Die zwei Raben, die auf einem Schild über dem Eingang hängen, geben dem Restaurant im Kloster Fahr nicht nur seinen Namen, sie symbolisieren auch die Zugehörigkeit zum Kloster Einsiedeln. Seit seiner Gründung im Jahre 1130 untersteht das Fahr dem Kloster Einsiedeln und dessen Abt. Noch bis Ende Jahr übt Martin Werlen dieses Amt aus. Dann tritt er zurück, wie er am Dienstag mitteilte.

Damit endet für die Schwesterngemeinschaft im Fahr eine prägende Ära. «Ich bin Abt Martin für ganz vieles dankbar. In den letzten Jahren hat sich im Kloster Fahr Wichtiges verändert. Abt Martin hat diesen Veränderungsprozess massgeblich mitgestaltet und mitgetragen», sagt Priorin Irene. Eine dieser wichtigen Veränderungen betraf die Verwaltung des Klosters Fahr. Am 1. Januar 2005 wurde erstmals in der Geschichte ein weltlicher Verwalter eingesetzt. Zuvor verwaltete stets ein Mönch mit dem Titel Propst das Kloster. Er tat dies im Namen des Abtes von Einsiedeln. Letzter Propst im Kloster Fahr war Pater Hilarius Estermann. «Die Verwaltung dem Priorat zu unterstellen und der Schwesterngemeinschaft mehr Kompetenzen zu geben, war ein Jahrhundertentscheid», so die Priorin. Auch dies sei in die Ära Abt Martins gefallen.

Wahl wohl Ende November

Der Rücktritt Werlens ist keine Überraschung. Seine Wahl erfolgte am 10. November 2001. Tags zuvor hatte die Klostergemeinschaft eine Amtszeitbeschränkung von 12 Jahren beschlossen. Wer neuer Vorsteher der beiden Klöster wird, entscheidet sich wohl erst Ende November. Laut Informationen des Klosters Einsiedeln wird Abt Martin sein Rücktrittsgesuch per zweite Hälfte November beim Papst einreichen. Die Wahl des Nachfolgers durch die Klostergemeinschaft könne erst an die Hand genommen werden, nachdem der Papst den Rücktritt offiziell angenommen habe. Die Wahl finde voraussichtlich Ende November statt.

Für das Kloster Fahr ändere sich dadurch nicht viel, sagt die Priorin. «Wir erhalten einen neuen Chef. Und ich bin zuversichtlich, dass wir auch mit einem neuen Abt gut zusammenarbeiten können», hält sie fest. Viel entscheidender sei aber, dass das Kloster Fahr gut aufgestellt und für die Zukunft gerüstet sei. Mit der Sanierung der Klosteranlage, die kürzlich begonnen hat, stünden wichtige Aufgaben für die Schwesterngemeinschaft an. Darauf sei man gut vorbereitet.