Urdorf
Mit der Transsibirischen Eisenbahn in zwei Wochen von Moskau nach Irkutsk am Baikalsee

Schriftsetzerin Marianne Jeker erlebte die rasante Veränderung ihres Lehrberufs zur Typografin und Polygrafin. Auch danach gab es immer wieder viel Neues zu lernen. Aktuell macht sie eine zwölfmonatige Ausbildung zur Spielgruppenleiterin.

Margret Stöcklin
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Marianne Jeker.

Marianne Jeker.

Limmattaler Zeitung

Sie sei sportlich vielseitig interessiert und setze sich im Leben immer wieder neue Ziele, sagt die zusammen mit einer jüngeren Schwester in Oberengstringen aufgewachsene Marianne Jeker über sich selbst. In Oberengstringen hat sie die Schulen vom Kindergarten bis zur Oberstufe besucht und während der Sekundarschulzeit ihre grosse Liebe zum Zeichnen und Aufsatzschreiben entdeckt. Als es um die Berufswahl ging, lag es für sie auf der Hand, eine Ausbildung als Schriftsetzerin zu absolvieren, die von 1979 bis 1983 dauerte.

Nach erfolgreichem Lehrabschluss bei Orell Füssli in Zürich Wiedikon ging sie als Au-pair-Mädchen nach London, wo sie ein halbes Jahr bei einer Familie den Haushalt erledigte, auf die drei Kinder aufpasste und Englisch lernte. «Nachdem ich zurück in der Schweiz war, arbeitete ich auf meinem Lehrberuf und durchlief diverse Weiterbildungen. Aus dem Schriftsetzer wurde der Typograf und Polygraf und danach gab es immer wieder Neues, alles war im Umbruch», erinnert sich Jeker.

Ende der Achtzigerjahre nahm sie sich eine Auszeit und reiste mit einer Kollegin in sechs Monaten durch elf US-Staaten. Und Anfang der Neunziger fuhr sie mit der Transsibirischen Eisenbahn in zwei Wochen von Moskau nach Irkutsk am Baikalsee. «Dies war sehr eindrücklich, denn ich fuhr in der öffentlichen Bahn, in der auch Einheimische ein- und ausstiegen. Die Mentalitäten der verschiedenen Menschen faszinierten mich. Beim Reisen entwickelte ich wohl auch die Liebe zum Fotografieren und der Natur. Dies sind bis heute meine liebsten Hobbys geblieben», erzählt die 55-Jährige.

Von 1996 bis 1997 besuchte sie die Grafische Fachschule in Aarau, um sich dort zur Typografischen Gestalterin ausbilden zu lassen. Auch 1999 ist zu einem besonderen Jahr in ihrem Leben geworden, weil sie ihren Mann kennenlernte und bald darauf heiratete. Das junge Paar fand in Urdorf eine erste gemeinsame Wohnung, wo auch ihr heute bald 17-jähriger Sohn aufwuchs.

Vielfältig engagiert

Die ersten Jahre nach der Geburt widmete Marianne Jeker ganz ihrer kleinen Familie. Danach begann sie, wieder Teilzeitjobs anzunehmen. In Urdorf wird das Vereinsleben bekanntlich mit grossen Lettern geschrieben, was die vielseitig interessierte Frau freudig zur Kenntnis nahm und sich ihrerseits in verschiedenen Institutionen nützlich machte und immer noch macht. Jeker: «Früher war ich Mitglied im Elternverein, im Räbeliechtli-OK, half bei der Kleiderbörse, beim Kerzenziehen und war im Elternrat mit dabei. Aktuell engagiere ich mich noch beim Verein ‹Aufgetischt statt Weggeworfen› und bin Mitglied beim Natur- und Vogelschutzverein.»
Ausserdem hilft sie einen halben Tag pro Woche in einer Waldspielgruppe und freut sich mit den Kindern über die gemeinsamen Erlebnisse draussen in der Natur – zu jeder Jahreszeit. Parallel absolviert Jeker derzeit eine zwölfmonatige Ausbildung zur Spielgruppenleiterin. «Ich möchte noch etwas mehr lernen über die Arbeit mit Kindern», sagt sie. Auch der Sport ist ein grosses Thema im Leben der Urdorferin.

In ihrer Freizeit betreibt sie Nordic Walking und hat in den letzten elf Jahren regelmässig an Wettkämpfen teilgenommen wie dem Hallwilersee-, dem Greifensee- und dem Pfäffikerseelauf. Nicht nur zu Lande, auch auf dem Wasser ist die ausdauerstarke Frau sportlich unterwegs. Jeker: «Bei der Stadtzürcher Seeüberquerung habe ich schon 17 Mal mitgemacht.»