Mein Ding: Cello
«Ein wahnsinnig schöner und eindrücklicher Klang»: Regula Obrecht spielt im Collegium Musicum Urdorf

Das Cellospielen begleitet Regula Obrecht schon ihr ganzes Leben lang. Heute spielt sie zusammen mit Profis in einem Orchester und ist auch Mitglied in einem Streichquartett.

Muriel Daasch Jetzt kommentieren
Drucken
Regula Obrecht mit ihrem Cello auf der Bühne der neuen reformierten Kirche in Urdorf, wo das Collegium Musicum Urdorf regelmässig probt.

Regula Obrecht mit ihrem Cello auf der Bühne der neuen reformierten Kirche in Urdorf, wo das Collegium Musicum Urdorf regelmässig probt.

Severin Bigler

Seit ihrer Kindheit fühlt sich Regula Obrecht in der Welt der Musik zuhause. Nach ein paar Jahren Blockflötenunterricht entschied sie sich mit acht Jahren für das Cello. «Meine Schwester spielte damals Geige und ich wollte unbedingt ein grösseres Instrument», sagt die mittlerweile 60-jährige Physiotherapeutin. Gemeinsam mit ihrer Familie wohnt sie in Arni im Kanton Aargau.

Die Leidenschaft für das Cellospielen begleitet Obrecht bis heute. «Die tiefen Töne und der volle Klang des Cellos gefallen mir sehr», sagt sie. Ausserdem umarme man das Cello beim Spielen, was den Körper auf eine Art mitklingen lasse. Seit 2014 ist sie Teil des Orchesters Collegium Musicum Urdorf. Nach zwei Jahren im Vorstand hat sie im vergangenen September sogar das Präsidium des Vereins übernommen.

Im Orchester spielen Laien zusammen mit Profis

Bevor Obrecht vor fast zehn Jahren dem Orchester in Urdorf beitrat, befand sie sich für eine längere Zeit auf dessen Warteliste. «Es ist ein semiprofessionelles Orchester, das heisst: Nur ungefähr die Hälfte der Mitglieder sind wie ich Laienmusiker und die anderen sind Berufsmusiker», sagt sie. Diese Mischung verleihe dem Orchester eine gewisse Qualität.

Zusammen mit anderen zu musizieren, hat Obrecht schon immer fasziniert. Sie startete im Schülerorchester und spielte bei verschiedenen Orchestern im Raum Zürich mit, bevor sie schliesslich nach Urdorf kam. «Wenn so viele Instrumente gleichzeitig gespielt werden, entsteht ein wahnsinnig schöner und eindrücklicher Klang», sagt sie.

In den Probemonaten des Orchesters übt Obrecht jeden Tag etwa eine Stunde für sich alleine.

In den Probemonaten des Orchesters übt Obrecht jeden Tag etwa eine Stunde für sich alleine.

Severin Bigler

Das Collegium Musicum Urdorf spielt jeweils an Neujahr, im Frühling und im Herbst ein Konzert, das oftmals in der neuen reformierten Kirche, manchmal aber auch in der katholischen Kirche in Urdorf stattfindet. Im Frühling und Herbst bekommt das Publikum ein reines Streichorchester mit Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass zu hören. Für das Neujahrskonzert erweitert sich die rund 25-köpfige Formation um etwa 15 Personen, darunter Bläser und Schlagwerkspieler.

«Natürlich klingt es ganz anders, wenn auch Querflöten, Klarinetten oder Trompeten mitspielen. Ich finde aber, genau diese Vielfalt und Abwechslung macht uns aus», sagt Obrecht. Jeweils etwa zwei Monate vor den Konzerten beginnen die Proben. In dieser Zeit übt sie jeden Tag etwa eine Stunde alleine für sich. «Es braucht den Einsatz jedes Einzelnen, damit es am Ende gut klingt», sagt sie. Das Üben sehe sie aber nicht als Pflicht an, da sie es meist sehr gerne tue.

Sie ist auch Mitglied in einem Streichquartett

Das Amt der Präsidentin hat sie übernommen, weil sich gerade niemand anderes finden liess und ihr das Orchester am Herzen liegt. «Wir haben in der Gruppe eine sehr harmonische Stimmung», sagt Obrecht, die auch Mitglied in einem Streichquartett ist, das jeden Herbst an einer Kammermusikwoche teilnimmt. Dort werden die vier Streicherinnen von einem Profi unterrichtet und geben am Ende der Woche ein Konzert im kleinen Rahmen.

Beim Cellospielen ist sie stets konzentriert.

Beim Cellospielen ist sie stets konzentriert.

Severin Bigler

Für das Orchester wünscht sie sich, dass es auch in Zukunft genügend freiwillige talentierte Musikerinnen und Musiker haben wird. Denn das Engagement von Profimusikern sei immer auch eine Kostenfrage. «Wir sind etwas überaltert und würden unsere Formation deshalb gerne um ein paar junge musikbegeisterte Laien erweitern», sagt sie.

Mein Ding

In der Rubrik «Mein Ding» stellen Limmattaler ihre Leidenschaft vor. Wollen Sie zeigen, was Ihr Ding ist? Dann schreiben Sie uns ein E-Mail an liz@chmedia.ch.

0 Kommentare