Dietikon
Mietkindergarten soll im Sommer stehen, Miete beträgt 63 000 Franken

Der Dietiker Stadtrat beantragt beim Gemeinderat einen Kredit für einen Doppelkindergarten im Limmatfeld. Damit reagiert die Stadt auf die steigende Zahl der Kindergärtler. Die jährliche Miete kostet 63 000 Franken.

Sophie Rüesch
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In diesem Gebäude im Zedernhof sollen bald Kindergärtler toben. Die Stadt will die Räume im Erdgeschoss für jährlich 63000 Franken mieten.

In diesem Gebäude im Zedernhof sollen bald Kindergärtler toben. Die Stadt will die Räume im Erdgeschoss für jährlich 63000 Franken mieten.

Nicht nur Primarschulplätze werden im wachsenden Dietikon zur Mangelware. Mit der regen Bautätigkeit, vor allem im neuen Stadtteil Limmatfeld, ziehen auch Familien mit kleinen Kindern in die Stadt, deren Nachwuchs bereits heute oder in der nahen Zukunft Kindergartenplätze beansprucht.

Traten in den letzten zehn Jahren noch durchschnittlich je 240 Kinder in den Kindergarten ein, sollen es in den nächsten Jahren gemäss einer von Wüest & Partner erarbeiteten Studie 275 oder mehr sein. Allein im Limmatfeld dürften künftig jährlich mindestens zehn Kinder mehr ins Kindergartenalter kommen.

Miete: jährlich 63 000 Franken

Diese Zahlen präsentiert der Stadtrat in seinem Antrag an das Gemeindeparlament betreffend Doppelkindergarten im Limmatfeld. Um dem Bevölkerungswachstum gerecht zu werden, soll der Gemeinderat einen Mietvertrag für Kindergartenräume im Zypressenhof genehmigen.

Nun stehen auch die Konditionen fest: Der Mietzins würde – ohne Nebenkosten – jährlich rund 63 000 Franken betragen. Zudem soll das Parlament für den Ausbau der Räume, die im Rohbau übernommen werden, einen Kredit in der Höhe von 625 000 Franken bewilligen.

Der Mietvertrag zwischen der Stadt und der Rapid M+F Services AG soll bereits ab dem 1. März 2014 gelten, damit der Kindergarten schon nach den Sommerferien bezugsbereit ist. Der Vertrag soll für eine feste Mietdauer von 15 Jahren geschlossen werden, mit der Option, ihn zu den gleichen Konditionen zweimal um weitere fünf Jahre zu verlängern.

Im Vertrag enthalten sind eine rund 300 Quadratmeter grosse Fläche im Erdgeschoss des Geschäftshauses an der Heimstrasse 14, 16 und 18 sowie ein rund 320 Quadratmeter grosser Aussenraum zur exklusiven Nutzung.

Im Doppelkindergarten sollen ein grosser Klassenraum, ein Gruppenraum, ein Materialraum sowie ein Zimmer mit Kochzeile Platz finden. Im Hof sind eine Rasenzone, eine Hartfläche und eine Pergola mit Spiel- und Klettergeräten sowie einem Sandhaufen vorgesehen. Der westliche Teil soll zudem rollstuhlgängig werden.

Weil die Stadt noch Innenausbauten vornehmen muss, gewährt ihr die Vermieterin eine Mietzinsreduktion: Bis Juli 2014, also kurz bevor der Kindergarten in Betrieb genommen werden soll, muss die Stadt ein Viertel weniger Miete zahlen.

Noch ausgebaut werden müssen etwa die Sanitärbereiche, die Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie die elektrische Infrastruktur. Ausserdem müssen Schreinerarbeiten vorgenommen, Inventar angeschafft und Honorare für den Planungs- und Bauprozess bezahlt werden.

Der beantragte Kredit beinhaltet noch nicht die gesamten Kosten des auf insgesamt 690 000 Franken geschätzten Projekts. Um möglichst zügig vorwärtszukommen, wird der Kredit gestaffelt beantragt. Genehmigt der Gemeinderat die vorliegende erste Kredittranche, obliegt die Bewilligung der restlichen 65 000 Franken dem Stadtrat.

Bedarf an Kindergärten gedeckt

Der Doppelkindergarten im Zypressenhof soll den sich zurzeit im Bau befindenden Einzelkindergarten in der Überbauung der Schächligenossenschaft ergänzen. Mit diesen beiden Projekten wäre der Bedarf an städtischen Kindergartenplätzen gemäss Wüest & Partner fürs Erste gedeckt.

Deren Studie prognostiziert, dass ab dem kommenden Schuljahr zu den bestehenden drei zusätzliche Kindergärten benötigt werden. Mit neuen Einheiten in Zypressenhof und Schächli-Überbauung soll auch der temporäre Wegfall des Kindergartens Guggenbühl kompensiert werden können.

Der Stadtrat zieht sogar in Betracht, dass der neue Kindergarten im Limmatfeld in seinem ersten Betriebsjahr nicht voll ausgelastet sein wird, was zu einer Vergrösserung des Einzugsradius führen könnte.

Weil sich der Stadtrat für die neuen Quartiere den Zuzug von Familien mit Kindern wünscht, will er dies jedoch in Kauf nehmen.

Denn wo es freie und gut erreichbare Kindergartenplätze gibt, lassen auch die Familien nicht lange auf sich warten. Zudem ist eine alternative Nutzung der Räume, zum Beispiel als Hort, vertraglich gesichert, so der Stadtrat.

Bewilligt das Parlament den Antrag und wird gegen den Beschluss kein fakultatives Referendum ergriffen, ist für genügend Kindergartenplätze in nächster Zeit also gesorgt.

Weiterhin ungelöst bleibt derweil das Problem, in welchem Schulhaus die Kinder aus dem Limmatfeld nach dem Austritt aus dem Kindergarten unterrichtet werden sollen.

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