Mein Ding: Naturschutz
Er setzt sich für Pflanzen und Tiere in Schlieren ein: Richard Oesterreicher ist im Vogel- und Naturschutzverein Schwalbe aktiv

Neben seiner Mitgliedschaft im Vogel- und Naturschutzverein hat Richard Oesterreicher einen Familiengarten im Betschenrohr. Zudem wandert und fischt er leidenschaftlich gerne.

Virginia Kamm
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Der Schlieremer Haselmoosweiher ist für Richard Oesterreicher ein besonderer Kraftort.

Der Schlieremer Haselmoosweiher ist für Richard Oesterreicher ein besonderer Kraftort.

Sandra Ardizzone

Seit gut zehn Jahren ist Richard Oesterreicher im Schlieremer Vogel- und Naturschutzverein Schwalbe aktiv. Als Verantwortlicher für praktischen Naturschutz und Kassier hilft er mit, verschiedene Projekte zu realisieren. Der Verein mit 80 Mitgliedern pflegt zum Beispiel den Haselmoosweiher im Schlieremer Wald, der für Oesterreicher ein besonderer Kraftort ist. Zudem hängen die Mitglieder Vogelhäuschen auf oder bauen Bienenhotels. Oesterreicher ist ausserdem schon seit 38 Jahren Mitglied im Familiengartenverein Betschenrohr, den er zehn Jahre lang präsidierte. «Mir geht das Herz auf, wenn ich einen schönen Vogel oder ein fliessendes Bächlein sehe», sagt der 71-Jährige, der eine eigene Gebäudereinigungsfirma hatte.

Zurzeit setzt sich der Schlieremer dafür ein, dass für die Gärten im Betschenrohr ein Ersatzstandort gefunden wird. Für ein Renaturierungsprojekt an der Limmat soll die Hälfte der knapp 360 Gärten nämlich weichen. Oesterreicher ist es wichtig, sich für den Naturschutz, aber auch für die Leute einzusetzen. Er will zum Beispiel, dass Feuerstellen bestehen bleiben. «Man kann den Leuten nicht einfach alles wegnehmen», sagt er. Sein Hobby ist zwar zeitaufwendig, gehört für ihn aber zum Alltag: Immer wieder ist er damit beschäftigt, mit Vereinsmitgliedern oder Gleichgesinnten Pflanzen einzusetzen, Fledermauskästen oder Unkenwannen aufzustellen sowie Neophyten oder Brombeeren zu jäten. Zudem wandert er leidenschaftlich und hat seit 18 Jahren eine Fischpacht.

Er setzt sich für die Zukunft seiner Enkel ein

Oesterreicher hat früh eine Verbundenheit zur Natur gespürt: «Als Bub bin ich regelmässig fischen gegangen», erzählt er. Schon damals habe er sich an der Gewässerverbauung gestört. Die Erkenntnis, dass unsere Gewässer immer wärmer werden und dadurch immer weniger Fische darin leben, habe ihn dazu bewegt, sich im Naturschutz zu engagieren. «Mir tut es weh, zu sehen, dass immer mehr Natur zubetoniert wird, besonders im Limmattal», sagt er. Auch Pestizide im Trinkwasser und im Boden bereiten Oesterreicher Bauchschmerzen. Unter anderem für die Zukunft seiner Enkel möchte er dagegen ankämpfen.

Oesterreichers Highlight mit dem Vogel- und Naturschutzverein Schwalbe war eine zehntägige Reise nach Polen vor vier Jahren. «Wir haben etwa 120 verschiedene Vogelarten gesehen, Wildschweine und Biber beobachtet und auch Historisches angeschaut», sagt er. Ein Höhepunkt seien zudem die Übernachtungen in einem Holzhotel mitten im Naturschutzgebiet gewesen. Eine weitere Reise wäre 2020 geplant gewesen, dieses Mal wahrscheinlich in die Karpaten. Der Verein will diese nachholen, sobald es die Coronasituation wieder erlaubt.

Ein nächstes Projekt ist für Oesterreicher die Renaturierung des Schlieremer Rietbachs. Er will diese ganzheitlich weiterführen, damit der für die Limmat wichtige kühle Zufluss einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt wieder als Lebensraum dienen kann. Das Wasser sei im Sommer zehn Grad kälter als jenes der Limmat und dadurch bedeutsam für Salmoniden. Bisher sei nur ein Teil renaturiert worden, sagt er. Für Oesterreicher ist klar: «So lange ich noch die nötige Energie habe, will ich mich weiterhin im Naturschutz engagieren.»