Messerstecher
Mildere Strafe für Anstifter zu Messerstecherei

Der Fall sorgte für Aufsehen. Nun steht das Urteil. Der Mittäter einer Messerstecherei in Birmensdorf kommt mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten davon.

Attila Szenogrady
Merken
Drucken
Teilen

Keystone

Der Vorfall ereignete sich im September 2008. Damals fuhr ein heute 32-jähriger Handwerker mit der S-Bahn von Zürich nach Birmensdorf und stieg dort kurz nach Mitternacht stieg aus. Auf dem Perron rammte ihm ein junger Mann ein Armeemesser in den Rücken und verletzte ihn mittelschwer. Der Angreifer und ein Komplize konnten noch am Tatort festgenommen werden.

Die Ermittlungen ergaben, dass der 21-jährige Schweizer und der 20-jährige Italiener aus Mettmenstetten bereits im Zug verbal an den Geschädigten geraten waren. Als das Duo bemerkte, dass der Handwerker den Zug verliess, übergab der Schweizer seinem Begleiter ein Messer und forderte ihn auf, den Mann draussen abzustechen, was der Italiener tat.

Täter legte umfassendes Geständnis ab

Im letzten Februar standen beide in Dietikon vor Bezirksgericht. Während der Messerstecher ein umfassendes Geständnis ablegte, versuchte der Anstifter, seinen Kopf mittels Bestreitungen aus der Schlinge zu ziehen. Das Dietiker Gericht bestrafte beide wegen versuchter schwerer Körperverletzung.

Sie kassierten teilbedingte Freiheitsstrafen von je 30Monaten. Sechs davon unbedingt. Der nicht geständige Schweizer legte Berufung ein. Am Donnerstag verlangte der Verteidiger des Schweizer Mittäters vor Obergericht einen Freispruch. Staatsanwältin Claudia Wiederkehr verlangte dagegen eine markante Straferhöhung auf dreieinhalb Jahre Freiheitsentzug.

Die Oberrichter sahen es zwar als erwiesen an, dass er seinen jüngeren Begleiter zum Angriff aufgefordert hatte. Doch sei nicht nachgewiesen, ob er eine schwere Körperverletzung zulasten des Geschädigten gewollt habe, welches lediglich die Mittäterschaft zu einer einfachen Körperverletzung mit einer gefährlichen Waffe als erfüllt betrachtete. Was zu einer erheblichen Strafsenkung auf noch 15Monate bedingt führte, für zwei Jahre auf Probe.