Dietikon

Mit dem neuen Leiter der Limeco kommen auch neue Ziele

Der Neue und sein Vorgänger: Geschäftsführer Patrik Feusi und Emil Schönmann in der Abwasserreinigungsanlage der Limeco.

Der Neue und sein Vorgänger: Geschäftsführer Patrik Feusi und Emil Schönmann in der Abwasserreinigungsanlage der Limeco.

Emil Schönmann übergibt sein Amt nach 15 Jahren an seinen Nachfolger Patrik Feusi. Feusi freut sich auf die neue Aufgabe: «Mein Vorgänger hat tiefe Fussabdrücke hinterlassen, die es auszufüllen gilt. Ich sehe das als Herausforderung.»

Noch vor 15 Jahren war die Limeco in Dietikon eine Abwasserreinigungs- und Kehrrichtverbrennungsanlage. Seither entwickelte sie sich zu einem modernen Dienstleistungsbetrieb, der nicht nur für Verbrennung, Reinigung und Schlammverwertung zuständig ist, sondern auch Strom und Fernwärme liefert. Eine wichtige Rolle bei dieser Entwicklung spielte Emil Schönmann, der Geschäftsführer bei der Limeco. Nach 15 Jahren übergibt er nun sein Amt an seinen Nachfolger Patrik Feusi.

Der Ex-Geschäftsführer ist Alfa-Fan


«Ich werde mich künftig vor allem meinem Hobby, einem Alfa Romeo Oldtimer widmen», antwortet Schönmann auf die Frage, was er mit seiner Freizeit nun anstelle, und lacht. Als er sich um die Stelle als Geschäftsführer bewarb, reizte den gelernten Ingenieur die Arbeit in einem öffentlichen Betrieb. «In der Privatwirtschaft geht es in erster Linie um Kostenminimierung, hier um eine richtige Balance zwischen Politik und Marktwirtschaftlichkeit», so Schönmann.

Die politische Komponente prägte denn auch verschiedene Meilensteine der Geschichte der Limeco. So etwa die Umwandlung der Rechtsform von einem Zweckverband der acht Gemeinden Dietikon, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil, Schlieren, Unterengstringen, Urdorf und Weiningen zur interkommunalen Anstalt. 2010 erfolgte der Wechsel nach einer Urnenabstimmung in allen Trägergemeinden, in der die Umwandlung über 90 Prozent Zuspruch erhielt. «Dazu war es wichtig, dass unser Verwaltungsrat politisch in den Trägergemeinden gut abgestützt ist», so Schönmann.

In den letzten 12 Jahren habe man das starke Bevölkerungswachstum in der Region zu spüren bekommen, sagt er: «Die Abfallmengen nahmen stark zu.» Als man den Ausbau der Abwasserreinigungsanlage (ARA) für 25 Jahre geplant habe, sei man von falschen Wachstumsprognosen ausgegangen, erinnert sich Schönmann. «Als wir bereits in der Bauphase waren, erhielten wir neue Prognosen, die von einem viel grösseren Anstieg der Bevölkerung ausgingen. Also mussten wir die Anlage kurzerhand rund 10 Prozent grösser dimensionieren.»

Die Nachfolge des Geschäftsführers eines so erfolgreichen Unternehmens wie der Limeco anzutreten, muss ein hartes Erbe sein. Doch Patrik Feusi, der für Schönmann übernimmt, freut sich sichtlich darauf: «Mein Vorgänger hat tiefe Fussabdrücke hinterlassen, die es auszufüllen gilt. Ich sehe das als Herausforderung.»

Erhalten wolle er insbesondere die hohe Qualität der Dienstleistungen und die Zufriedenheit der Angestellten, sagt Feusi. Dazu wird er zu Beginn seiner Tätigkeit von einem Coach begleitet und eingeführt. Der 44-Jährige ausgebildete Elektroingenieur mit MBA Abschluss in General Management bezeichnet sich als «Unternehmerischen Generalisten». Das bedeute nicht, dass er nichts richtig könne, erklärt er: «Sondern dass ich es verstehe, verschiedene Fachgebiete zusammenzuführen.»

Dies entspricht auch den Anforderungen, die der Verwaltungsrat der Limeco an Schönmanns Nachfolge stellte. Der Dienstleitungsbetrieb soll künftig nämlich zu einem Kompetenzzentrum für Abfall und Wasser weiterentwickelt werden, wie der Verwaltungsratspräsident der interkommunalen Anstalt und Dietiker Stadtrat Jean-Pierre Balbiani erklärt. Konkret bedeutet dies, dass die Limeco in Zukunft das gesamte Abfallmanagement für die Trägergemeinden von den Haushaltungen bis zur Verwertung anbieten will. Dazu gehört etwa auch die regionale Verwertung von Bioabfall, die ab 1. Januar 2014 eingeführt wird. Das Angebot soll auch weiter laufend ausgebaut werden.

Fernwärme-Ausbau bis Schlieren


Gleichzeitig wollen die Limeco und der neue Geschäftsleiter Feusi auch weiterhin als wichtiger Energieanbieter in der Region fungieren. Bereits heute liefern ARA und Kehrrichtheizkraftwerk Fernwärme ins Dietiker Limmatfeld und produzieren Strom. Insbesondere das Fernwärmenetz will man in den kommenden Jahren ausbauen, wie Feusi sagt. Langfristig plant man einen Ausbau bis nach Schlieren und Spreitenbach.

Feusi macht sich auf eine anspruchsvolle Aufgabe gefasst, wie er sagt. Doch der Job entspreche ihm: «Ökologische Effizienz interessierte mich als Ingenieur schon immer. Nun habe ich eine Stelle gefunden, an der ich sie effektiv fördern kann.»

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