Fahrweid

Mio statt Migrolino: Die Kunden übersehen das neue Logo, aber nicht den neuen Standort der Gipfeli

Das neue Logo ist zwar gross. Die Kundschaft nimmt den ersten neuen Shop von «Mio by Migrolino» aber kaum wahr.

Das neue Logo ist zwar gross. Die Kundschaft nimmt den ersten neuen Shop von «Mio by Migrolino» aber kaum wahr.

Für die Lancierung des ersten Kleinstflächenshop «Mio by Migrolino» wurde als Standort die Fahrweid ausgewählt. Warum das Limmattal die richtige Region für derartige Premieren ist.

In der Fahrweid wurde bei der Shell-Tankstelle an der Überlandstrasse ein neuer Shop eröffnet. Der Laden trägt den Namen «Mio by Migrolino.» Es ist die erste solche Filiale überhaupt. Hinter der Marke steckt die Migrolino AG. Das Logo mit der Abkürzung soll ausdrücken, dass mit der neuen Marke das bestehende Migrolino-Konzept auf den Punkt gebracht wurde. «Die Marke ‹Mio by Migrolino› soll sinnbildlich für die Reduktion aufs Wesentliche auch im Sortimentsangebot stehen», sagt Migros-Sprecher Marcel Schlatter. Der Unterschied ist, dass der Shop für eine minimale Ladenfläche unter achtzig Quadratmeter konzipiert wurde. Die Produkte sind für den Sofortkonsum gedacht. Die Anzahl Produkte für den Heimkonsum sind stark reduziert. «Dem neuen Konzept den Namen ‹Migrolino› zu geben, hätte zu einer Verwässerung der Marke Migrolino geführt», sagt Schlatter.

Stephan Widmer aus Bern war per Zufall in der neuen Filiale.

Stephan Widmer aus Bern war per Zufall in der neuen Filiale.

Wie eine kleine Umfrage vor dem Shop zeigt, nehmen die Kunden die neue Ausrichtung noch nicht wahr. Auch treuen Kunden, die den Tankstellenshop bereits vor dem Umbau aufgesucht hatten, ist die neue moderne Etikette nicht aufgefallen. «Die Gipfeli sind jetzt beim Eingang rechts und nicht mehr bei der Kasse vorne», sagt Sladjan Kostic aus Dietikon. Dass ein neues Konzept dahinterstehe, habe er nicht gesehen.

«Jetzt, wo ich es weiss, fällt mir das neue Logo auch auf», meint Stephan Widmer aus Bern. Er arbeitet zurzeit in Schlieren und hat zufällig in der Fahrweid getankt. «Es sieht innen und aussen so aus, wie ein normaler Tankstellenshop eben aussieht», sagt er. Dass der Shop für jene Kunden optimiert sei, die rasch einen Snack oder ein Getränk kaufen wollten, darauf weise die Kaffeemaschine hin. Auch der Kunde Oezel Yücel hat einen ähnlichen Eindruck. «Mir kommt der neue Laden wie ein normaler Umbau vor ohne grosse Veränderung.» Nichtsdestotrotz: Der Umbau sei gelungen.

Von anderen Rückmeldungen können die drei Mitarbeiterinnen vor Ort berichten. «Wir haben in den ersten Tagen positive Rückmeldungen erhalten», sagt Daniela Mühlematter. Sie ist seit Februar in der Filiale tätig. Die Umgestaltung sei in weniger als einem Monat erfolgt, sagt sie. Die Kunden würden sich neugierig zeigen und das einheitliche Erscheinungsbild schätzen.

Das einzig Negative sei die Rückmeldung, dass die App von Migrolino für den Shop nicht genutzt werden könne. Das liege an der Produktauswahl, führt Mediensprecher Schlatter auf Nachfrage aus: «Weil in einem Mio-Shop nur ein eingeschränktes Sortiment vorhanden ist, können wir die Verfügbarkeit der beworbenen Produkte nicht sicherstellen», sagt er. Daher habe man sich entschieden, die Migrolino-App nur für Migrolino-Shops zu verwenden. Aktuell sei keine eigene Lösung geplant.

Das Limmattal ist der richtige Ort für Premieren

Bis Ende 2022 sollen alle dreissig Shell-Select-Standorte in der Schweiz auf das neue Konzept umgestellt werden. Hinzu kommen weitere Migrolino-Filialen, die unter der Grösse von achtzig Quadratmeter liegen. Diese seien aber noch nicht abschliessend bestimmt worden. «Wir sind mit dem Start sehr zufrieden. Wir haben auch erste positive Kundenfeedbacks erhalten, dass der Shop nun grösser und attraktiver wirke, obwohl wir die Fläche nicht vergrössert haben», sagt Schlatter.

Der Standort Limmattal scheint für Neu-Eröffnungen beliebt zu sein. So hatte sich Migrolino bei der Lancierung des 24-Stunden-Shops «Pick-me 24/7» für Dietikon entschieden. Man habe den Standort im Gebiet Silbern gewählt, weil von dort viele innovationsgetriebene Leute herkommen, hiess die Begründung im Februar. Diesmal war es eher Zufall. «Wir haben zusammen mit unserem Partner Shell nach geeigneten Standorten für die Umbauten gesucht», sagt Schlatter. «Dabei war zufällig auch wieder ein Standort im Limmattal dabei.» Dieser sei schliesslich als erster Standort ausgewählt worden.

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