Aggloprogramm
Mehrere Aufwertungen fürs Limmattal: Umbau der Engstringerkreuzung rückt näher

Der Bundesrat erfreut mit seiner Botschaft zu den Agglomerationsprogrammen der 3. Generation die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion: Die Engstringerkreuzung ist nun wieder Priorität A.

David Egger
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Die Engstringerkreuzung kommt vorwärts.

Die Engstringerkreuzung kommt vorwärts.

Leo Eiholzer

Man lasse die Agglomeration im Regen stehen, sagte der Schlieremer Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP), nachdem der Bund den Ausbau der Engstringerkreuzung von der Priorität A (bau- und finanzreif zwischen 2019 und 2022) in die Priorität B (bau- und finanzreif zwischen 2023 und 2026) zurückgestuft hatte. Auch der Kanton Zürich kritisierte die Rückstufung. Gestern zeigte sich die Volkswirtschaftsdirektion nun erfreut.

Der Grund: Am Freitag hatte der Bundesrat seine Botschaft zu den Agglomerationsprogrammen der 3. Generation präsentiert. Darin war die Engstringerkreuzung – anders als noch in der im Januar gestarteten Vernehmlassung – wieder der Priorität A zugeteilt.

Parlament entscheidet wohl 2019

Geplant ist, dass die Bernstrasse im Kreuzungsbereich in Ost-West-Richtung unterirdisch geführt werden soll. Die Umsetzung des Vorhabens ist mit der bundesrätlichen Botschaft näher gerückt. Nun müssen nur noch National- und Ständerat Ja sagen, damit der Bund den Ausbau finanziell unterstützt (jeweils mit einem Beitrag in Höhe von 35 Prozent der Gesamtkosten). Der Parlamentsentscheid wird im Frühjahr 2019 erwartet.

Der Anteil des Kantons ist bereits bewilligt: Er ist Teil der flankierenden Massnahmen zum Bau der Limmattalbahn. Auch diese kommt im Aggloprogramm vor. Sie wurde wie schon in der Vernehmlassung der Priorität A zugeteilt. Der Bundesrat will den Bau der 2. Etappe von Schlieren nach Killwangen also mitfinanzieren. Wobei ein Ja zur Stopp-Initiative, über die der Kanton Zürich kommenden Sonntag abstimmt, die 2. Etappe noch verhindern könnte.

Die Engstringerkreuzung (44 Millionen Franken) und die 2. Etappe der Limmattalbahn (539 Millionen Franken) sind die beiden grössten Brocken im Limmattaler Aggloprogramm der 3. Generation.

Müslistrasse-Ausbau priorisiert

Wie es um weitere Limmattaler Projekte steht, zeigt der Vergleich der 57-seitigen Vernehmlassungsvorlage und der 102-seitigen Bundesratsbotschaft.

Neben der Engstringerkreuzung wurde auch das Spreitenbacher Projekt zum Ausbau der sogenannten Erschliessungsspange beim Gebiet Müsli von der Priorität B neu der Priorität A zugeteilt. Dieser Ausbau der Müslistrasse soll etwas mehr als 4 Millionen Franken kosten. Ausserdem ist die neue Erschliessung des Bahnhofs Killwangen für ebenfalls rund 4 Millionen Franken neu auch der Priorität A zugeteilt.

Bereits bisher und auch weiterhin zur Priorität A gehört die Optimierung der Leistungsfähigkeit und des Verkehrsmanagements in Dietikon für fast 22 Millionen Franken. Diese Massnahme soll insbesondere den Ausbau der Mutschellenstrasse und der Überlandstrasse umfassen.

Ebenfalls wie bisher der Priorität A zugeteilt sind die Veloschnellroute von Altstetten nach Schlieren für etwas mehr als 10 Millionen Franken und die Schliessung der Velonetzlücke in Schlieren auf Höhe der Wagistrasse mit einer Gleisfeldquerung (rund 15 Millionen Franken).

Wie schon in der Vernehmlassung der Priorität B zugeteilt bleiben die Veloschnellroute zwischen Schlieren und Dietikon, die Gleisquerung für den Langsamverkehr auf Höhe des Reitmenwegs in Schlieren, der Ausbau der Fuss- und Velounterführung unter den Bahngleisen zwischen der Post- und der Bahnstrasse in Dietikon, die Moosmatt-Veloverbindung zwischen Dietikon und Geroldswil und die Schliessung der Velonetzlücke zwischen Oberengstringen und Schlieren.

Neben der Botschaft zum Aggloprogramm hat Bundesrätin Doris Leuthard am Freitag zudem eine wichtige 107-seitige Botschaft zu den Nationalstrassen präsentiert. Auch über diese müssen National- und Ständerat noch entscheiden und auch sie enthält verschiedene das Limmattal betreffende Projekte.

Umfahrung des Limmattals?

Bis Mitte 2019 sollen neue Projektstudien für grossräumige Lösungen fertig sein. Erste Abklärungen hätten gezeigt, dass eine grossräumige Umfahrungslösung im Limmattal den Bareggtunnel und die Nationalstrassen im Raum Limmattal und Reusstal entlasten würde, heisst es in der Botschaft. Sollte diese grosse Umfahrung kommen, würden andere, kleinere Projekte womöglich obsolet werden, heisst es weiter.

Neu wird zudem der Ausbau der Zürcher Westumfahrung zwischen dem Limmattaler Kreuz und Urdorf-Süd höher priorisiert. Er gehört neu zum Realisierungshorizont 2030 statt 2040.