Mein Ding: Fussball
Mit dem FC Kosova schaffte er den fulminanten Aufstieg von der 3. in die 1. Liga – jetzt ist Mikel Lazri Kapitän des FC Schlieren

Der 34-jährige Mikel Lazri ist nicht nur Kapitän der ersten Mannschaft des FC Schlieren. Er ist auch in der IT-Branche tätig und arbeitet im Restaurant Corona in Schlieren.

Sven Hoti
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«Ich vergesse den ganzen Stress, wenn ich auf dem Platz bin», sagt der Kapitän des FC Schlieren.

«Ich vergesse den ganzen Stress, wenn ich auf dem Platz bin», sagt der Kapitän des FC Schlieren.

Bild: Sandra Ardizzone

Neben dem Spielfeld sei er eine ruhige Person, sagt Mikel Lazri. «Doch auf dem Platz scheisse ich die Leute auch gerne mal zusammen.» Der Kapitän der ersten Mannschaft des FC Schlieren sagt das mit einem sympathischen Grinsen, fast unwirklich scheint diese Aussage aus seinem Mund. Doch der 34-Jährige weiss, was es braucht, um nach oben zu kommen. Und das will er auch an seine Kameraden weitergeben.

15 Jahre lang spielte Lazri beim FC Kosova in Altstetten. Zuerst in der 3. Liga, später sogar in der 1. Liga. Der Aufstieg habe für viele positive Schlagzeilen gesorgt, erzählt Lazri. «Wir haben jeweils vor bis zu 1700 Zuschauer gespielt. Das hast du je nachdem nicht einmal in der Challenge League.»

Lazri erzählt das alles nicht ohne Stolz in der Stimme. Gleichzeitig schwingt beim 34-Jährigen auch immer eine gewisse Bescheidenheit mit. Etwa, wenn er erklärt, wieso er seine Leidenschaft nicht zum Beruf gemacht hat: «Der Wille wäre sicher da gewesen, aber das Talent hat gefehlt.»

Mikel Lazri spielt seit rund zwei Jahren für den FC Schlieren – seit dieser Saison als Mannschaftskapitän.

Mikel Lazri spielt seit rund zwei Jahren für den FC Schlieren – seit dieser Saison als Mannschaftskapitän.

Bild: Sandra Ardizzone

Lazri hat eine Lehre als Informatiker gemacht, arbeitet allerdings in Schlieren als Kellner im familieneigenen Restaurant Corona, das sein älterer Bruder führt. Dort sei er irgendwie stecken geblieben, sagt Lazri. «Ich bereue aber keine Sekunde, dass ich hier bin. Es macht mir sehr viel Spass.» Zudem hilft er in der Schlieremer Sommerbeiz aus und jobbt nebenbei in der IT-Branche.

Ist das nicht etwas viel Arbeit für eine Person? Lazri winkt ab:

«Manchmal denke ich mir das auch. Aber wenn ich das nicht hätte, wäre es ja langweilig.»

Fussball ist für Lazri «der absolute Ausgleich», wie er sagt. «Ich vergesse den ganzen Stress, wenn ich auf dem Platz bin. Vom Anpfiff bis zum Abpfiff bin ich voll in dieser Welt.»

Dass Lazri eine solche Leidenschaft für den Fussball entwickelte, ist nicht selbstverständlich. Weder seine Eltern noch seine beiden Brüder hätten etwas mit Fussball oder Sport im Allgemeinen am Hut, sagt Lazri. Vielmehr sei er über Kollegen dazu gekommen. Zuerst als Kind auf dem Pausenplatz, dann beim BC Albisrieden und später beim FC Kosova. Rund zwei Jahre schon spielt er in der ersten Mannschaft des FC Schlieren, seit dieser Saison als Kapitän.

Und alles, was er macht, macht er mit grosser Entschlossenheit. Getreu dem Motto: Wenn schon, dann richtig. «Ich gurke nicht gerne herum», sagt Lazri. Die Zeit auf dem Platz könne er sonst auch anderweitig verwenden, etwa für die Arbeit. Wenn er auf dem Platz ist, wird gespielt.

Wenn er aufhört, will er Fussball nicht mal mehr im Fernsehen anschauen

Dafür sorge auch ihr Trainer, Besnik Ramadani. Ein «verruckte Siech» sei er, sagt Lazri mit einem Lachen. «Ich sag ihm immer wieder: ‹Hey, Besnik, ich bin 34, ich kann nicht mehr so lange durchhalten wie die Jungen.›» In der Mannschaft gehört Lazri zusammen mit Alberto Perez und Torhüter Marco Amore zu den ältesten.

Wie lange er noch weitermache, wisse er noch nicht, sagt Lazri. «Ich sage mir immer, dass ich, sobald ich hier aufhöre, Fussball nicht mal mehr im Fernsehen anschauen werde. Aber ich glaube, es wird nicht so kommen.»

Und wo sieht sich der 34-Jährige in zehn Jahren? Lazri lacht:

«Dann bin ich wahrscheinlich bei den Senioren am Tschutten – entgegen meinem Versprechen.»

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