Mein Ding: Tennis
Ohne Racket und Filzball könnte er nicht leben: Cameron Bleach spielt seit seiner Kindheit leidenschaftlich gerne Tennis

Der Australier ist vor knapp fünf Jahren der Liebe wegen in die Schweiz gekommen. Nun wohnt er in Dietikon und schlägt die Tennisbälle beim Tennisclub Geroldswil übers Netz. Als Tennistrainer gibt er zudem sein Wissen an seine Schülerinnen und Schüler weiter.

Carmen Frei
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Der Tennisschläger gehört bei ihm einfach dazu: Cameron Bleach spielt Tennis, seit er zehn Jahre alt ist.
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Beim Training im Tenniscenter Urdorf zeigt er, was er draufhat. Der gebürtige Australier arbeitet auch als Tennistrainer.
Seine Erfahrung im Tennis teilt er gerne auch mit seinen Schülerinnen und Schülern. «Ich mag es, Wissen weiterzugeben», sagt er.
Cameron Bleach selbst spielt im Tennisclub Geroldswil Interclub in der Herrenmannschaft 35+.
«Beim Sport lernt man, mit dem Gewinnen, aber auch mit dem Verlieren, umzugehen», sagt der Dietiker. Das bringe einem auch im Berufsleben viel.

Der Tennisschläger gehört bei ihm einfach dazu: Cameron Bleach spielt Tennis, seit er zehn Jahre alt ist.

Severin Bigler

«Wir haben gleich um die Ecke eines Tennisklubs gewohnt und meine ganze Familie spielte Tennis», sagt Cameron Bleach. Der Australier ist in Melbourne aufgewachsen. «Ich habe im Alter von zehn Jahren mit Tennis begonnen», sagt er. In seiner Jugend ging er dreimal pro Woche zum Training, spielte als Junior erfolgreich Tennis, gewann viele Turniere und war auf nationaler Ebene erfolgreich.

Mit 16 Jahren habe er letztendlich gemerkt, dass es nicht für eine professionelle Tenniskarriere reiche. Später ging er an die Universität, danach arbeitete er in der Finanzbranche. Dem Tennis aber blieb er treu: Er war immer wieder Teilzeit als Trainer tätig.

«Ich liebe Tennis und Tenniscoaching»,

sagt er. «Ich mag es, Wissen weiterzugeben.» Wenn sich seine Schülerinnen und Schüler verbesserten und Turniere gewannen, war er zufrieden und stolz auf ihre Leistungen. Auch heute teilt er sein Wissen gerne und hilft Kindern und Erwachsenen, ihr Tennis zu verbessern.

Ein Sport für alle Altersklassen

Viermal pro Woche gibt Bleach in Urdorf Unterricht, einmal pro Woche trainiert er allein, unter anderem in Urdorf, um fit zu bleiben. Beim Tennisclub Geroldswil spielt er zudem Interclub in der Herrenmannschaft 35+. «Wir spielen Einzel und Doppel, gehen danach aber auch noch mit dem Gegner essen», sagt Bleach. Im Mai und Juni finden fünf Begegnungen statt, die Gegner werden von Swiss Tennis zugelost. Die Teams spielen in verschiedenen Gruppen und Ligen gegeneinander, ähnlich wie bei einer Meisterschaft im Fussball. Swiss Tennis führt auch während des Jahres regelmässig Turniere durch. «Von 7 bis 65 kann man im Tennis Turniere spielen», sagt Bleach.

Beim Tennis könne man auch einiges fürs Berufsleben mitnehmen. «Beim Sport lernt man, mit dem Gewinnen, aber auch mit dem Verlieren, umzugehen», sagt der Dietiker. Aktuell unterrichtet er als Trainer beim Tennisclub Geroldswil. Die Tennisterminologie kennt er inzwischen auch auf Deutsch sehr gut und er verbessert seine Deutschkenntnisse stetig. Einige Eltern von Schülerinnen und Schülern hätten ihn bereits gefragt, ob er den Kindern neben Tennis auch Englisch beibringen könne.

Ob in Australien oder der Schweiz – Hauptsache es gibt Tennis

Vor knapp fünf Jahren ist Bleach in die Schweiz zu seiner Frau gezogen. Die gebürtige Aargauerin ist im Vorstand des Tennisclubs Geroldswil. Getroffen haben sie sich in seiner Heimatstadt Melbourne. Inzwischen haben sie einen dreijährigen Sohn und wohnen in Dietikon. Es sei schon eine ganz andere Welt hier als in Australien, sagt Bleach.

«Ich kann überall leben, solange es dort Tennis und Sport gibt»,

meint er aber. Ausserdem gebe es in der Schweiz überhaupt viele Möglichkeiten, auch später für seinen Sohn.

Ein Besuch in Australien ist im Moment nicht möglich

Trotzdem ist die Situation mit Corona für Bleach aktuell schwierig, da Australien bei der Pandemiebekämpfung einen harten Kurs fährt. «Melbourne ist sehr streng mit den Regeln», sagt er. Seine Familie in Australien kann er derzeit nicht besuchen.

In seinem Heimatland ist er nicht der einzige Tennisbegeisterte. Der Sport sei in Australien sehr populär, aber auch in der Schweiz wegen Grössen wie Martina Hingis und Roger Federer, meint Bleach.

«Ein weiterer Grund, die Schweiz zu lieben.»

Über den Sport habe er auch schon viele Freundschaften geschlossen. «Er ist ideal, um Leute aus verschiedenen Kreisen zu treffen», sagt Bleach. Und es sei gerade in der heutigen Zeit, in der viele nur noch am Smartphone, vor dem Fernseher oder Computer sässen, wichtig, mit Leuten in Kontakt zu kommen.

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