Mein Ding: Bierbrauen
Bei ihm im Garten wächst der Hopfen: Damit braut Roland Hofmann bei sich im Keller das eigene Bier

Zusammen mit seinem Bruder hat Roland Hofmann die «Greenhouse Brewery» gegründet. Bereits seit sechs Jahren bieten sie bei sich in Urdorf das selbst gebraute Bier an.

Carmen Frei
Drucken
Teilen
Auf das Logo der «Greenhouse Brewery» ist Roland Hofmann auch stolz: Die Idee davon stammt von ihm und wurde für das fertige Design nachgezeichnet.
5 Bilder
Bei Hofmann im Garten wächst auch ein Hopfen-Strauch. Damit hatte er im vergangenen Jahr bereits einmal Bier gebraut.
Regelmässig meldet sich der Kocher mit einem Piepsen und Hofmann muss Hopfen zugeben.
Für seine Biere arbeitet er mit Pellets, wenn er nicht den eigenen Hopfen verwendet.
Bereits fünf Sorten gibt es bei der «Greenhouse Brewery». Vor allem das «Dark»-Bier hat es Hofmann dabei angetan.

Auf das Logo der «Greenhouse Brewery» ist Roland Hofmann auch stolz: Die Idee davon stammt von ihm und wurde für das fertige Design nachgezeichnet.

Severin Bigler

Bier getrunken habe er schon immer gerne, sagt Roland Hofmann. Doch auf die Idee, selbst Bier zu brauen, kam der Urdorfer erst auf einer Reise in Kalifornien. Zuerst dachten er und seine Frau noch, dass sie fürs Bierbrauen zu wenig Platz hätten. «Es geht aber auch auf engem Raum», erklärt Hofmann.

Nun steht ein Braukessel bei ihnen im Keller. «Es ist eigentlich einfach ein sehr grosser Wasserkocher», meint Hofmann. Schwieriger sei die Lagerung von Hopfen und Malz sowie des Bieres. Hofmann braut inzwischen seit sechs Jahren zusammen mit seinem Bruder Martin in seinem grünen Einfamilienhaus Bier für ihre «Greenhouse Brewery».

Jeden zweiten Freitag braut er Bier

Jeweils am Freitag riecht es im Garten der Hofmanns nun nach Hopfen und Malz. Das Hobby nehme viel Zeit in Anspruch, sagt Hofmann. Am Wochenende blieb oft nicht mehr viel Zeit für seine Familie. Darum haben die Brüder ihr Arbeitspensum vor zwei Jahren auf 90 Prozent reduziert. «Jeden zweiten Freitag braue ich Bier», sagt er. An den anderen Freitagen sei sein Bruder dran.

Für den Einstieg ins Bierbrauen erhielt Hofmann Tipps von Bekannten. Bei seinem Job als Kältemonteur hatte er einmal einen Auftrag in der Brauerei Steinfels in Zürich. «Dort kam ich mit der damaligen Braumeisterin Susanne Weber in Kontakt», sagt Hofmann. Sie sei später bei ihm in der heimischen Braustube vorbeigekommen und habe ihm einige Tricks gezeigt. Das Brauen sei relativ aufwendig. «Wir können auch nur etwa hundert Liter aufs Mal brauen», erklärt er.

Die kleinen Brauereien helfen sich gegenseitig aus

Hofmanns stehen in Kontakt mit anderen kleinen Brauereien in der Region, allen voran mit der Darkwolf Brauerei in Dietikon. «Man hilft sich gegenseitig gerne aus, es ist ziemlich unkompliziert», sagt Hofmann. Er finde gut, dass es immer mehr kleine Brauereien gebe. Er meint:

«Zuvor war es eher ein Einheitsbrei. Nun entstehen viele neue Biersorten.»

Seine Brauerei hat im Moment fünf verschiedene Biere im Angebot. Ein dunkles mit dem Namen «Dark» ist sein Favorit. «Es ist ein feines Bier und verfügt über schöne Röstaromen», sagt der 40-Jährige. Der Geschmack und die Bitterkeit der Biere werde durch den Hopfen beeinflusst, je nachdem, wie lange er mitgekocht werde.

Bei ihm wächst der eigene Hopfen im Garten

Er habe vergangenes Jahr Bier mit Hopfen vom eigenen Strauch gebraut. Im Garten schlängelt sich die Pflanze der Hauswand empor. «Dieses Jahr hat sie so viele Blüten wie noch nie», erklärt Hofmann. Es dürfte also erneut ein Bier aus den eigenen Hopfen geben.

«Am Anfang hatten wir vor allem Kollegen als Abnehmer», sagt Hofmann. Diese hätten im Freundeskreis vom Bier erzählt. «Inzwischen haben wir auf der Website einen eigenen Shop.» Ende September wird er die Brauerei in die grosse Garage eines Freundes verlegen. «Vorne werden wir einen kleinen Laden einrichten», sagt er. Wenn er oder sein Bruder am Freitag brauen, wird dieser jeweils geöffnet sein.

Aktuelle Nachrichten