Dietikon

Milchkasten einmal anders: Hier zapft der Kunde die Milch selbst

Der Milchkasten von Christof Keller in der Sucheren in Dietikon läuft gut – besonders am Wochenende.

Der Milchkasten von Christof Keller in der Sucheren in Dietikon läuft gut – besonders am Wochenende.

Auf dem Hof der Familie Keller kann man noch Milch fast frisch ab Kuh kaufen. Möglich ist dies dank eines Milchautomaten. Auch andere Bauern haben das Geschäft entdeckt.

Wenn man frische Milch etwas stehen lässt, schwimmt bald Rahm obenauf. Wer in der Stadt aufgewachsen ist, hat ein solches Rahmhäubchen vielleicht noch nie gesehen. Anders ist das auf dem Land, wo man bis heute die Milch beim Bauern holen kann.

Ein bisschen Land holt auch der Bauernhof der Familie Keller in der Sucheren in die Bezirkshauptstadt Dietikon. Gegen den Einwurf von Münzen kann man dort am Automaten so viel frische Milch zapfen, wie man will. Ein Liter kostet 1.20 Franken.

Die Idee ist zwar nicht neu, wohl aber der Automat. Seit drei Wochen steht der silberne Kasten wieder vor dem Hof der Kellers. Der alte Milchautomat musste nach zehn Jahren Dienst ausgewechselt werden, sagt Christof Keller, Juniorchef des Betriebs und ältester Sohn der Familie.

Hier wird die Milch nur gekühlt

Die hier erhältliche Kuhmilch wird weder pasteurisiert noch homogenisiert. Sie wird einzig und allein auf zirka drei bis fünf Grad heruntergekühlt. Und die Milch scheint zu schmecken: «Am Wochenende läuft der Milchautomat besonders gut», sagt Keller. Unter der Woche und während den Ferien kauften weniger Leute die frische Milch. Im Grossen und Ganzen ist er aber zufrieden mit dem Geschäft.

Der Automat in der Sucheren ist derweil nicht die einzige Möglichkeit, in Dietikon an frische Milch zu kommen: Auf dem Biohof Im Basi etwa vertreiben auch Anita Triaca und Fabian Brandenberger Frischmilch und weitere Milchprodukte wie Käse und Joghurt.

Zurzeit sind sie auf der Suche nach interessierten Abnehmern für einen wöchentlichen Milchproduktekorb. Dieser bestünde aus Weich-­ und Hartkäse, Joghurt, Quark, Butter, Rahm, und eben Frischmilch. Auch in der Stadt Zürich gibt es seit 2014 Rohmilch im Viadukt zu kaufen. Hier hat Flurin Conradin mit seinem Projekt «Stadtmilch» Pionierarbeit geleistet (die Limmattaler Zeitung berichtete). (jwa)

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