Die reformierte Kirche Dietikon war bis auf den letzten Platz gefüllt, selbst auf der Empore sammelten sich die Leute. Für den Ansturm gab es einen guten Grund. Das Streichorchester Dietikon hatte sich für diesen Sonntagabend vorgenommen «Le Quattro Stagioni» von Antonio Vivaldi zur Aufführung zu bringen.

Bevor das Konzert startete, begrüsste Günther Stückle, langjähriger Dirigent des Orchesters, das Publikum. «Die Gelegenheit, alle vier Jahreszeiten an einem Stück zu hören, gibt es nicht oft», sagte er und erntete dafür ein zustimmendes Kopfnicken der Besucherinnen und Besucher.

Dann war die Kunst des Barockmeisters an der Reihe, der wegen seiner Haarfarbe auch den Spitznamen «Roter Priester» trug. Die Passagen reichten von heiterer Gelassenheit bis hin zur unbändigen Wildheit und widerspiegelten die typischen Naturerscheinungen der vier Jahreszeiten. Die Einzigartigkeit des Auftritts zeigte sich an verschiedenen Beispielen. «Das Stück führen wir mit dem von Vivaldi selbst gedichteten Sonett auf. Dies ist nicht üblich», sagte Christa Jordi, Leiterin des Streichorchesters Dietikon.

Aber auch die Rezitationen, die das entsprechende Musikstück verbal einleiteten und der fehlende Applaus zwischen den vier Violinkonzerten, verliehen dem Werk einen einmaligen Ausdruck, meinte Stückle.

Solistin weiss zu gefallen

Die Musiker spielten ihr Konzert in G-Dur «alla rustica» und liessen zeitweise vergessen, dass hier fast ausschliesslich Laien am Werk waren. Das Streichorchester möchte jungen, talentierten Musikern eine Möglichkeit für solistische Auftritte im Limmattal bieten. So spielte die 26-jährige Corinna Meienberg als Solistin die vier Violinkonzerte virtuos und äusserst gekonnt. Die einzelnen solistischen Begleitstimmen, Konzertmeisterin erste Violine, Stimmführerin Cello, Stimmführer Bratsche und Stimmführer zweite Violine, ergänzten mit ihrem Spiel das Orchester perfekt.

Wegen des unerwünschten Applauses zwischen den Stücken, fiel der Beifall am Ende des Konzerts umso grösser aus. So gross, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer das Orchester nicht ohne Zugabe gehen liessen.

Publikum zeigt sich begeistert

Dass der Auftritt gelungen war, zeigte sich auch an den durchweg positiven Äusserungen des Publikums nach dem Konzert: «Das Konzert hat mir aussergewöhnlich gut gefallen», meinte Ursula Kuratli aus Dietikon. Vor allem die junge Solistin hinterliess mit ihrem Talent einen bleibenden Eindruck.

Auch die Badenerin Marie-Therese Thut-Senn war angetan: «Das Niveau des Orchesters ist sehr gut.» Dass das Streichorchester Dietikon jungen Musikern eine Plattform bietet, finde sie besonders lobenswert.