Dietikon
Mit 30 km/h den Gotthard hinauf in Richtung Süden

Die 15 Männer zählende Dietiker Gruppe um den 32-jährigen Silvan Spiess hat sich für das Auffahrtswochenende einen nostalgischen Trip in den Süden und zurück in die Jugend vorgenommen. SIe fähren mit dem Töffli über die Alpen.

Von Fabienne Wildbolz
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Silvan Spiess will mehr fahren und weniger reparieren. Daher ist auf der Reise auch ein Kleintransporter mit zwei Ersatzmofas dabei.

Silvan Spiess will mehr fahren und weniger reparieren. Daher ist auf der Reise auch ein Kleintransporter mit zwei Ersatzmofas dabei.

Limmattaler Zeitung

Man stelle sich folgendes Bild vor: Eine Männertruppe – alle mit einem 2-Gang-Mofa aus den 70er-Jahren ausgerüstet – tuckert die Gotthardachse hinauf. Was wie aus einem Roadmovie aus vergangener Zeit klingt, setzt der 32-jährige Silvan Spiess aus Dietikon in die Realität um. Zusammen mit 15 weiteren Kollegen – zwei Drittel davon wohnen ebenfalls in Dietikon – nimmt er dieses Unterfangen am Auffahrtsmorgen in Angriff.

Wie Spiess erzählt, sei er die Route von Dietikon über den Gotthard ins Tessin das letzte Mal als 15-Jähriger gefahren: «Mit einfachen Mitteln einen riesen Spass zu erleben, war unser damaliger Antrieb», sagt er. Nachdem er in letzter Zeit, so Spiess, ausschliesslich mit schweren Maschinen auf Touren gewesen sei, wolle er das Gefühl von damals nochmals aufleben lassen. Überrascht gewesen sei er vom grossen Interesse für seine Idee. Wie ein Lauffeuer habe sich diese verbreitet. «Offenbar fühlen sich viele vom Gedanken, solche Reisen aus der Jugend zu wiederholen, angesprochen», sagt er. Entsprechend laufe die geplante Reise unter dem Motto «Back to the roots».

Spass am Fahren

Nach der positiven Resonanz, so Spiess, habe er nicht lange gezögert und eine kleine Informationsveranstaltung organisiert. Das Spannende an der Sache sei die altersmässig bunt durchmischte Truppe, welche sich für den fünftägigen Ausflug in den Süden der Schweiz angemeldet hätte. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt bei 40 Jahren. Spiess ist mit seinen 32 Jahren der Jüngste, sein Vater wiederum mit 67 der Älteste der Gruppe.

Gemäss Spiess seien sich alle schnell einig gewesen, dass die Reise in erster Linie den Spass am Fahren garantieren solle. «Im Gegensatz zu früher verfügen wir heute über mehr finanzielle Möglichkeiten», meint er lächelnd. Deshalb würden sie sich mittlerweile etwas mehr Komfort erlauben. Wie er erklärt, wolle man die Zeit nicht mit Reparieren, sondern mit Fahren verbringen. Aus diesem Grund begleite sie zusätzlich ein Kollege in einem Kleintransporter mit zwei Ersatzmofas. Diese würden bei allfälligen Motorschäden zum Einsatz kommen. Kleine Reparaturen, so Spiess, werden vor Ort ausgeführt, das gehöre zum Feeling eines solchen Trips einfach dazu.

Auch in Sachen Unterkunft, erzählt Spiess, hätten sie den Erinnerungen aus der Jugendzeit gerecht werden wollen. Zwar würden sie die erste Nacht im Hospiz St. Gotthard verbringen, danach jedoch wären sie je nach Wetterbedingungen für wildes Campieren ausgerüstet.