Birmensdorf

Michael Elsener: Heiteres ums Klauen und Kopieren

Der Zuger Michael Elsener in Birmensdorf.  christian murer

Der Zuger Michael Elsener in Birmensdorf. christian murer

Der Zuger Jungkabarettist Michael Elsener war in Birmensdorf mit «copy & paste» im Gemeindezentrum zu Gast. Er sorgte für einen humorvollen Abend mit vielen Lachern.

Da steht er auf der weit ausladenden Bühne des Gemeindezentrums Brüelmatt: Michael Elsener, der 25-jährige Shootingstar der Schweizer Kabarettszene aus Zug. Ihm genügen ein Stuhl, ein Head-Mikrofon, ein paar gewöhnliche Jacken sowie eine schwarze Brille, um abendfüllend einen vollen Saal bestens zu unterhalten.

Aktueller könnte sein neustes Programm «copy & paste» nicht sein. Denn: Heutzutage wird ja beinahe alles kopiert: Uhren, Mode, Medikamente, Kunst, Musik – ja sogar Doktorarbeiten. Dies geschieht meistens hemmungslos, aber klammheimlich.

Michael Elsener hingegen vervielfältigt im hellen Rampenlicht, und zwar sehr präzise und witzig. Der jugendlich wirkende Komiker mimt talentiert spannende Figuren und spielt temporeich freche Parodien und pointierte Geschichten.

Humor mit Niveau

In der Tat: Wenn Moritz Leuenberger, Roger Federer und Kurt Aeschbacher zusammen auftreten und dabei nur eine Person auf der Bühne steht, dann heisst diese Person Michael Elsener. Der sympathische Lockenkopf versteht es ausgezeichnet, bekannte Menschen im fliegenden Wechsel zu parodieren.

Sein Humor hat Niveau. Damit erntet er Lacher um Lacher. Der Zuger ist ein exzellenter Verwandlungskünstler. Sei es, dass er in die Rolle der schüchternen Röbi schlüpft und damit Emil Steinberger liebevoll grüssen lässt.

Oder er parodiert den Biologen Andreas Moser, der über das Verschwinden der Eisbären doziert. Und würde man einen Rumänen mit einem Aargauer kreuzen, so hätte man einen Typen, der zwar ein Auto klauen, es aber nicht fahren könne.

Neue Drogenlieder

Michael Elsener greift politische Sujets auf und an. Und er thematisiert Brisantes und trifft dabei nie unter die Gürtellinie. Mit seinem rund zweistündigen Auftritt beweist der studierte Politwissenschafter und Publizistiker Durchhaltevermögen.

So brilliert er am Schluss mit seiner eigenen Version von bekannten Schweizer Hits, die er neu zu einem Hanf Medley wie «Ich han es Jointli aazündt und das hät e Schiibe gäh», «Chumm mach mich High» oder «Koks so wiiss wie Schnee» uminterpretiert.

Aussagekräftig verabschiedet er sich schliesslich: «Ihr wart ein super Publikum, das sag ich nicht einfach so – das sag ich immer.» Sprichts und geht ab von der Bühne.

Unter den Zuschauern weilte auch eine sechste Klasse aus dem Schulhaus Feld in Urdorf. «Ich finde ihn mega lustig», sagte eine Schülerin nach dem Auftritt. Am besten habe ihr die Parodie von Kurt Aeschbacher gefallen.

Und ein Mitschüler meinte: «Ich finde es super, wie er die Leute so lustig nachmacht.» Ihm habe die Nummer mit Bostic Besic sehr gut gefallen. «Für mich waren ganz klar die Parodien von Aeschbacher und Leuenberger die Highlights des Abends», ergänzte Margrit Ryffel, welche die Vizepräsidentin Heidi Thüring vom Kulturkreis Birmensdorf vertrat.

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