Mein Ding: Imkern
In Uitikon, da steht ein Bienenhaus: Erich Jung umsorgt seine Bienenvölker mit viel Begeisterung

Vor neun Jahren entdeckte Erich Jung das Imkern am Weininger Rebblüetefäscht. 2015 übernahm er das Bienenhaus in Uitikon. Nun produziert er seit Jahren seinen eigenen Honig.

Carmen Frei
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Erich Jung imkert mit Begeisterung beim Bienenhaus in Uitikon.
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Im Innern des Häuschens erklärt er, welche Rahmen für den Honig und welche für die Eier der Königin sind.
In den Bienenstöcken wird es bis zu 35 Grad warm. Damit die Wärme nicht verloren geht, werden sie zusätzlich noch mit Schaumgummi ausgekleidet.
Das Bienenhaus steht auf einem Feld in Uitikon neben dem Weg in Richtung Urdorf.
Die farbigen Kästchen helfen den Bienen dabei, sich zu orientieren. Die kleinen Tierchen hätten viel bessere Augen als wir Menschen, sagt Jung.
Ursprünglich hatte Jung zwei Bienenvölker, inzwischen sind es schon 6.

Erich Jung imkert mit Begeisterung beim Bienenhaus in Uitikon.

Valentin Hehli

Die Bienen summen zufrieden, als Erich Jung vor das Bienenhaus in Uitikon tritt. Seit Anfang Jahr imkert er hier wieder. «Ich hatte ursprünglich zwei geschenkte Völker, daraus wurden sechs», sagt er. Platz hätte es im Häuschen für 25.

Bereits vor neun Jahren kam er am Weininger Rebblüetefäscht auf das Imkern. Oliver Ott verkaufte dort Honig von Bienen aus seinem Wanderwagen. Jung unterhielt sich mit ihm und war schnell vom Imkern begeistert. Als Ott wegen einer neuen Stelle immer weniger Zeit für die Bienen hatte, half Jung aus.

Nur eine Viertelstunde von Haustür zu Bienenhaus

Ott verkaufte später seinen Wanderwagen, übernahm das Bienenhaus in Uitikon und quartierte dort seine Bienen ein. 2015 übernahm Jung das Bienenhaus von ihm. Von seiner Haustür zum Bienenhaus habe er nun etwa 15 bis 20 Minuten, sagt Jung. Er wohnt mit seiner Frau Marlies in der Fahrweid. Aufgewachsen ist er im Schönenwerd-Quartier in Dietikon.

Im Innern des Bienenhäuschens in Uitikon stehen verschiedene Holzboxen, in denen die Waben aufgehängt werden. Etwa 13 Wabenrahmen sind es pro Bienenstock. Im Bienenstock werde es bis zu 35 Grad warm, sagt Jung. Um die Wärme zu erhalten, werden die Bienenstöcke mit Schaumgummi geschützt.

Alles dreht sich um die Königin

In den Bienenstöcken gibt es Brutrahmen und Wabenrahmen. Den Brutrahmen bauen die Bienen aus, sodass die Königin danach ihre um die 2000 Eier hineinlegen kann. Beim Honigwabenrahmen ist der Vorgang gleich, die Arbeiterbienen befüllen aber die Waben mit Honig. Jung sagt:

«In einem guten Jahr liefert ein Bienenvolk 18 bis 20 Kilogramm Honig.»

Er zeigt auch seine Königinnenzuchtstöcke und die Schwarmkästen. Der Königinnenzuchtstock wird mit einer neuen Königin und einigen Bienen ausserhalb des Bienenstocks aufgestellt. Dadurch soll ein neues Volk entstehen, das danach einen eigenen Platz im Häuschen erhält. Die Schwarmkästen braucht Jung, wenn ein Schwarm keinen Platz mehr im Bienenstock hat. Dann fliegt die Königin mit einem Teil der Bienen weg und muss wieder eingefangen werden. Der Schwarm erhält dann einen eigenen Bienenstock.

Bienen sehen besser als Menschen

Die Farben der verschiedenen Holzkästen zeigen die jeweilige Königin an. «Die Bienen haben viel bessere Augen als wir», erklärt Jung. Sie könnten die Farben gut unterscheiden und flögen so nur ihre Farbe an. Die Völker durchmischten sich nicht.

So friedlich die Bienen hier auch summen, sie sind bedroht. Vor allem Krankheiten machen ihnen zu schaffen. Einige Imker in seinem Umkreis hätten bis zu 90 Prozent ihrer Völker an die Varroamilbe verloren, sagt Jung. Ihm ist es wichtig, dass den Bienen Sorge getragen wird, denn sie sind für Mensch und Natur wichtig.

Die Tierwelt grüsst beim Bienenhaus

Jungs Bienenhäuschen zieht neben menschlichen auch tierische Gäste an: Im Frühling habe hier ein Rotschwanz gebrütet. Fast jeden Tag kommt der Vogel nun mit seinem Nachwuchs vorbei und pfeift seine Lieder. «Auch ein Wiesel ist im Gebiet unterwegs», sagt Jung. Allein sei er also nicht in seinem Häuschen.

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