Mein Ding: Orgelmusik
«Ich arbeite rund um die Uhr an Orgelfassungen»: Miklós Árpás hat in der Orgelmusik seine Berufung gefunden

Als Organist der Reformierten Kirche Uitikon spielt er klassische Orgelwerke, improvisiert aber auch gerne. Wenn der Musiker nicht an der Orgel sitzt, bearbeitet er für sein liebstes Instrument grosse Werke von früher und heute.

Carmen Frei
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Miklós Árpás ist seit Beginn des Jahres 2021 Organist in der reformierten Kirche Uitikon.

Miklós Árpás ist seit Beginn des Jahres 2021 Organist in der reformierten Kirche Uitikon.

Carmen Frei

Eigentlich war Miklós Árpás ein fauler Klavierschüler, wie er selbst sagt. Aber als der gebürtige Ungar im Alter von 14 Jahren Werke von Bach auf der Orgel hörte, war es um ihn geschehen. «Danach wollte ich Organist werden», sagt der heute 60-Jährige.

Er übte in jeder freien Minute an der Orgel, besuchte nach dem Gymnasium das Béla-Bartók-Konservatorium in Miskolc in Nordungarn und schloss in Salzburg an der Musikhochschule Mozarteum sein Orgelstudium ab. Später zog es ihn in die Schweiz. Seit Anfang Jahr ist er nun Organist der Reformierten Kirchgemeinde Uitikon.

Die Bearbeitung für Orgel hat es ihm angetan

Doch das ist nicht alles. «Ich arbeite rund um die Uhr an Orgelfassungen nach grossen Meistern der Musikgeschichte, denen der Zugang zum Instrument Orgel durch diverse Umstände verwehrt wurde», sagt er. «Das Bearbeiten ist die schönste Tätigkeit, die man sich vorstellen kann.» Er mache dies bewusst auch für die kommenden Generationen.

Er spiele viele Werke auf der Orgel, die nicht für das Instrument geschaffen worden seien, wie beispielsweise Jazz, Klavierkonzerte von Brahms oder Opern. Viele seiner Orgelbearbeitungen sind bereits in sieben Heften beim Verlag Müller und Schade in Bern erschienen. Das grösste Kompliment für ihn sei, wenn man nicht höre, dass das von ihm gespielte Werk eine Bearbeitung ist.

Mut und Musik im Kopf

Es brauche Mühe und Mut, ein Stück, das nicht für die Orgel geschrieben worden sei, in die Orgelsprache zu übersetzen.

«In Uitikon habe ich im Pfarrteam Leute gefunden, die meine Bemühungen schätzen. Das ist nicht selbstverständlich.»

Es sei auch wichtig, dass er sich mit dem Pfarrer verstehe. «Für mich ist es manchmal schwierig, im Voraus zu sagen, was ich im Gottesdienst spiele», sagt Árpás. Er habe alles im Kopf und entscheide sich oft erst während der Predigt.

Árpás wohnt in Oberägeri. Der lange Arbeitsweg stört ihn aber nicht. «Ich kann auf dem Weg zwei CDs hören», meint er. Árpás beschäftigt sich immer mit Musik. So sinniert er auch über die Werke von Bach. «Bei ihm findet man die Zahlensymbolik überall», sagt der Musiker. Bach habe seinen Namen in Zahlen in seinen Kompositionen versteckt. Seit er dies entdeckt hat, fallen ihm die Kombinationen in Bachs Werken auf. Er hat auch bereits Abhandlungen darüber geschrieben.

Weltweit an der Orgel unterwegs

Árpas besucht ausserdem immer wieder Meisterkurse. Nach einem solchen bei Organist Jean Guillou sei er von diesem nach Paris eingeladen worden. «Ich durfte auf seiner traumhaften Orgel in der Pfarrkirche Saint-Eustache mehrere Konzerte spielen. Er war mein grösstes Vorbild», erklärt Árpás.

Er habe schon viele Konzerte weltweit gegeben – auch in der Kathedrale Notre-Dame, und das noch kurz vor dem Brand.

«Ich habe das ganze Konzert auswendig gespielt. Das werde ich nie vergessen, das war eine irrsinnige Ehre.»

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