Mein Ding: Fasnacht
«Die Fasnacht ist eine Zeit, in der man sich austoben kann»: Dieses Jahr weicht Deborah Ruff auf Konfetti zu Hause aus

Die Obfrau der Malefizbachhexen schätzt das Zusammensein während der Fasnachtszeit. Dieses Jahr musste sie gezwungenermassen verzichten. Sie freut sich aber über die Urdorfer Fasnachtsfenster und hat auch bei sich zu Hause dekoriert.

Carmen Frei
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Im Hexentenue und mit dem eigenen Besen ist Deborah Ruff bereit für die nächste Fasnacht, die hoffentlich wieder normal stattfinden kann.
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Neben dem eigenen Hexenbesen gehört auch die eigene Maske dazu, die an der Fasnacht zum Einsatz kommt.
«Man wird nicht direkt erkannt und kann auch einmal anders sein», sagt Ruff zur Fasnachtszeit.
Jedes Mitglied der Malefizbachhexen erhält auch einen Hexennamen. Deborah Ruff hört als Hexe auf den Namen Lucretia.
Die Oberhexe der Malefizbachhexen lässt sich auch von der Coronapandemie die Begeisterung für die Fasnacht nicht nehmen.

Im Hexentenue und mit dem eigenen Besen ist Deborah Ruff bereit für die nächste Fasnacht, die hoffentlich wieder normal stattfinden kann.

Chris Iseli

Die Fasnacht liegt bei Ruffs in der Familie. So war es nur eine Frage der Zeit, bis Deborah Ruff dazustiess. Über ihren Vater Kaspar Ruff kam sie schon früh zur Clique Schäflibach in Urdorf. Die Obfrau der Malefizbachhexen – diese sind eine Sektion der Clique – sprach Ruff danach einmal an und animierte sie zum Mitmachen. «Ich konnte ein Jahr bei den Hexen Probeschnuppern», sagt Ruff. Sie nahm an ersten Fasnachts­umzügen teil und wurde nach einem Jahr mit der Hexentaufe offiziell aufgenommen.

Deborah Ruff ist in Dietikon aufgewachsen, nun wohnt sie in Rudolfstetten und arbeitet als Köchin in einem Personal-­Restaurant in Bergdietikon. Auch ihre Mutter ist bei der ­Clique Schäflibach mit dabei, ihr Bruder bei der Knabengesellschaft Urdorf. «Die Fasnacht ist eine Zeit, in der man sich austoben kann», meint Ruff. «Man wird nicht direkt erkannt und kann auch einmal anders sein.» Ihr sei vor allem das Gesellige, das Zusammensein wichtig. Sie ist aber auch begeistert von der Guggenmusik, ohne die die Fasnacht undenkbar wäre.

Das Hexenjahr hat viele Höhepunkte

Mit den Malefizbachhexen ist Ruff überall mit dabei. «Am ersten August haben wir normalerweise eine Festwirtschaft im Embri, ausserdem helfen wir der Clique Schäflibach bei der Chilbi.» Die 29-Jährige wirkt schon wie ein alter Hase bei den Hexen. Und das hat seinen Grund: Bereits im Jahr 2008 wurde sie mit der Taufe aufgenommen. Ihr Hexenname lautet Lucretia. «Oberhexe bin ich nun seit zirka fünf Jahren.»

«Das Hexenjahr startet am 1. Mai und dauert bis zum 30. April», erklärt Ruff. Ein grosser Anlass für die Hexen ist die Walpurgisnacht am 30. April. Dann wird jeweils ein neues Mitglied mit der Hexentaufe willkommen geheissen. Ruff erklärt: «Es gibt bei uns männliche und weibliche Hexen.»

Eine von vielen schönen Erinnerungen ist für Ruff die Reise an den Rabadan in Bellinzona im letzten Jahr. Sie findet:

«Das war gigantisch.»

Einmal pro Jahr gibt es diese Wochenendaufenthalte. «So sehen wir viele tolle Umzüge. Man kommt in der Schweiz rum», sagt Ruff. «Die eigene Fasnacht ist auch immer toll. Streng, aber schön.»

Als Obfrau der Hexen ist sie verantwortlich für die Gruppe, leitet alle Infos weiter und ist gleichzeitig im Vorstand der Clique Schäflibach. «Ich leite die Generalversammlung der Sektion, werbe neue Mitglieder an und schaue, dass es läuft.»

Trotz Ausfall bleibt die Fasnacht präsent

Die Mitgliedersuche ist auch jetzt aktuell. Doch wer hat das Zeug zur Hexe? «Man muss Freude an der Fasnacht und am Brauchtum haben. Wir festen gerne, aber es muss einem klar sein, dass man auch arbeiten muss.» Im Moment freut sich Deborah Ruff über die Fasnachtsfenster in Urdorf. «Ich habe Freude daran, dass es so viele davon gibt. Auch von den Hexen sind einige dabei.» Sie selbst hat sich mit Deko­konfetti am Fenster auch einen Ersatz für die Fasnacht nach Hause geholt.

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