Mein Ding: Briefmarken und Postkarten
«Die Grafik und Ästhetik haben mich immer interessiert»: Eduard Meier sammelt Briefmarken und Postkarten

Schon mit knapp 13 Jahren wandte sich der Weininger der Philatelie zu. Inzwischen sammelt er auch Postkarten sowie Anzeigenbriefe und ist schon zum Lokalhistoriker geworden.

Carmen Frei
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Eudard Meier zeigt die stilisierte Karte mit dem Kloster Fahr. Die Post des Klosters lief früher meist über Weiningen, wie er zu berichten weiss.
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Die Briefmarken hegt und pflegt er bis heute. Das Interesse daran habe aber gerade bei der jüngeren Generation abgenommen, meint er.
Meier hat noch viele alte Postkarten in seiner Sammlung. Neben den Briefmarken findet er die Karten als Zeitdokumente interessant.
Auch alte Verlobungs- oder Geburtstagsanzeigen findet er spannend. An Auktionen findet er oft solche historische Dokumente.
Auch alte Telegramme und viele versandte Postkarten hat er in seiner Sammlung aufgenommen.

Eudard Meier zeigt die stilisierte Karte mit dem Kloster Fahr. Die Post des Klosters lief früher meist über Weiningen, wie er zu berichten weiss.

Valentin Hehli

«Ich habe immer gerne in alten Sachen gestöbert», sagt Eduard Meier. Der 63-Jährige hat eine Auswahl an Briefmarken und Postkarten vor sich. Die Philatelie war lange seine grosse Leidenschaft. «Ich habe mein Geld immer für Marken ausgegeben», sagt er. Inzwischen habe er sein Interesse auch alten Postkarten zugewandt.

«Ich bin auch ein wenig zum Lokalhistoriker geworden»,

meint er. Die Familie Meier ist denn auch seit gut 400 Jahren in Weiningen aktenkundig. Das sieht man seiner Sammlung an. Neben vielen Ansichten von Weiningen auf Postkarten zeigt Meier auch einige vom Kloster Fahr. Die meiste Post des Klosters Fahr – vorwiegend Kartengrüsse von Ausflüglern aus der Stadt Zürich – sei früher über Weiningen verschickt worden. Meier bedauert, dass es dort inzwischen nicht einmal mehr eine Poststelle gibt.

Beruf und Familie machten ihn zum Sammler

Seine Sammelbegeisterung habe aber auch mit seinem Beruf zu tun, meint Meier. Er war lange im Notariat in Höngg tätig. Dieses ist zuständig für Regensdorf, Weiningen, Oberengstringen, Unterengstringen und das Stadtquartier Höngg. Bis 1995 pendelte er von Weiningen nach Höngg, später zog er nach Dietikon und dann nach Zürich. Nun wohnt Meier in Altstetten.

Auch das Grafische liegt Meier im Blut. Seine Mutter stammt aus einer Kunstmalerfamilie. Eduard Meiers Grossvater, nach dem er benannt ist, war Maler und Zeichenlehrer. Seine Grossonkel waren die Maler Max und Ernst Gubler. Letzterer war Lehrer an der damaligen Zürcher Kunstgewerbeschule und Bildhauer. «Die Grafik und Ästhetik haben mich immer interessiert», sagt Meier.

Die Entwicklung der Briefmarken beschäftigt ihn

Zum Briefmarkensammeln kam er bereits in Jugendjahren. Mit einem Schulkollegen habe er im Jahr 1970 dem Sonderstempel zu 1100 Jahre Weiningen entgegengefiebert. 1971 seien dann die Jugend- und Sportmarken herausgegeben worden, je 25 Stück à je zehn Rappen, in Schachbrettform im Bogen angeordnet. 1972 folgte die Zwei-Franken-Briefmarke der Serie «Pro Aero-Aktion» mit dem Jumbo-Jet der Swissair. «Dann habe ich mir den Bogen geleistet für 60 Franken», sagt Meier. Heute seien diese Marken unter dem damaligen Postverkaufspreis zu haben.

Den Preiszerfall beobachtet Meier mit Bedauern. Das Interesse für die Briefmarken sei bei der jüngeren Generation nicht mehr vorhanden. Den Philatelistenverein Limmattal gibt es schon gar nicht mehr. Dort habe er noch viele Freundschaften geschlossen, die bis heute bestehen. «Im Schweizerischen Philatelistenverein Zürich bin ich mit meinen 63 Jahren einer der Jüngsten», sagt er. Der Sammelnachwuchs fehlt – und damit auch die Nachfrage.

Heute erhalte man zudem von der Post keine schön gestempelten Marken mehr, meint Meier.

«Früher gab es bei der Fraumünsterpost noch einen Philatelieschalter»,

sagt er. Heute gebe es weder die Fraumünsterpost noch einen Philatelieschalter – die schönen Stempel müsse man suchen. Die Post habe das Geschäft mit den Briefmarken selbst kaputtgemacht, findet er.

Briefe und Karten sammelt er ebenfalls

Neben Briefmarken und Postkarten hat Meier auch eine Sammlung von Schmuckbriefen und Telegrammen. «Früher hat man noch Geburts- und Verlobungsanzeigen sowie Karten zu Ostern und zum Namenstag verschickt. Man hat sich das noch richtig etwas kosten lassen», sagt er und zeigt die Nachrichten mit verzierter Schrift.

Die Marken, Karten und Briefe findet Meier häufig im Internet oder an Auktionen. Eine Weile hatte er sein Hobby ruhen lassen, da es zu sehr ins Geld ging. Seit 2011 baut er nun wieder eine kleine Sammlung auf. Vor allem die Postkarten seien auch historische Dokumente. «Später übergebe ich diese vielleicht einmal dem Ortsmuseum.»

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