Dietikon

Minigolfgeschichte geht weiter — Stadtrat soll über die Rettung der Minigolfanlage verhandeln

Noch ist das letzte Wort über die Zukunft der Minigolfanlage Mühlematt nicht gesprochen.

Noch ist das letzte Wort über die Zukunft der Minigolfanlage Mühlematt nicht gesprochen.

Der Stadtrat soll über die Rettung der Dietiker Minigolfanlage verhandeln: Ein neues Postulat und eine Petition fordern deren Erhalt.

Das letzte Wort rund um die Minigolfanlage Mühlematt in Dietikon ist noch nicht gesprochen, obwohl die Anzeichen bis vor kurzem auf das Gegenteil hindeuteten. Mit einem neuen kürzlich eingereichten Postulat fordert Gemeinderätin Manuela Ehmann (EVP) gemeinsam mit fünfzehn Mitunterzeichnenden den Dietiker Stadtrat dazu auf, über die Rettung der Minigolfanlage zu verhandeln.
Diese Forderung wird mit einer Online-Petition untermauert. Diese zeigt den Wunsch der Bevölkerung auf, diesen Freiraum vor dem Aus zu bewahren. Bis vor kurzem ging man davon aus, dass 2020 die letzte Minigolfsaison gestartet wird. Eine geplante Überbauung des Landstückes durch die Eigentümerfirma Primobilia AG aus Wallisellen schien besiegelt.

Neue Rahmenbedingungen erlauben Diskussionen

Eine neue Wendung brachte im September die Aufnahme der Anlage in das Inventar der kantonalen Denkmalschutzobjekte. Damit bleibt offen, ob die neuen Wohnungen überhaupt auf dem Gebiet gebaut werden können. Und dies bedeutet wiederum, dass Zeit für eine Beratung zur Situation im Stadtrat gewonnen wurde. Nach einem zurückgezogenen Postulat letzten Frühling hat Ehmann aus diesem Grund das Vorhaben erneut gestartet. Der Stadtrat hatte sich gegen einen Kauf und den Erhalt entschieden, weil es zeitlich und finanziell schlicht eine «Mission Impossible» sei.

Eine Online-Petition hat fast 1000 Unterschriften

«Ich war viel im Gespräch mit dem Stadtrat und habe damals eingesehen, dass es politisch aus Zeitgründen nicht möglich sein wird. Die Baubewilligung für die neuen Wohnungen soll schon 2020 beantragt werden», sagt Ehmann. Dies, weil die Auflösung des Vertrags zwischen den Betreibern der Anlage, Walter und Esther Wiederkehr, und der Primobilia AG anstatt dem ursprünglichen Termin 2027 auf das Jahr 2020 vorverlegt wurde. Das Paar, das seit 1997 für den Unterhalt besorgt ist, sagte damals, dass eine Aufschiebung bloss eine Verzögerung gewesen wäre.
«Mit den neuen Rahmenbedingungen, die diese Inventarisierung mit sich bringt, sieht es nun wieder anders aus», betont Ehmann. Bis gestern Abend hatte die am 31. Oktober lancierte Online-Petition «Rettet die Minigolfanlage in Dietikon» 987 der 1000 angestrebten Unterschriften zusammen. Fast die Hälfte – 413 Stimmen – entfällt dabei auf Bewohnerinnen und Bewohner von Dietikon. «Mit der parallel gestarteten Petition soll Druck ausgeübt werden und vor allem gezeigt werden, dass der Erhalt ein grosses Anliegen in der Bevölkerung ist», sagt Gemeinderätin Kerstin Camenisch (SP). Sie gehört zu den Initiantinnen der Petition und hat das Postulat ebenfalls unterzeichnet. «Wir werden die angestrebten 500 Unterschriften aus Dietikon ebenso erreichen wie die 1000 allgemeinen Stimmen und dieses Resultat in rund vier Wochen dem Stadtrat übergeben», sagt sie. Dass das gewünschte Ziel innert kurzer Zeit schon fast erreicht wurde, sei auch für sie überraschend und zeige auf, wie wichtig das Anliegen der Bevölkerung ist.

Der Erhalt der Anlage bedeutet Freiraum

Der Kauf der 1969 gebauten Anlage würde mit mehr als drei Millionen Franken zu Buche schlagen. Geld, das die Stadt Dietikon nicht aufbringen kann. Eine Übernahme sei aber nicht die einzige Lösung, sagt ­Ehmann. «Es geht nicht nur um den Kauf, sondern um Bestrebungen, damit die Anlage erhalten werden kann. Die Diskussionen darüber sollen nicht untergehen. «Wenn die Stadt neue Freiräume schaffen will und bisherige erhalten möchte, dann kommen die Bestrebungen für den Erhalt dieser Minigolfanlage genau einer solchen Chance gleich.»

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Autor

Cynthia Mira

Cynthia Mira

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