Limmattal
Mit den Low Landers auf Bravehearts Spuren

Dieser Verein ist nur etwas für echte Männer. Die Limmattaler Low Landers werfen mit Äxten, Steinen und Baumstämmen.

Yves Bollier
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Ursprünglich waren die Highland Games Bestandteil der Treffen der Clans in den schottischen Highlands. Bei diesen Treffen wurden traditionell sportliche Wettkämpfe ausgetragen. In der Zeit der keltischen Könige wurden die stärksten und schnellsten Männer der Wettbewerbe ausgewählt, um ihren Herren als Leibwächter zu dienen.

Mehr als 2000 Jahre später gibt es die Highland Games noch immer, mehr noch, sie sind mittlerweile sogar weltweit bekannt. So bekannt, dass selbst das Limmattal seit vergangenem Jahr einen eigenen Verein vorzeigen kann, der sich diesen Wettkämpfen verschrieben hat: die Limmattaler Low Landers. Präsident Christian Leppert erklärt, dass es an den Spielen zwei verschiedene Kategorien gibt: Man nimmt entweder als Einzelkämpfer oder als sogenannter Clanspieler teil. Dabei könnten aber nur die Ergebnisse der Einzelkämpfer in den jeweiligen Disziplinen für die Schweizer Meisterschaft gewertet werden. Zu diesen fünf Disziplinen gehören Gewichtweitwurf, Steinstossen, Hammerwurf, Gewichthochwurf und Baumstammüberschlag.

Baumstammüberschlag
6 Bilder
Pfeilbogenschiessen
Das sind noch Sportarten für echte Männer: Die Flachland-Highlander beim Baumstamm- und Axt-Werfen.
Strohsack über die Schnur
Axtwerfen

Baumstammüberschlag

Yves Bollier

«Die Clanspiele machen aber ebenfalls einen Heidenspass», grinst Leppert. Die Disziplinen der Clanspiele seien im Gegensatz zu jenen der Einzelkämpfe nicht in Stein gemeisselt und würden je nach Veranstalter variieren. «Dazu gehören Bogenschiessen, Axtwerfen und Hindernislauf, um nur einige wenige zu nennen.»

Noch nie in Schottland gewesen

Einige Mitglieder der Low Landers haben bereits vor der Gründung des Vereins an solchen Wettbewerben mitgemacht. Dabei haben sie überhaupt erst durch die Empfehlung eines Kollegen von den Highland Games erfahren. Leppert selbst war auch noch nie in Schottland. «Nächste Woche besuche ich das Land zum ersten Mal», so der Urdorfer. Im letzten Sommer haben er und seine Clangenossen sich nach zahlreichen Turnieren dazu entschieden, selber einen Verein zu gründen. «Mit einem Verein lassen sich gewisse Dinge einfacher koordinieren.» Damit seien vor allem die Sponsorensuche und die Teilnahmen an den Turnieren gemeint. Sie haben sich dann sogleich ans Schreiben der Statuten gemacht. «Im November war die Gründung vollzogen.»

Glücklicherweise habe der Verein eine Wiese in Dietikon, an der Grenze zu Spreitenbach, mieten können. Dort üben die Mitglieder jeden Donnerstagabend die verschiedenen Disziplinen. Doch auch die Ausdauer komme nicht zu kurz. «Um die Kondition und andere Muskelgruppen zu trainieren, spielen wir auch ab und zu Fussball oder gehen rennen.» Das Training scheint Wirkung zu zeigen: Leppert hat kürzlich an einem Wettbewerb beim Steinhochwurf mit vier Metern und 20 Zentimetern Höhe einen Rekord aufgestellt.

Tanzen zu «Red Hot Chilli Pipers»

Am vergangenen Sonntag fand auf dem Trainingsgelände der Low Landers die offizielle Gründungsfeier statt. «Wie es auch an den Wettbewerben üblich ist, gab es an unserer Feier kleine Spiele und eine Festwirtschaft mit Getränken, Spanferkel und anderen Köstlichkeiten.» An Highland Games sei es zudem üblich, dass verschiedene Musiker wie etwa die schottische Band «Red Hot Chilli Pipers» auftreten. Nun, da die Gründung mit einer Feier besiegelt ist, richtet der Verein den Blick in Richtung Zukunft. «Wir wünschen uns mehr Mitglieder und ein eigenes Plätzchen für unseren Verein», verrät der Präsident.