläne werden studiert.
Bundesraetin Doris Leuthard, rechts, der Zuercher Stadtrat Filippo Leutenegger, links, und die Zuercher Regierungsraetin Carmen Walker-Spaeh, Mitte, anlaesslich eines Baustellenrundganges zum Start der Hauptarbeiten der Nordumfahrung Zuerich bei Regensdorf ZH
Presseanlass mit Bundesraetin Doris Leuthard, Carmen Walker Spaeh (Regierungsraetin ZH), Filipo Leutenegger (Stadtrat Zuerich) und Juerg Roethlisberger (Direktor Bundesamt fuer Strassen)
Bundesraetin Doris Leuthard, Mitte, der Zuercher Stadtrat Filippo Leutenegger, links, und die Zuercher Regierungsraetin Carmen Walker-Spaeh, rechts, anlaesslich eines Baustellenrundganges zum Start der Hauptarbeiten der Nordumfahrung Zuerich bei Regensdorf ZH
Bundesraetin Doris Leuthard anlaesslich eines Baustellenrundganges zum Start der Hauptarbeiten der Nordumfahrung Zuerich bei Regensdorf ZH
Grosses Nadeloehr, der Gubristtunnel. Nun soll endlich die dritte Roehre kommen.
Grosses Nadeloehr, der Gubristtunnel. Nun soll endlich die dritte Roehre kommen.
Einer der Stauschwerpunkte des Landes: Die Zürcher Nordumfahrung mit dem Gubristtunnel. Bis 2025 soll der Engpass behoben sein. (Archivbild)
Nordumfahrung Affoltern
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Limmattaler Kreuz
Gubrist West, Weiningen
Gubrist innen

Nordumfahrung

Chris Iseli

Am Montag war es nach Jahren der Planungen und Rechtsstreite endlich soweit: Am Gubrist fiel der offizielle Startschuss für den Ausbau der Zürcher Nordumfahrung, die landesweit als Stauschwerpunkt bekannt ist. 2025 sollen die dritte Gubrist-röhre und eine auf sechs Spuren erweiterte Autobahn betriebsbereit sein. Unklar ist nur noch, wie es mit dem Weininger Autobahnanschluss weitergeht. Das Bundesgericht hatte nämlich Ende 2014 eine Beschwerde der Gemeinde gutgeheissen und das Bundesamt für Strassen (Astra) verknurrt, Varianten für eine Verschiebung des Halbanschlusses zu prüfen. Dies, nachdem sich Weiningen und das Astra bereits auf eine 100 Meter lange Überdeckung des westlichen Tunnelportals geeinigt hatten.

Im Mai nun habe das Astra der Gemeinde eine neue Variante für die Verschiebung vorgelegt. «Mit dieser können wir leben», sagt Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP) auf Anfrage. Über die Pläne informiert die Gemeinde am 12. Juli; vorher will Haug noch keine Details bekannt geben. Klar ist aber, dass es sich bei der nun angestrebten Lösung um einen Kompromiss handelt: «Der Halbanschluss wird nicht so weit nach Westen verschoben, wie wir es im Projekt ‹Chance Gubrist› wünschten, aber weiter, als es die ursprüngliche Amtsvariante vorsah», so Haug. Mit der neuen Variante gebe es nun deutlich weniger Landverschleiss – «und der Anschluss fügt sich besser in die Landschaft ein».

«Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Variante die optimale Lösung für alle Betroffenen gefunden haben.» Hanspeter Haug Weininger Gemeindepräsident

«Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Variante die optimale Lösung für alle Betroffenen gefunden haben.» Hanspeter Haug Weininger Gemeindepräsident

Chris Iseli

600 Meter Verschiebung gefordert

In der 2009 präsentierten «Chance Gubrist» hatte Weiningen eine Portalüberdeckung von 270 Metern gefordert – und diese hätte eine Verschiebung des Anschlusses um 600 Meter in Richtung Limmattaler Kreuz bedingt. Nachdem aber der 100-Meter-Kompromiss gefunden war, verzichtete die Gemeinde darauf, vor Bundesgericht um die 270 Meter zu kämpfen. Die Teilbeschwerde zum Halbanschluss gab sie jedoch nicht auf – und bekam recht. Das Bundesgericht hatte dem Astra gar den Auftrag gegeben, eine Aufhebung der Ein- und Ausfahrten zu prüfen. Diese sei nun aber definitiv vom Tisch, so Haug.

Noch offen ist, ob die Gemeindeversammlung über die Halbanschlusspläne befinden wird. «Das hängt davon ab, wie die Reaktionen auf die Orientierung ausfallen», so Haug. Er ist «überzeugt, dass wir mit dieser Variante die optimale Lösung für alle Betroffenen gefunden haben». Vonseiten der Gemeinde seien deshalb nun keine weiteren rechtlichen Schritte mehr notwendig. Überhaupt habe sich die Zusammenarbeit mit dem Astra seit dem Bundesgerichtsurteil verbessert. «Seither können wir endlich richtig verhandeln.»
Gibt es gegen die Variante keinen weiteren Widerstand, geht es an die vertiefte Planung.

Zudem muss das Projekt Halbanschluss und Portalüberdeckung, bei dem das Astra die Federführung hat, mit zwei weiteren koordiniert werden: dem Umbau der Umfahrungsstrassen unter der Führung des Kantons sowie dem kommunalen Gestaltungsplan, der unter anderem klären soll, wie das Gebiet auf der künftigen Portalüberdeckung genutzt wird.

Auch wenn nun mit der mehrjährigen Bauphase «eine grosse Herausforderung» auf Weiningen zukomme: Haug ist froh, dass der Ausbau der Nordumfahrung nun endlich begonnen hat. «Wir sind schliesslich tagtäglich von den Auswirkungen des Engpasses betroffen: Wenn sich am Gubrist der Verkehr staut, haben wir ihn sofort im Dorf.» Er, der oft als Verzögerer hingestellt wurde, betont zudem, dass Weiningen sich ja nie gegen den Ausbau gewehrt hatte. «Uns war nur wichtig, dass ein landschafts- und siedlungsverträgliches Projekt entsteht.»