Dietikon
Mehrfamilienhaus in der Breiti darf nun doch nicht gebaut werden

Die katholische Kirchgemeinde kann ihr Bauprojekt an der Schützenstrasse nicht realisieren. Denn das Grundstück, auf welchem das Projekt realisiert werden sollte, darf gar nicht überbaut werden. Damit ist klar: Der Kinderspielplatz Breiti bleibt.

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Das geplante Mehrfamilienhaus darf jetzt doch nicht gebaut werden.

Das geplante Mehrfamilienhaus darf jetzt doch nicht gebaut werden.

Das Projekt Breiti Süd, das ein Mehrfamilienhaus mit 17 Wohneinheiten für Familien und Senioren vorgesehen hatte, wird nicht weitergeführt. Denn das 2500 Quadratmeter grosse Grundstück an der Schützenstrasse, das die katholische Kirchgemeinde 1962 für knapp 25 000 Franken gekauft hatte, darf gar nicht überbaut werden.

«Niemand hat in den Jahren gemerkt, dass es kein Nutzungsrecht gibt», sagt Kirchenpflegepräsident Karl Geiger. Die Kirchenpflege hatte denn auch vor, die Ausnutzungsreserven der benachbarten Grundstücke zu kaufen. Weil jedoch zwei der vier angeschriebenen Nachbarn sich nicht gemeldet hätten, habe man das Vorhaben nicht weiterverfolgt.

Das Landstück auf der Fondli-Seite mit dem öffentlichen Spielplatz werde nun weiterhin der Stadt unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Dass statt das Projekt Rocco der Zürcher Architekten Fahrländer und Scherrer nun der Spielplatz weitergeführt werde, damit könne er leben, sagt Geiger.

Denn das fänden die Leute auch gut. Vielmehr bedaure er es, dass man rund 88 000 Franken für den Planungskredit Breiti Süd ausgegeben habe. Weil man jedoch keine Ausnutzungsreserven von benachbarten Grundstücken erworben und den Projektierungskredit nicht gebraucht habe, sei auch «kein grosser Schaden entstanden».

Kredit soll aufgelöst werden

Auf der Traktandenliste der Kirchgemeindeversammlung von heute Abend steht nebst der Abnahme des Planungskredits unter anderem auch der Antrag auf Auflösung der beiden unbenutzten Projektierungskredite von insgesamt 700 000 Franken sowie die Genehmigung der Jahresrechnung 2013.

Letztere weist einen Aufwandüberschuss von rund 2 325 000 Franken auf - 2012 verzeichnete die Kirchenpflege noch einen Ertragsüberschuss von gut 900 000 Franken auf. «Das ist eine horrende Zahl», sagt Geiger mit Bezug auf den Aufwandüberschuss.

Es seien grösstenteils verschiedene Bewertungsvorgänge innerhalb des Finanzvermögens, die zu diesem Resultat geführt hätten, Geld sei dabei nicht abgeflossen. Die Parzelle Breiti Süd sei seit der Einführung des neuen kantonalen Rechnungsmodells im Jahr 1986 aufgewertet worden.

Dieses Modell sieht vor, Liegenschaften im Finanzvermögen alle zehn Jahre dem neuen Marktwert anzupassen. «Der Buchwert des Grundstücks von rund 1,7 Millionen muss nun wieder auf rund 25 000 Franken abgeschrieben werden», sagt der Kirchenpflegepräsident. Jetzt räume man auf, was früher passiert sei, damit die Kirchenpflege einen sauberen Tisch habe.

Steuererträge sind gesunken

Neben der Abschreibung der Parzelle und des Planungskredits seien gleichzeitig auch andere Bewertungsvorgänge hinzugekommen, die zum Aufwandüberschuss beigetragen hätten: die Unterniveaugarage am Bahnhofplatz, der «Bären» sowie die Liegenschaft an der Poststrasse.

Zudem habe man auch 350 000 Franken weniger Steuererträge eingenommen als im Vorjahr. Grund dafür war ein Gerichtsentscheid in einem Steuerprozess. Dieser hatte auch Einfluss auf die Rechnung der Stadt und die der reformierten Kirchgemeinde.