Schlieren
«Sie ist die kleine Schwester des Kirchenfensters»: Beat Rüst hat die Tiffany-Glaskunst zu seinem Hobby gemacht

Vor vier Jahren hat der ehemalige Lehrer begonnen, mit farbigem Glas zu arbeiten. Inzwischen schmücken bereits einige farbige Stücke sein Zuhause in Schlieren.

Carmen Frei
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Die Lampe ist Beat Rüsts neustes Projekt. Es ist erst seine zweite und eines der wenigen dreidimensionalen Werke.
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Der Papadu – eine Mischung aus Papagei und Kakadu – fühlt sich in Beat Rüsts Garten in Schlieren wohl.
Umgeben von einem grünen Glasblatt hängt auch ein weiteres Exemplar bei Rüst zuhause.
Beat Rüst zeigt einen Fisch in seinem Lebensraum auf einem weiteren Fensterbild aus Glas.
Die verschiedenen Stücke schneidet Rüst einzeln vor und sie müssen gut aufeinanderpassen. Rüst variiert dabei auch gerne mit verschiedenen Farbtönen.
Laut Beat Rüst ist die Glaskunst kein teueres Hobby - er könne sich aber lange damit verweilen.

Die Lampe ist Beat Rüsts neustes Projekt. Es ist erst seine zweite und eines der wenigen dreidimensionalen Werke.

Severin Bigler

Beat Rüst hält das farbige Glasstück gegen das Licht, das durch das Fenster seines Hobbyraums dringt. «Das Glas muss ich bei Tageslicht aussuchen», erklärt der 65-Jährige. Es habe sich nicht bewährt, die Auswahl bei schlechtem Licht zu treffen.

Vor etwa vier Jahren hat Rüst mit der Tiffany-Glaskunst begonnen. «Ich war immer fasziniert von Farben und Kirchenfenstern», sagt er. «Tiffany-Glaskunst ist die kleine Schwester des Kirchenfensters.»

Ein farbiges «Gsellenstück» und mehrere Papadus

Er habe dann an einem Kurs teilgenommen auf dem Sternenberg bei Christoph Käsermann. «Ich war zwei Tage dort und habe auch dort übernachtet.» Nach Hause genommen hat der Schlieremer sein «Gsellenstück», wie er es nennt – eine farbige, verspielte Laterne aus verschiedenen Glasstücken.

Sonst fertige er eher flache Objekte aus Glas, sagt er. Die Werke hängen bei ihm im Haus, im Garten oder werden verschenkt. «Ich habe schon einen Papadu gemacht, das ist eine Mischung aus einem Papagei und einem Kakadu», sagt Rüst. Der Vogel ist bei ihm zu Hause gleich mehrfach vertreten.

Im Hobbykeller arbeitet er mit seiner Glasauswahl

Für sein Hobby hat Rüst sich in seinem Keller eingerichtet und ein altes Pult umgebaut. «Ich habe ein Teil herausgeschnitten und eine Glasplatte eingefügt, die man von unten beleuchten kann», erklärt er.

Rüst demonstriert, wie er vorgeht. «Auf dem Glas zeichne ich zuerst mit einem wasserlöslichen Hellraumprojektor-Filzstift die Form vor. Dann fahre ich mit dem Glasschneider der Form nach. Mit einer speziellen Zange breche ich dann das Glasstück ab.»

In seinem Bastelraum hat er ein Diamantschleifgerät, um die Ränder zu verfeinern. Sind die Glasstücke in der richtigen Form, kommt ein Klebeband mit einer Kupferschicht hinzu. Schliesslich werden die Stücke mit einem Zinn-Blei-Gemisch zusammengelötet.

«Die Arbeit verursacht keinen Lärm und keinen Staub»,

sagt Rüst. Es sei auch kein teures Hobby. Er zeigt auf seine Ausrüstung und die Glasauswahl. «Alles hier kostet etwa 2000 Franken», sagt er. Damit könne er sich nun 500 Stunden verweilen.

Dreidimensionale Werke sind herausfordernd

Sein aktuelles Projekt ist eine Lampe aus Glas. Es sei erst seine zweite. «Ich hatte einfach wieder einmal Lust, etwas Dreidimensionales zu machen», sagt Rüst. Die Arbeit für eine Lampe sei schwieriger als bei Fensterbildern. «Die Erscheinung der Farben verändert sich durch das künstliche Licht», erklärt er.

Gebastelt und gewerkt hat Rüst schon immer gerne.

«Ich war nie ein Ungeschickter mit den Händen»,

sagt er. Früher habe er für das Magazin «Wir Eltern» gearbeitet. «Ich habe jeweils etwas hergestellt und dann die Bauanleitung dazu geschrieben», sagt er.

Inzwischen bastelt er noch als Hobby oder mit seinen Enkeln. «Mein älterer Enkel ist jetzt acht Jahre alt. Wir haben eine Seilbahn aus Holz miteinander hergestellt», sagt Rüst. Der Enkel habe auch schon nach dem Glas gefragt. Aber für die Arbeit damit sei er im Moment noch zu jung.

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