Längst ist in Mika Hodels Leben der Alltag zurückgekehrt. Der 21-jährige Spreitenbacher, der beim TV Weiningen turnt, besucht seit Montag wieder die Unteroffiziersschule. Sein Zeitplan ist eng. Dabei hätte er eigentlich allen Grund, seinen Erfolg vom letzten Wochenende in Illnau zu geniessen. Dort gewann er zum dritten Mal in Folge in der Kategorie K7 und wurde dadurch zum Zürcher Kantonalmeister gekürt.

Obwohl er als Favorit in den Wettkampf ging, hatte er nicht mit diesem Erfolg gerechnet. «Ich habe in der zweiten Saisonhälfte fast nicht mehr trainiert, weil ich in den Ferien war», sagt er. «Und auch im Militär kam das Training oft zu kurz.» Deshalb habe er keine grossen Hoffnungen in den Wettkampf gesetzt. «Aber ich habe mein Bestes gegeben, und es hat für den Sieg gereicht.»

Einen weiteren Sieg gab es für die anderen Teilnehmenden vom TV Weiningen zwar nicht, doch in der Kategorie K2 holte Rafael Williner den zweiten Platz. Und in der Kategorie K7 wurde Alessia Romanelli Vierte. Den vierten Platz holte sich auch Robin Haug bei den Herren.
Doch nicht nur die Weininger waren an den Kantonalen Gerätemeisterschaften äusserst erfolgreich. Auch einige Turnerinnen und Turner von Getu Urdorf standen auf dem Podest. Am besten schnitten Laurine Minder in der Kategorie K4, Kim Kober (K6) und Lea Hartmann (K5A) mit dem jeweils zweiten Rang ab. Für Hartmann ist es gar der erste Podestplatz seit zwei Jahren. «Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet», sagt die Widenerin.

Hektische Vorbereitung

Ihre Leistung ist umso bemerkenswerter, als dass die Vorbereitung für den Wettkampf alles andere als optimal verlief. «Es war ein sehr hektischer Tag, da wir anderthalb Stunden im Stau gestanden waren», sagt Hartmann. «Normalerweise sind wir eine Stunde vor Wettkampfbeginn vor Ort. Wir hatten also kaum Zeit, uns einzuturnen, und mussten gleich ans erste Gerät.» Trotzdem gelang Hartmann ein solider Start, auch die nächsten beiden Geräte turnte sie gut. «Dann folgte der Sprung, mein nominell schwächstes Gerät», sagt Hartmann. «Ich hoffte, da nicht allzu viele Punkte zu verlieren. Doch obwohl die Sprünge sich nur in Ordnung anfühlten, scheinen sie sehr gut gewesen zu sein.» Hartmann erhielt nicht nur ihre beste Note an diesem Tag, es war gar die beste Note, die sie in dieser Kategorie am Sprung jemals erturnte.

Dass es ihr nicht zuoberst aufs Podest gereicht hat, ärgert sie nicht. «Ich habe am Wettkampf alles gegeben und in diesem Moment ging es halt einfach nicht besser», sagt sie.
Der Podestplatz bedeutet Hartmann viel. «Es ist erst mein zweiter Podestplatz überhaupt», sagt sie. Zudem sei es sehr wichtig gewesen, an den Kantonalen Gerätemeisterschaften gut abzuschneiden, da der Wettkampf auch für die Qualifikation zur Schweizer Meisterschaft zählt und Hartmann diesbezüglich etwas gutzumachen hatte. «Im letzten Wettkampf hatte ich ein Element vergessen und dadurch viel Abzug erhalten», so Hartmann. «Ich musste unbedingt ein gutes Resultat erzielen, um das letzte streichen zu können.»

Turnvereine zufrieden

Mit zwei dritten Plätzen durch Nathalie Schneider bei den Damen und Yves Strässle in der Kategorie K6 konnten die Urdorfer weitere Podestplätze erkämpfen. «Wir sind sehr zufrieden», sagt Jlva Schneider, Hauptleiterin beim Getu Urdorf. Dieser Aussage schliesst sich auch der Oberturner des TV Weiningen, Andreas Marti, an.