Schlieren
Menschen mit Behinderung haben die Unterführung in ein Kunstwerk verwandelt

Die Goldschlägi-Unterführung ist dank motivierten Künstlern mit Behinderung farbenfroher geworden.

Ly Vuong
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Kunst an der Mauer Schlieren
8 Bilder
Simone Marx hat das Bild fuer die Mauer entworfen und ist Gruppenleiterin Beschaeftigung - hier im Gespraech
Einweihung der Kunst an der Mauer - im Bild Solvita Geschaeftsfuehrer Martin Ritter und zwei der Kuenstlerinnen
Das sind die 25 Kuenstler der Stiftung Solvita
Die bemalte Mauer und die verantwortlichen Kuenstler
Im Bild Stadtpraesident Toni Bruehlmann INSOS Geschaeftsfuehrerin Jolanda Loetscher und Stiftung Solvita Geschaeftsfuehrer
2 Gibt man sich die Hand erhalten gesichtslose Menschen Gesichter
1 Menschen ohne Gesichter sind die anonyme Gesellschaft - darunter hat es bunte Menschen - Menschen die anders sind

Kunst an der Mauer Schlieren

Ly Vuong

In unterschiedlichen Türkistönen drohen gesichtlose Menschen im hellblauen Hintergrund zu versinken. Dazwischen heben sich einige lächelnde, bunte Figuren aus der Masse hervor – sie stellen Menschen mit Behinderung dar. In der Mitte trifft man sich und gibt sich die Hand – durch diese Begegnung erhalten die anonymen Gestalten ein Gesicht. Das Kunstwerk verleiht nun der 42 Meter langen Mauer der Goldschlägi-Unterführung in Schlieren mehr Leben.
Die Idee zum Bild lieferte Simone Marx, Gruppenleiterin Beschäftigung der Stiftung Solvita.

Eine Unterführung verbinde zwei Seiten, da sei ein solches Sujet naheliegend gewesen, so Marx. Das Werk entstand im Rahmen der Aktion «Kunst an der Mauer» zum 90-jährigen Jubiläum der Zürcher Sektion des Nationalen Branchenverbands der Institutionen für Menschen mit Behinderung. Man wolle mit dieser Kunstaktion ein Zeichen setzen, welches Bestand habe und Andersartigkeit sichtbarer und selbstverständlicher mache, sagte Geschäftsführerin Jolanda Lötscher gestern am Übergabe-Apéro.

Begleitet von Mitarbeitenden der Stiftung Solvita in Urdorf bemalten 25 Personen mit Behinderung die Mauer bei der Goldschlägi-Unterführung innert drei Wochen, erzählt Martin Ritter, Geschäftsführer der Stiftung Solvita. Einen Auftrag zu haben und draussen zu arbeiten, sei etwas Schönes, sagt eine der Künstlerinnen vor Ort. Die positiven Reaktionen der Passanten habe die Künstler motiviert. Ein vorbeispazierender Schüler habe gesagt, er hoffe, dass das Bild nicht verschmiert werde, erinnert sich Betreuerin Brigitte Deflorin.

Offenes Ohr bei der Stadt

Nicht nur Passanten begegneten den Künstlern mit Offenheit. Schlieren engagiere sich seit Jahren für die Unterstützung von Menschen mit Behinderung, sagte Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin gestern. Zudem habe Kunst im öffentlichen Raum in der Stadt eine Tradition, weshalb die Stadtverwaltung bei dieser Kunstaktion gleich zugesagt habe. Brühlmann verkündete zudem eine frohe Botschaft: Weil das Zentrum von Verkehr entlastet wird, gewinne die Unterführung an Wichtigkeit. So werde auch das Kunstwerk mehr Aufmerksamkeit erhalten.