Mein Ding: Trachten
«Ich habe sicher 100 Trachten genäht»: Margrit Roth ist seit 1982 bei der Trachtengruppe Weiningen dabei

Die Weiningerin kennt die Eigenheiten der Limmattaler Trachten, hat sich aber auch mit den anderen im Kanton Zürich eingehend befasst. Sie hofft, dass sie mit der Trachtensinggruppe, die sich nun dem Schlieremer Trachtenchor angeschlossen hat, bald wieder auftreten kann.

Carmen Frei
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Margrith Roth trägt die Weininger Festtagstracht. Die Chrällelistickerei auf dem Brusttuch unterscheiden sie von den anderen Limmattaler Trachten.
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Die Brosche, die zur Tracht gehört, wurde von einem Weininger Goldschmied entworfen und gefertigt.
Im heimischen Garten kann sie die Festtracht gut präsentieren. Sie hofft, auch mit der Trachtensinggruppe bald wieder auftreten zu können.

Margrith Roth trägt die Weininger Festtagstracht. Die Chrällelistickerei auf dem Brusttuch unterscheiden sie von den anderen Limmattaler Trachten.

Britta Gut

«Bei der Tracht ist alles handgemacht», sagt Margrit Roth. Sie trägt die Weininger Festtracht. «Sie erkennt man am Brusttuch mit den Trauben», erklärt Roth. Neben der Festtracht gebe es noch die Sonntags- und die Werktagstracht. Roth weiss, wovon sie spricht: Seit 1982 ist sie in der Trachtengruppe Weiningen, welche die Schweizer Volkskultur pflegt und als Chor gemeinsam Volkslieder singt. Mittlerweile amtet sie als deren Präsidentin. Sie war ausserdem die Vertretung der Kantone Zürich und Schaffhausen in der Schweizerischen Trachtenvereinigung.

Die Weiningerin befasst sich schon lange eingehend mit Trachten. Die gelernte Schneiderin liess sich zur Trachtenschneiderin weiterbilden. Als solche war sie in der kantonalen Trachtenkommission für Trachtenfragen und Materialbeschaffung für die Kantone Zürich und Schaffhausen zuständig. «Ich habe sicher 100 Trachten genäht», schätzt sie. Vor zwei Jahren habe sie zuletzt eine geschneidert. «Ich mache auch ab und zu noch neue Blusen oder ersetzte Schossen», sagt Roth. Zudem flicke sie Trachten aller Art.

Auch in der Schule stiessen die Trachten auf Interesse

Roth gab 38 Jahre Handarbeitsunterricht, davon 33 Jahre an der Primarschule und der Oberstufe Weiningen. Die Trachten und Trachtenarbeiten in ihrem Schulzimmer stiessen bei den Schülerinnen oft auf grosses Interesse. Dies führte dann zur Frage, ob sie eine Kindertracht ausgeliehen bekämen. Den Wunsch erfüllte Roth jeweils mit grosser Freude. «Mit einigen von ihnen stehe ich bis heute in Kontakt», sagt die 70-Jährige.

Roth war auch am Buch beteiligt, das die Zürcher Trachtenvereinigung 2003 herausgab. Darin werden die Trachten aus dem Kanton Zürich und dem Kanton Schaffhausen vorgestellt. Die Weininger Tracht zeichne die Chrällelistickerei am Brusttuch aus, erklärt Roth. «In Weiningen haben wir eine eigene Brosche, die uns ein Weininger Goldschmied entworfen und gefertigt hat.»

Die Mitgliederzahlen führte zum Zusammenschluss mit Schlieren

Die Weininger Festtracht wurde anlässlich der Gründung der Trachtengruppe Weiningen 1936 kreiert. «Es handelt sich um eine Ableitung der Wehntalertracht, die schon im 17. und 18. Jahrhundert getragen wurde», sagt Roth.

Wie in vielen Vereinen schwanken die Mitgliederzahlen. «Trotz Bemühungen ist es uns nicht gelungen, neue Mitglieder zu finden», sagt Roth. Deshalb haben sich die Sängerinnen der Weininger Trachtengruppe nun zum Singen dem Trachtenchor Schlieren angeschlossen. «Jetzt sind wir eine Verstärkung für Schlieren und hoffen, dass wir ab den Herbstferien wieder singen dürfen», sagt Roth. «Vor zwei Jahren haben wir zusammen ein Adventskonzert einstudiert und in den Kirchen in Schlieren und in Weiningen vorgetragen.»

Der Trachtenchor verfügt über ein grosses Repertoire. «Wir pflegen Volks- und Heimatlieder in allen vier Landessprachen», sagt Roth. In Altersheimen oder bei Konzerten seien ausserdem immer einige Lieder im Programm, bei denen das Publikum mitsingen kann. Roth findet:

«Es macht Freude zusammen zu singen.»

Sie hofft, dass der Trachtenchor Schlieren 2023 am Eidgenössischen Trachtenfest in Zürich mit dabei ist. «Wir freuen uns auf dieses farbenfrohe, fröhliche Fest», sagt sie.