Aesch
«Millionen im Heu»: Das Lustspiel setzt Akzente

Der schwere, samtig blaue Vorhang im Gemeindesaal Aesch geht auf und eröffnet die Premiere des Stücks «Millionen im Heu» der Theatergruppe Aesch.

Mojan Salehipour (Text und Foto)
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Yvonne Frick spielt die Italienerin Rosita Cottileta und verdreht nicht nur ihrem Freund den Kopf
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Monika Schmid (Mitte) spielt die Bäuerin Olga Brenner
Theater Aesch
Kommissar Karl Schneider gespielt von Reto Degiacomi stellt das Touristenpaar Preussenmeier (Philippe Stucki und Christina Baur-Struchen) zur Rede
Im Rahmenprogramm des Abends gab es noch eine grosse Tombolaverlosung
Geld stinkt nicht. Oder doch? Preussenmeiers können ihr Glück jedenfalls kaum glauben! Christina Baur-Struchen alias Helene Preussenmeier und Philippe Stucki

Yvonne Frick spielt die Italienerin Rosita Cottileta und verdreht nicht nur ihrem Freund den Kopf

Limmattaler Zeitung

Es offenbart sich ein Bühnenbild wie aus dem Bilderbuch – oder eben aus den Schweizer Bergen. Haus und Hof des Bauernpaares Alois und Olga Brenner werden zum Schauplatz skurriler Ereignisse und zum Tatort kleinerer oder auch grösserer Delikte.

Das Stück beginnt mit einem Verwirrspiel, das die beiden Protagonisten selbst anzetteln, aber über das sie nur allzu bald die Kontrolle verlieren sollen.

Denn als sich auf der nahegelegenen Autobahn ein riesiger Stau entwickelt, finden einige Reisende den Weg von der Autobahn auf den Hof des Bauernpaares – die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen.

Der Zuschauer wird Zeuge von List, Habgier, Lust und Liebe.

Wer hat das Geld?

Corpus Delicti ist eine von Bankräubern versteckte Tasche voll mit Geld, die unverhofft im Heu gefunden wird. Im Verlauf des Abends führt aber auch mal der Körper einer attraktiven Frau, die auf dem Hof der Familie Brenner auftaucht, zum einen oder anderen Vergehen.

Die Geldbündel vom Bankraub fallen während des Spiels in verschiedene Hände, und als der ermittelnde Kommissar den Schauplatz betritt, geraten die Protagonisten abwechselnd unter Verdacht.

Bis zum Schluss bleibt offen, wer nun die Beute davontragen kann und wer dafür ins Gefängnis muss. Das Lustspiel wird seinem Namen gerecht und das Schauspieler-Ensemble fährt mit viel Witz und Charme auf.

Im ausverkauften Saal sitzt das Publikum bei Speis und Trank und kann sich bei manchen Szenen vor Lachen kaum halten. Begeisterter Applaus, auch während des Spiels, ist keine Seltenheit.

Glückliche Tombola-Gewinner

Eine Besonderheit, die auch Zuschauerin Monika Stalder beeindruckt hat: Während das gesamte Stück in Mundart aufgeführt wird, erfordert die Rolle der deutschen Touristin Helene Preussenmeier, gespielt von Christina Baur-Struchen, einen bayrischen Dialekt und die Rolle der Italienerin Rosita Cottileta, gespielt von Yvonne Frick, einen italienischen Akzent.

Beide Darbietungen wurden vom Publikum mit viel Jubel belohnt. Am Ende des Abends stand noch die Verlosung der grossen Tombola an.

Es konnten so einige glückliche Gewinner beobachtet werden, die das richtige Los gezogen hatten und ihre Ausbeute nach Hause trugen.

Gründungsmitglied der Theatergruppe Aesch, Marlies Wüthrich, ist mitverantwortlich für die Organisation und die Auswahl der Stücke.

«Entscheidend ist für mich, dass ein Stück spannend und witzig zugleich ist und dass das Publikum eine gute Zeit hat», sagt sie. Sie freut sich auf die kommenden Vorstellungen und hofft, noch mehr Besucher mit einem derart heiteren Abend erfreuen zu können.