Limmattal
Mit dieser Agenda können Sie einsame Festtage in frohe verwandeln

An Weihnachten sehen sich nicht wenige Menschen mit der Einsamkeit konfrontiert. Doch niemand muss alleine sein, wenn er nicht wirklich will.

Daniel Diriwächter
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Getty Images/iStockphoto

Ein deutscher Werbespot sorgt derzeit auch bei uns für Furore: Darin ist ein älterer Mann zu sehen, der traurig und alleine die Feiertage verbringen muss, obwohl er eine grosse Familie hat. Er beschliesst, den Abtrünnigen seine eigene Todesanzeige zu senden, in der Hoffnung, die Familie trabt zum Leichenschmaus an.

Diese reagieren: Am Ende herrscht fröhliche Weihnachtsstimmung und die Familie ist glücklich vereint.

Der Spot einer Lebensmittel-Kette trifft den Nerv der Zeit, bereits haben ihn über 40 Millionen Interessierte im Internet auf Youtube gesehen. Schnell wird klar, dass Weihnachten nicht nur ein Fest der Freude ist, sondern ebenfalls die Zeit des Jahres markiert, in welcher einigen Menschen bewusst wird, wie alleine sie am Ende des Tages sind – ob gewollt oder nicht.

Was im Kurzfilm so bitterböse gelöst wird, ist in Realität nicht so einfach. Bereits vor einem Jahr gab der Geschäftsführer des Schweizerischen Verbandes der Dargebotenen Hand, Franco Baumgartner, gegenüber «20 Minuten» bekannt, dass während der Weihnachtszeit 10 bis 20 Prozent mehr Anrufe auf die Nummer 143 erfolgen. Fehlende Zugehörigkeit oder zerrüttete Familienverhältnisse beherrschen die Themen.

Pfarrer Vincent Chaignat von der reformierten Kirche Uitikon kennt das Problem: «Oft sind gerade ältere Menschen einsam», erklärt er. Seine Kirche reagiere deshalb das ganze Jahr mit Anlässen speziell für Seniorinnen und Senioren. «In unserer Gemeinde muss niemand alleine sein, wenn er nicht will», gibt Chaignat zu verstehen.

Dass aber bei seinen Besuchen das Thema Einsamkeit eher selten zum Tragen kommt, hat auch er bemerkt. Tatsächlich gilt die Einsamkeit verschiedenen Berichten und Experten zufolge als ein Tabuthema – und nicht nur bei den älteren Semestern. Oft gilt es auch, den perfekten Schein zu wahren und im Stillen Trübsal zu blasen.

Doch wer will, kann sich in unserer Region vor dieser Situation retten und einsame Festtage in fröhliche verwandeln. Wir haben uns in den hiesigen Agenden schlaugemacht und stellen einige Anlässe der nächsten Tage vor, die eine tolle Gesellschaft vermuten lassen – ohne Gewähr auf Vollständigkeit.

Zmittag am 15.

In Uitikon wird schon am kommenden Dienstag um 12 Uhr zum monatlichen Essen, Plaudern und Trinken eingeladen (Anmeldung unter 044 491 91 92). Fredi & Silvia Wismer heissen die Gäste im Restaurant Dörfli willkommen. Um 14 Uhr folgt die Weihnachtsfeier im Üdiker-Huus, organisiert von der reformierten Kirche. Pfarrer Vincent Chaignat erzählt eine besinnliche Geschichte und gesungen werden weihnachtliche Lieder. Martina Aeberhard, Schülerin aus Stallikon, umrahmt das Programm musikalisch.

Weihnachtsfeier 2015

Die katholische Kirche, die reformierte Kirche und die BewegungPlus Dietikon laden am 25. Dezember zu einer Weihnachtsfeier mit gemeinsamem Mittagessen ein. Eingeladen sind Alleinstehende und Familien, die gerne in der Gemeinschaft Weihnachten feiern
möchten. Der Apéro beginnt bereits um 10.30 Uhr im Pfarreizentrum der Kirche St. Agatha. Auf dem weiteren Programm stehen ein Mittagessen und gemeinsames Singen. Die Anmeldungen werden nach Eingang berücksichtigt und die Teilnehmeranzahl ist beschränkt.

Caritas-Weihnachtsfeier

Am 24. Dezember steigt im Volkshaus Zürich ab 18 Uhr die grosse Caritas-Weihnachtsfeier. Die Organisation lädt traditionell an diesem Datum Familien und Alleinstehende zur Feier ein. Es wartet ein Nachtessen auf die Besucher und jeder erhält eine kleine Überraschung. Ausserdem darf man einer Weihnachtsgeschichte lauschen und mit Sänger Maxim Essindi am Klavier vertraute Lieder singen. Die Teilnahme ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht nötig.

Silvester im Kloster Fahr

Wer Silvester in Gesellschaft, aber ohne Ramba-zamba verbringen möchte, kann sich für den musikalisch-besinnlichen Jahreswechsel im Kloster Fahr anmelden. Texte von Silja Walter und Musik vom Schweizer Oktett stehen dann im Zentrum.

Die Offene Nacht des Kulturhauses Helferei

In Zürich öffnet die Helferei zusammen mit der Kirchgemeinde Grossmünster am 24. Dezember um 18 Uhr ihre Tore. All jene sind eingeladen, die den Heiligen Abend in Gesellschaft verbringen möchten. Apéro, Essen, miteinander reden, Weihnachtsgeschichten hören und ab 23 Uhr den Klängen der urchigen Tösstaler lauschen, sollen die Stunden erhellen. Um 22 Uhr findet zudem im Grossmünster die Christnachtfeier statt.

Kulturelles

Nicht zu vergessen, dass wir in der Region über ein breites Kulturangebot verfügen und es heute als chic gilt, alleine ins Theater, in die Oper, ans Konzert oder ins Kino zu gehen. Das einzige Lichtspielhaus im Limmattal, das Cinema Capitol, wartet zwischen Weihnachten und Neujahr etwa mit «Heidi» oder «Star Wars» auf. Für Nachtschwärmer bietet die Zeus-Music-Bar in Dietikon am 24. sowie am 25. Dezember die Weihnachtsparty 2015. Jeweils bis vier Uhr früh dauert die Sause, um tanzend das Fest der Freude zu zelebrieren.