Urdorf
Mehr Planung fürs Velo: Das Velowegnetz der Gemeinde soll als Vorbild dienen

Eine parlamentarische Initiative fordert, dass die Zürcher Gemeinden ihren Velowegen mehr Beachtung schenken. Mitinitiantin Sonja Gehrig (GLP) sieht Urdorf als gutes Beispiel.

Carmen Frei
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Mit der Veloinfrastruktur muss es vorwärtsgehen, verlangt die Urdorfer GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig. (Themenbild)

Mit der Veloinfrastruktur muss es vorwärtsgehen, verlangt die Urdorfer GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig. (Themenbild)

Keystone/Gaetan Bally (Themenbild)

Die Planung von kommunalen Velowegen soll explizit im Planungs- und Baugesetz des Kantons Zürich (PBG) verankert werden: Eine parlamentarische Initiative verlangt, dass alle Gemeinden eine Velonetzplanung machen müssen. Laut Sonja Gehrig, GLP-Kantonsrätin aus Urdorf und Mitunterzeichnerin der Initiative, soll das Velo auf kommunaler Ebene einen höheren Stellenwert erhalten. Bisher bestand bei den Gemeinden keine Verpflichtung für eine solche Planung. Gehrig sieht vielerorts Potenzial zur Verbesserung.

Als weiterer Punkt wird von den Initianten ein Umsetzungsprogramm verlangt. Die Gemeinden müssten aufzeigen, bis wann vorhandene Netzlücken geschlossen werden könnten, wo Schwachstellen beständen und bis wann diese behoben würden. Die fehlende Umsetzungsplanung sei zurzeit das grösste Manko auf kommunaler Stufe, sagt Gehrig. «Den kantonalen Velonetzplan gibt es ja schon.» Viele Gemeinden verfügten auch über eine mehr oder weniger gute Velonetzplanung. «Seit Jahren bestehen aber fehlende Verbindungen, unsichere Abbiegesituationen oder falsche Signalisationen, die es zu beheben gibt.»

In ihrer Begründung verweisen die Initianten auf Vorgänge auf kantonaler und nationaler Ebene. So beispielsweise auf den Velowegartikel, der von der Bevölkerung in die Verfassung aufgenommen wurde. Diese Entwicklung möchten sie mit der parlamentarischen Initiative auf kommunaler Ebene noch stärker fördern.

Bei der Veloinfrastruktur soll es vorangehen

«Uns, also den Klima-Parteien, ist wichtig, dass mit der Veloinfrastruktur vorwärtsgemacht wird», sagt Gehrig. Es sei im Grunde nichts Neues. Sie hätten sich aber in den letzten Monaten intensiv Gedanken darüber gemacht, wo es Verbesserungen brauche. Gehrig sieht das Langsamverkehrskonzept in Urdorf als Vorbild für andere Gemeinden. «Auf der lokalen Ebene sollen neben den Fusswegen auch die Velowege in der Planung verankert werden.» Gebäude und für die Bevölkerung wichtige Orte müssten zu Fuss und mit dem Velo gut erreichbar sein. Die Sicherheit der Schulkinder sei ebenfalls ein Thema. «In Urdorf hat man Hotspots gesehen, die schwierig oder gefährlich waren. Es wurden alternative Routen, die für die Kinder sicherer sind, gefunden und ausgebaut», erklärt Gehrig.

Die Initiative wird nun dem Kantonsrat vorgelegt und dann in der zuständigen Kommission behandelt. Den Nutzen sieht Gehrig darin, dass die Gemeinden Planungsgrundlagen und Massnahmen zu Velo- und Fusswegen erstellen müssen. Dies werde zu einer besseren und sichereren Veloinfrastruktur führen. In Urdorf sei dies bereits geschehen. «Die Gefahren für Velofahrer und Fussgänger wurden eruiert. Zusammen mit Experten und Vertretern der Kantonspolizei wurde dann diskutiert, ein Langsamverkehrskonzept erstellt und dessen Umsetzung geplant», erklärt sie.

Pläne sollen elektronisch verfügbar werden

Die Initiative verlangt auch nach einer elektronischen Publikation des Netzes. «Heute ist es üblich, dass man das in ein geografisches Informationssystem eingibt», sagt Gehrig. Das solle auch beim kommunalen Richtplan immer der Fall sein. «Es ist nicht etwas Bahnbrechendes, es ist einfach konsequent.»

Auch der Regierungsrat will das Velo als Alltagsverkehrsmittel fördern. «Die zunehmende Velonutzung aufgrund der Covid-19-Pandemie verdeutlicht den Handlungsbedarf bezüglich der Bereitstellung bedarfsgerechter Infrastrukturen», schreibt er in einer Mitteilung vom 10. Dezember. Er wolle am auslaufenden Veloförderprogramm anknüpfen und beantrage dem Kantonsrat für die nächsten zehn Jahre einen neuen Rahmenkredit von zwölf Millionen Franken zu Gunsten eines Veloförderprogramms 2, inklusiv eine zusätzliche Stelle.

Gehrig freut sich sehr über das Veloförderprogramm 2: «Dies ermöglicht eine Fortführung der Velonetzplanung auf kantonaler Ebene, als Basis zur Verbesserung der Veloinfrastruktur und der Behebung der insgesamt 1200 Schwachstellen.» Es zeige auch, dass ihre Vorstösse und Forderungen für eine verbesserte Veloinfrastruktur bereits Wirkung zeigten.