Mein Ding: Modellbau
2000 Stunden Arbeit: Seit 1997 baut Martin Müller an seiner Modelleisenbahn

Der Dietiker hat Freude an den vielen unterschiedlichen handwerklichen Herausforderungen. Alleine um die Gleise zu legen, hat er mehrere Winter investiert.

Virginia Kamm
Merken
Drucken
Teilen
Seit 1997 arbeitet Martin Müller aus Dietikon an seiner Modelleisenbahn.
8 Bilder
25 Züge fahren auf den insgesamt 260 Meter langen Gleisen.
110 Häuschen haben Martin Müller, sein Bruder und sein Vater bereits aufgebaut.
Martin Müller hat schätzungsweise schon 2000 Stunden in den Bau seiner Modelleisenbahn investiert.
Bei den Landschaften handelt es sich um Fantasiewelten. Inspiration dafür holt sich Martin Müller auch gerne in der Natur.
Müller gefällt es, dass der Bau der Modelleisenbahn so viele verschiedene handwerkliche Tätigkeiten vereint.
Martin Müller ist bei der Modelleisenbahn für das Technische zuständig, so zum Beispiel für die Programmierung der Züge.
«Ich möchte den Zügen zwei Stunden lang zuschauen können, ohne dass es zweimal zur gleichen Begegnung kommt», sagt Müller.

Seit 1997 arbeitet Martin Müller aus Dietikon an seiner Modelleisenbahn.

Chris Iseli

Seit 1997 baut der Dietiker Martin Müller an seiner Modelleisenbahn. Schätzungsweise 2000 Stunden hat er bereits investiert. Die Modelleisenbahn mit 25 Zügen, 260 Metern an Gleisen, 90 Weichen und 110 Häuschen, baut er im Keller seines Elternhauses gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder. «Die technischen Herausforderungen beim Bauen machen mir viel Spass», sagt der 59-Jährige. Zudem gefalle es ihm, dass so viele verschiedene handwerkliche Tätigkeiten in den Modellbau einfliessen.

Zu seinem Hobby ist Martin Müller durch seinen Vater gekommen. Bei dessen Pensionierung war die Familie auf der Suche nach einer Beschäftigung für ihn während der Wintermonate, wenn er nicht im Garten arbeiten kann. «Schon als Kind haben mein Bruder und ich mit unserem Vater Modellfahrzeuge gebaut», erzählt Martin Müller. So sei dann die Idee der Modelleisenbahn aufgekommen.

Martin Müller ist beim Bau der Modelleisenbahn vor allem für das Technische zuständig. Die Züge fahren mit Hilfe eines Computerprogramms. «Ich habe etwa 400 Stunden alleine für das Programmieren der Züge investiert», erzählt er. Der gelernte Maschinenmechaniker hat sich das ganze Computerwissen selber beigebracht und viel ausprobieren müssen.

Hinter der Modelleisenbahn steckt extrem feinfühlige Arbeit: So kauft man zum Beispiel die winzigen Figürchen in Weiss und malt sie dann selber an. Um den Boden wie Kies aussehen zu lassen, braucht man eine Pinzette, mit der man kleine Steinchen in einer Gipsmasse platziert. Die Häuschen kauft Müller als Bausatz und setzt sie dann zusammen. Es befinden sich aber auch Eigenbauten darunter. Weitere Teile wie die Bäumchen kauft er fertig. Müllers Modelleisenbahn enthält auch Naturelemente, etwa echte Steine, die er in die Landschaft integriert hat.

Das Hamburger Miniatur-Wunderland ist seine Inspiration

Alleine für die Verlegung der Gleise hat Martin Müller mehrere Winter aufgewendet. «Mein Vater, mein Bruder und ich arbeiten jeweils am Wochenende und manchmal nach dem Feierabend an der Modelleisenbahn», sagt er. Das gemeinsame Arbeiten mit seiner Familie ist ein weiterer Aspekt, der Martin Müller besonders viel Freude bereitet: «Es ist schön, dass wir uns so gut ergänzen», sagt er.

Inspiration für neue Landschaften oder Elemente holt sich Martin Müller gerne im Hamburger Miniatur-Wunderland, der grössten Modelleisenbahnanlage der Welt. Auch von der Natur lässt er sich inspirieren. Bei Müllers Modelleisenbahn lassen sich zwar Ortsschilder finden, es handelt sich aber ausschliesslich um Fantasielandschaften. Er sagt:

«Ich finde es schön, meine eigene Märchenwelt zu erschaffen.»

Martin Müller freut sich, dass der Modellbau durch neue technische Möglichkeiten nun auch für junge Generationen attraktiver ist. Wenn er pensioniert ist, möchte er die Elektronik seiner Modelleisenbahn überarbeiten und einen zusätzlichen Schattenbahnhof erstellen. Dabei handelt es sich um Abstellgleise für die Züge. Sein Ziel ist zudem ein möglichst vielfältiger Fahrbetrieb: «Ich möchte den Zügen zwei Stunden lang zuschauen können, ohne dass es zweimal zur gleichen Begegnung kommt», sagt er.