Schlieren
Miller und Geistlich treten aus dem Parlament zurück

Das Schlieremer Parlament verliert zwei seiner prägenden Köpfe. Andreas Geistlich (FDP) und Béatrice Miller (SP) treten aus dem Gemeinderat zurück.

Florian Niedermann
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Andreas Geistlich (FDP) und Béatrice Miller (SP)

Andreas Geistlich (FDP) und Béatrice Miller (SP)

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Bereits vor einigen Wochen wurde bekannt, dass die SP-Gemeinderätin ihren Parlamentssitz räumen wird. Ihn hat per 1. Juni Leila Drobi übernommen, die bei der Erneuerungswahl vom 9. Februar 2014 als erste Ersatzperson auf der Liste der SP aufgeführt war. In Millers Begründung für ihren Abgang schwingt auch deutliche Kritik an ihren Ratskollegen mit.

«Weichen nicht richtig gestellt»

Ihr Haus in Schlieren sei nach dem Wegzug ihrer Kinder zu gross geworden, erklärt Miller auf Anfrage. Sie habe daher eine Wohnung gesucht und diese in Uitikon gefunden. Angesichts des tieferen Steuerfusses dieser Gemeinde (Budgets 2015: Uitikon 77 Prozent, Schlieren 114 Prozent) könnte man leicht auf Gedanken kommen, die einer Sozialdemokratin nicht schmeicheln. Den Vorwurf, sie ziehe aus monetären Gründen nach Uitikon, lässt Miller aber nicht gelten: «Ich glaube vielmehr, dass ich dort die Lebensbedingungen finde, die ich mir wünsche.» Auch im Schlieremer Parlament habe sie stets versucht, die Lebensqualität in der Stadt zu steigern. «Doch ich musste immer wieder erleben, dass der Gemeinderat die Weichen nicht richtig stellte, um dieses Ziel zu erreichen», so die 58-Jährige.

Geistlich ist 13 Jahre dabei

Die Gründe für Geistlichs Rücktritt sind anders geartet. Er war gestern telefonisch nicht zu erreichen. Die Schlieremer FDP-Präsidentin Barbara Angelsberger teilt auf Anfrage aber mit, dass neben seiner langen Amtsdauer – er sitzt bereits seit über 13 Jahren für die FDP im Gemeinderat – auch die Dreifachbelastung von Beruf, Kantonsrat und Stadtparlament eine Rolle gespielt habe. «Andreas Geistlich hat als Unternehmer und Politiker mehr als ein 100-Prozent-Pensum», erklärt sie. Zudem sei er Vater von drei heranwachsenden Söhnen. Wer seinen Sitz übernehmen wird, wollte Angelsberger gestern nicht kommunizieren. Geistlich wird laut der FDP-Präsidentin aber im Gemeinderat bleiben, bis seine Nachfolge bestimmt ist. (fni)

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