Schlieren

Mit 87 Prozent angenommen: deutliches Ja für das Pflegezentrum

Mehr und vor allem kleinere Zimmer wird es im neuen Pflegezentrum geben. Die Eröffnung ist voraussichtlich im Jahr 2023.

Die zehn Trägergemeinden befürworten den 65-Millionen-Neubau des Pflegezentrums gleich neben dem Spital Limmattal. Und dies deutlich.

Das neue Spital Limmattal bekommt sein neues Pflegezentrum: Die zehn Trägergemeinden sagten am Sonntag deutlich Ja zum Neubau des Pflegezentrums über 65 Millionen Franken und damit Ja zu einer logischen Fortsetzung der baulichen Anstrengungen in Schlieren. Läuft alles nach Plan, soll der fünfgeschossige Neubau mit 150 Betten viereinhalb Jahre nach der «Limmi»-Spitaleröffnung im Frühjahr 2023 in Betrieb gehen. Der alte Bau wird voraussichtlich bis spätestens Oktober 2023 abgebrochen.

Die Ja-Stimmen (insgesamt 16'245) übertreffen die Nein-Stimmen (2370) bei weitem. Oder in Prozenten ausgedrückt: 87,27 Prozent sagten Ja, das ist annähernd ein Fünftel aller Stimmberechtigten der Spitalverbandsgemeinden Aesch, Birmensdorf, Dietikon, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil, Schlieren, Unterengstringen, Urdorf und Weiningen. Einzig in Birmensdorf, wo am selben Tag über den Austritt aus dem Spitalverband abgestimmt wurde, fiel das Resultat nicht gar so deutlich aus. Annähernd ein Drittel (563 gegenüber 1491) sagte dort Nein.

Wo das alte Spitalhochhaus steht

«Es ist eine grosse Freude», sagte Markus Bärtschiger, Stadtpräsident von Schlieren und Verwaltungsratspräsident des Spitalverbandes, nach Bekanntgabe des Resultats, «dass die Bevölkerung nach dem Spital auch beim Pflegezentrum für den Neubau gestimmt hat.» Eine Sanierung wäre nämlich komplizierter gewesen, weil sie unter Vollbetrieb hätte stattfinden müssen. «Zudem ist aber nicht nur das über 30-jährige Haus in die Jahre gekommen, es haben sich auch die Bedürfnisse der Bevölkerung verändert», so Bärtschiger weiter. Der Neubau wird diesen nun gerecht: Die Zimmer werden mit weniger Betten belegt, die Demenzabteilung ausgebaut und die Zahl der ambulanten Betten gegenüber den stationären vergrössert.

«Wir wollen das Angebot der Trägergemeinden ergänzen und nicht konkurrenzieren», sagte Bärtschiger, «denn gerade kleinere Gemeinden erreichen die sogenannt kritische Masse nicht, um die teils anspruchsvolle und arbeitsintensive Pflege gerade von demenziell Erkrankten zu gewährleisten.»

Den Zeitpunkt des Neubaus hält Bärtschiger für ideal: «Die Arbeiten am Spital sind jetzt abgeschlossen und die Teams perfekt eingespielt. Wir können nun lückenlos fortfahren.» Bauzäune und anderer Hilfsmittel könnten auf dem Areal verbleiben, was das Unternehmen auch kostengünstiger mache.

Ursprünglich war geplant, dass der Neubau in Nord-Süd-Richtung zu liegen kommt und teilweise den zweigeschossigen Gebäudeteil des Spital-Neubaus überlappt. Bei der Planung entschieden die Verantwortlichen zuletzt aber, dass dies nicht die beste Variante wäre. Neu kommt das neue Pflegezentrum in Ost-West-Richtung zu liegen. Auf dem Platz, wo sich heute noch das alte Spitalhochhaus befindet, welches sich aber schon im Rückbau befindet. Von aussen wird dieser aber frühestens im Frühling 2019 sichtbar sein.

Im neuen Pflegezentrum sind 150 Betten vorgesehen. Das sind 24 mehr als heute. Allerdings werden diese von der Stadt Schlieren als Kompensation von Bettenplätzen im Pflegezentrum Sandbühl, das voraussichtlich 2023 geschlossen wird, bestellt und finanziell abgegolten.
Aufgeteilt ist der fünfgeschossige Neubau in zwei Demenzabteilungen im Parterre sowie im ersten Obergeschoss und drei Langzeitpflegestationen inklusive Palliativbetten. Im fünften Obergeschoss ist in Kooperation mit der Reha Clinic AG eine Rehabilitationsstation mit 48 Betten geplant. Im Erdgeschoss befindet sich zudem das Tageszentrum, Mit dem Ja der Bevölkerung sei ein weiterer Meilenstein erreicht, heisst es in der offiziellen Pressemitteilung des Spitals. «Das Neubauprojekt ‹LimmiCura› kann nun ohne Verzögerungen weiterverfolgt werden.»

Dass das Abstimmungsresultat in Birmensdorf am knappsten ausgefallen ist, hat Spital- und Stadtpräsident Bärtschiger erwartet. «Meistens erreichen aber Abstimmungen zu gut geplanten Alters- und Pflegeheimen eine hohe Zustimmung, gehen doch vor allem die Älteren an die Urne.»

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