Dietikon

Mehr Platz für Kultur: drei kulturelle «Leuchttürme» sollen über die Region hinaus ausstrahlen

Soll zum Begegnungsort der Kulturschaffenden werden: das leerstehende Atelier 23 hinter dem Dietiker Bahnhof.

Soll zum Begegnungsort der Kulturschaffenden werden: das leerstehende Atelier 23 hinter dem Dietiker Bahnhof.

Mit neuen Ateliers und Veranstaltungsräumen will die Stadt den Raummangel beheben.

«Geeignete Räume und passende Infrastruktur sind die Voraussetzungen dafür, dass Kultur entstehen und gelebt werden kann.» So steht es im Kulturleitbild der Stadt Dietikon aus dem Jahr 2010. Das Leitbild wurde vergangenen Herbst von der städtischen Kulturkommission und einer Gruppe von Kulturschaffenden evaluiert. Dabei zeigte sich: Der Bedarf nach Kulturräumen wird mit den vorhandenen Angeboten nicht gedeckt. «Es fehlen heute Ateliers für Kunst- und Kulturschaffende, aber auch ein Saal, der von der breiten Bevölkerung genutzt werden kann», sagte Stadtpräsident Otto Müller an einer Medieninformation, an der er gestern zusammen mit der Kulturbeauftragten Irene Brioschi ein Raumkonzept für die Kultur vorstellte. Mit diesem soll in den nächsten Jahren dem Mangel an Kulturraum entgegengewirkt werden. Dies mit der Schaffung von drei kulturellen «Leuchttürmen», die mit spezifischen Schwerpunkten über Dietikon und gar über die Region hinaus ausstrahlen sollen. Laut Brioschi sollen sie sich mit ihren unterschiedlichen Ausrichtungen ergänzen, nicht konkurrenzieren, und auch andere Veranstaltungsorte in der Stadt nicht verdrängen.

Atelier 23: Im leerstehenden Gebäude hinter dem Bahnhof Dietikon soll Kulturschaffenden künftig Raum für die Arbeit an ihren Projekten, aber auch für Vernetzung und Begegnung zur Verfügung stehen. Geplant ist, einen Teil des einstigen Industriegebäudes zu Ateliers umzubauen, die einzeln oder gemeinsam genutzt werden können. «Die Idee des Co-Working soll so in den Kulturbereich übertragen werden», sagt Kulturbeauftragte Brioschi. Im Sinne eines Kultur-Start-ups werde im Atelier 23 günstiger Raum angeboten und Know-how vermittelt, heisst es im Konzept. Neben Ateliers und einem Begegnungsraum mit Büroinfrastruktur und Teeküche möchte die Stadt in der ehemaligen Malerei auch einen «einfachen Restaurationsbetrieb« sowie einen Raum für Veranstaltungen mit 100 bis 150 Besuchern unterbringen. «Der Schwerpunkt soll dabei auf musikalischen Anlässen liegen», so Brioschi. Damit das ehemalige Brockenhaus an der Buchsackerstrasse 21 wie geplant ab dem ersten Halbjahr 2017 kulturell genutzt werden kann, soll mit der Sanierung der Gebäudehülle noch in diesem Jahr begonnen werden.

Stadtkeller Das Profil des Kellers als Veranstaltungsort für Kleinkunst soll weiter geschärft werden. «Wir wollen die Nischenkultur hier noch stärker fördern», sagt Brioschi. Der Keller eigne sich mit seinen 50 Sitzplätzen ideal als Bühne für junge Nachwuchskünstler und -musiker. Neben dem Verein Theater Dietikon, der regelmässig Kleinkunstanlässe im Keller organisiert, möchte die Kulturkommission im musikalischen Bereich neue Gefässe etablieren. Dies findet laut Brioschi ab kommendem Herbst statt.

Zehntenscheune: Die Scheune ist schon seit Jahren im Gespräch als möglicher Kulturraum. Nun soll sie zum «Haus der Bevölkerung» werden und dabei möglichst vielfältig genutzt werden, beispielsweise für Vereinsanlässe, politische Podien, Konzerte der Musikschule, Veranstaltungen des Seniorenrats oder der Volkshochschule. Bestuhlt soll die Scheune 120 bis 180 Besuchern Platz bieten. «Insbesondere für Vereine, die zu klein sind für die Stadthalle, braucht es einen solchen mittelgrossen Saal», sagt Müller. Den Umbau der Scheune plane die Hochbauabteilung dieses Jahr. Da er laut dem Stadtpräsidenten über zwei Millionen Franken kosten wird, hat die Stimmbevölkerung bei dem Projekt das letzte Wort – 2017 soll darüber abgestimmt werden. Nach der Sanierung soll die Scheune 2018 eröffnet werden.

Während die Trägerschaft bei der Zehntenscheune und dem Stadtkeller bei der Stadt verbleibt, soll sie beim Atelier 23 den Kulturschaffenden in die Hände gegeben werden. Dazu soll ein Verein, eine Genossenschaft oder eine Stiftung gegründet werden, in der die Stadt mit der Kulturbeauftragten vertreten ist.

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