Dietikon
«Mis Dietike»: Als erstmals Lachs auf den Tisch kam

Willi Eckert erinnert sich in der Reihe «Mis Dietike» an den Besuch von General Guisan. Der 87-jährige erinnert sich im ungezwungenen Gespräch mit der Journalistin Helene Arnet an eine lang vergangene Zeit.

Daniel Diriwächter (text und Foto)
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Für «Mis Dietike» wirft Helen Arnet einen Blick in Willi Eckerts (rechts) Leben.

Für «Mis Dietike» wirft Helen Arnet einen Blick in Willi Eckerts (rechts) Leben.

Gestern fand die Reihe «Mis Dietike» im Raum ONE mit dem 87-jährigen Willi Eckert ihre Fortsetzung. Die Historikerin und Journalistin Helene Arnet führte mit dem Ur-Dietiker weder ein klassisches Interview, noch gab es eine Diskussion, sondern ein ungezwungenes Gespräch, das mit Bildern und Musik untermalt wurde. Gerade die Musik spielt eine bedeutende Rolle im Leben von Eckert. Nicht nur ist er leidenschaftlicher Schwyzerörgeli-Spieler, auch komponiert er Stücke. Man habe ihn bei ihrer Recherche als «grosses Tier» beschrieben, so Arnet. In der Tat sind es 98 Kompositionen, die von Eckert verlegt wurden.

Er war unterfordert

Als kleiner Bub habe er seinen Cousin bewundert, der die Handorgel spielte. Dieses «heilige Stück» durfte er nie anfassen. Weswegen Eckert sich später selber ein Instrument kaufte. «Für meine Occasion-Orgel musste ich ein Jahr lang jeden Monat zehn Franken abbezahlen», erzählt er. Im Unterricht, der während des Zweiten Weltkriegs stattfand, fühlte er sich unterfordert und besorgte sich gegen den Willen seines Lehrers anspruchsvollere Noten. Bald war er so ambitioniert, dass er eigene Melodien aufs Papier brachte. Eckert berichtet mit Stolz, dass selbst eine anerkannte Musikpädagogin eine seiner Kompositionen in ihr Repertoire aufnahm.

Die Reise durch Eckerts Leben ist lang und in Worten doch kurzweilig. Etwa, als er, der seine Lehre als Dreher in der Wagi-Fabrik machte, später 25 Jahre bei der Friedrich Steinfels AG angestellt war: Nach einem Firmenfest wurden er und viele seine Kolleginnen und Kollegen auf die Strasse gestellt. Aber Eckert fand seinen Weg. Nicht nur beruflich, sondern auch als erster Präsident des Kanu-Klubs Dietikon. Damals war die Reppisch bei entsprechender Wetterlage noch ein wilder Fluss. Oder als einer derjenigen, der sich im Winter auf die Sprungschanze am Hasenberg wagte. Auch konnte er dank seiner Ehefrau das erste Mal Lachs essen. Weil sie früher bei der Firma Bianchi für die «reichen Leute» den Fisch in Streifen geschnitten habe und die Anschnitte behalten durfte.

«Was für eine freudige und interessante Zeitreise mit einer Hauptperson, die ihr Licht gerne unter den Scheffel stellt», bemerkte eine Zuschauerin. Eckert spielte am Schluss noch eine seiner Kompositionen, danach wartete eine feine Suppe auf die Gäste. Der nächste Rückblick ist im November zu erwarten.