Dietikon
Mietvertrag gekündigt: Coworking sucht neue Bleibe

Nach etwas mehr als einem Jahr muss das Bureau.D bereits umziehen.

Alex Rudolf
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Das in einer ehemaligen Garage an der Florastrasse beheimatete Coworking sucht auf Ende November eine neue Bleibe.

Das in einer ehemaligen Garage an der Florastrasse beheimatete Coworking sucht auf Ende November eine neue Bleibe.

Zur Verfügung gestellt

Die Garage an der Dietiker Florastrasse war kaum wiederzuerkennen, nachdem die Gründer des Bureau.D im Juli vor einem Jahr ihr Coworking eröffneten. Wo früher Autos repariert wurden, dominierten fortan Designer-Möbel, Bürotische und eine Kaffeeecke. Damit ist nun aber bald Schluss. Auf ihrer Website machte der Vorstand des gleichnamigen Vereins kürzlich bekannt, dass der Mietvertrag gekündigt wurde und man nun auf der Suche nach einer neuen Bleibe sei. Schweren Herzens werde man die Florastrasse verlassen, wie Thomas Kupferschmied von Bureau.D auf Anfrage der Limmattaler Zeitung sagt. Auf Ende November, allerspätestens jedoch auf Anfang 2017, muss der Raum abgegeben werden. Die Besitzerin beanspruche die ehemalige Autogarage selber, sagt Kupferschmied.

Die Ansprüche an die neue Lokalität sind ziemlich hoch: So sollte das neue Heim des Bureau.D rund 100 Quadratmeter bieten, sich in der Nähe des Dietiker Bahnhofs befinden und im Erdgeschoss liegen.

Stadt steht hinter Bureau.D

Einer, der das Projekt von Beginn weg unterstützt hatte, ist der Dietiker Standortförderer Michael Seiler. Auch er veranstaltete mehrere Sitzungen mit Externen oder Präsentationen im Coworking, das in der Nähe des Stadthauses liegt. Auch er kennt die Anforderungen, welche die Verantwortlichen an eine neue Lokalität haben. «Ich denke, es wird schwierig, ein vergleichbares Objekt zu finden», sagt Seiler. Für ihn wäre es optimal, wenn das Bureau.D erneut ein älteres Gebäude zwischennutzen könnte. «Viele Start-ups setzen nicht nur wegen des Charmes, sondern auch wegen der günstigen Konditionen auf alte Liegenschaften», so Seiler.

Auch für Kupferschmied wäre die Zwischennutzung einer älteren Liegenschaft optimal. Doch macht er sich keine Illusionen: «Am neuen Ort möchten wir einen abgetrennten Sitzungsbereich sowie mehr Plätze anbieten», sagt er. Der Verein Bureau.D konnte seine Mitgliederzahl seit Anfang Januar dieses Jahres von 20 auf 40 verdoppeln.

Zwei mögliche Lokalitäten haben Kupferschmied und seine Kollegen bereits begutachtet. Beide liegen im neuen Dietiker Quartier Limmatfeld, wo mehrere Ladenflächen im Erdgeschoss noch unvermietet sind. «Bezüglich der Lage, wäre der Standort Limmatfeld perfekt», sagt Kupferschmied. Offen sei jedoch, ob sich der Verein dies auch leisten könne. «Die monatliche Miete, die wir in der Garage bezahlen, ist wirklich unschlagbar tief.»

Erst im Sommer 2015 lancierten die beiden Blogger und Kommunikatoren Thomas Kupferschmied und Mona Sorcelli das Bureau.D, wo tage-, wochen- oder monatsweise ein Arbeitsplatz gemietet werden kann. Ein erster Erfolg kam bereits im darauffolgenden November, als die Dietiker Credit Suisse das Projekt mit einem Lokalpreis, der mit 5000 Franken dotiert war, unterstützte. Bislang blieb das Bureau.D das einzige Coworking in Dietikon.

Schlieren bleibt Hub im Limmattal

In Schlieren gibt es derweil mehrere solcher Angebote. Bereits seit dem Jahr 2013 stellt das Coworking Limmattal an der Rütistrasse zwölf Arbeitsplätze zur Vermietung bereit. Erst im April dieses Jahres eröffnete der Verein «Start Smart Schlieren» an der Brand-, an der Rüti- sowie an der Wiesenstrasse weitere Büroräumlichkeiten, die insgesamt rund 60 neue Coworking-Arbeitsplätze in der Stadt anbieten. Ende Juni wurde dann bekannt, dass auch das Institut für Jungunternehmen (IFJ), das einen Standort in Schlieren hat, im Sony-Gebäude beim Bahnhof den «Start-up Space» mit elf Büroeinheiten mit zwischen 2 und 23 Arbeitsplätzen sowie 20 Einzelarbeitsplätze auf Monatsbasis anbietet. Gemäss der Swiss Prime Site, die neue Besitzerin der ehemaligen NZZ-Druckerei, ist im Rahmen der Umnutzung des Gebäudes auch dort geplant, unter anderem diese Form der Büros anzubieten. Daneben sollen dort ein Bildungszentrum und Räume für das Gemeinwesen sowie für Sport und Kultur entstehen.