Viele Autos fahren täglich über die Fahrweid- und die Niederholzstrasse. Mitten durch das Quartier. Und das nicht selten zu schnell. Den Einwohnern ist der Durchgangsverkehr schon lange ein Dorn im Auge. Am 11. April stimmt die Weininger Gemeindeversammlung über das Umgestaltungs-Projekt der viel befahrenen Strassen ab. Es geht um einen Projektierungskredit in Höhe von 169 000 Franken.

Ziel des Projektes ist es, die Strassen für den Durchgangsverkehr unattraktiv zu machen, sodass die Autofahrer die Kantonsstrasse bevorzugen. Darum soll auf der Fahrweidstrasse neu Tempo 30 gelten. «Betrachtet man die Lage, ist 30 km/h eine logische Konsequenz», sagt Mario Okle (parteilos), Gemeindepräsident von Weiningen. Das Quartier brauche eine Verkehrsberuhigung.

Dieser Meinung ist auch Hans-Ulrich Furrer, Präsident des Quartiervereins Fahrweid: «Ob es nun 30 km/h oder 50 km/h sind – das ist egal. Wichtig ist aber, dass es einheitlich ist. Sonst ist der Automobilist überfordert.» Furrer bezieht sich darauf, dass Weiningen nun Tempo 30 einführen will, die Gemeinde Geroldswil auf ihrem Teil der Fahrweidstrasse aber Tempo 50 belassen will. «Der Autofahrer ist somit gezwungen, auf derselben Strecke abrupt abzubremsen um danach wieder etwas zu beschleunigen – das ist verwirrend», sagt Furrer.

Ziel sei eine Einigung zwischen den Gemeinden von Geroldswil und Weiningen. «Man muss sich einfach im Klaren sein, dass Tempo 30 wahnsinnig langsam ist. Man ist schnell mal abgelenkt und fährt unbewusst 40 km/h», sagt Furrer. Für die Quartierstrasse sei es eine «klare Verbesserung», wenn die Geschwindigkeit auf der ganzen Strecke auf 30 km/h gedrosselt wird.

Tempo 30 auf Weininger Boden soll aber nicht die einzige Veränderung sein, die die Strecke für Autofahrer unattraktiver machen soll. So sind Fahrbahnhaltestellen geplant, dank denen der Bus nicht überholt werden kann. Dazu kommt ein Lastwagenfahrverbot auf der Fahrweidstrasse. Im Rahmen eines kantonalen Projekts wird eine neue Niederholzstrasse gebaut werden. Die heutige Niederholzstrasse wird damit vom Hauptverkehr entlastet und zu einer Gemeindestrasse abklassiert.

Zudem ist eine Änderung des Strassenbilds der Fahrweidstrasse geplant: Mithilfe von Bäumen und einem breiteren Trottoir soll die Strasse als Innerortsstrasse erkennbar sein. Zudem soll die Fahrbahn der alten Niederholzstrasse merklich verengt werden, wenn sie zur Gemeindestrasse wird. Daraus ergeben sich Freiflächen, die in öffentliche Parkplätze umfunktioniert werden. Auch hier sind Bäume für ein schöneres Strassenbild geplant.

Projekt soll 5 Millionen kosten


Mit dem Umbau soll nicht nur das Strassenbild optimiert werden. Auch die Lebensqualität werde durch die Umgestaltung besser. «Weniger Lärm, Emissionen und Abgase. Und vor allem: mehr Sicherheit», sagt Mario Okle.

Wann das Projekt der Gemeinde starten soll, ist noch unklar. Das Ziel sei, den Umbau Mitte 2021 zu beginnen. «Es ist schwierig zu beurteilen, wann das genau sein wird. Wir sind auf den Kanton angewiesen», sagt Okle. Es sei nicht möglich, die Umbauten vor dem Kantonsprojekt zu beginnen. Zuerst müsse der Kanton die Umlegung der Niederholzstrasse ausführen. Unmittelbar im Anschluss an die Fertigstellung könne dann das kommunale Projekt in Angriff genommen werden. «Das Projekt liegt noch etwas weit weg, trotzdem ist es sehr wichtig, dass die Planung jetzt schon erfolgt», sagt Okle. Immerhin sei dieser Umbau seit 25 Jahren geplant, «und jetzt wird es endlich umgesetzt».

Doch bevor es dazu kommt, muss erst abgestimmt werden. Am 11. April befinden die Weininger Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über den Projektierungskredit von 169 000 Franken.

Das Bauprojekt soll dann etwa 5 Millionen Franken kosten. 2,5 Millionen davon sind gebunden – darüber wird also nicht abgestimmt. Der Kanton hat eine Abgeltung von insgesamt 600 000 Franken in Aussicht gestellt. Inwiefern sich der Bund finanziell beteiligen wird, ist noch unklar.
Die Sanierung und Neugestaltung der Fahrweidstrasse und der alten Niederholzstrasse werden auf 4,3 Millionen Franken geschätzt. Die restlichen 0,7 Millionen Franken sind für die Quer- und die Hardwaldstrasse eingeplant.

Trotz der Kosten rechnet Okle nicht mit Widerstand. Ganz im Gegenteil: «Wir erwarten die Unterstützung vom Quartierverein Fahrweid – immerhin wertet dieses Projekt unser Quartier auf.» Tatsächlich steht der Verein hinter dem Projekt. Furrer zeigt sich zuversichtlich: «Das ist eine wirklich gute Sache. Wir haben keine Einwände, nur eine Forderung: Wir wollen beidseits separate Fahrradstreifen.» Fussgänger und Velofahrer müssten getrennt sein, so Furrer. «Da viele mit dem Velo zur Arbeit fahren, ist es wichtig, das Thema am 11. April zu besprechen.