Dietikon

Mehr Ferientage für alle Mitarbeiter: Das Parlament bewilligt den Ferien-Bonus

Anton Felber Dietiker Gemeinderat (SVP)

Anton Felber Dietiker Gemeinderat (SVP)

Die Stadt Dietikon bleibt konkurrenzfähig: Der Gemeinderat hat die Ferien-Regeln der städtischen Angestellten an den Kanton angepasst.

Am kommenden Silvester haben viele Angestellte der Stadt Dietikon einen Grund mehr, feierlich aufs neue Jahr anzustossen: Alle Mitarbeitenden haben nämlich ab 1. Januar 2020 mehr Ferientage als bisher. Der Dietiker Gemeinderat hat am Donnerstag beschlossen, die Ferienregelung in der Personalverordnung anzupassen. Einstimmig hat das Parlament dem Antrag des Stadtrats zugestimmt. Die Ferienregelung der Stadt Dietikon ist nun genau die gleiche wie jene des Kantons Zürich. 

Doch es profitieren nicht alle gleichermassen. So erhalten die Unter-20-Jährigen und die Über-39-Jährigen lediglich zwei Ferientage mehr, während die 21- bis 39-Jährigen gleich fünf Ferientage mehr gewährt bekommen. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass ältere Mitarbeiter bereits bisher mehr Ferien hatten. Das wird weiterhin so sein: So haben die 21- bis 39-Jährigen mit 25 Tagen nach wie vor am wenigsten Ferientage. Die 40- bis 49-Jährigen haben ebenso 25 Tage. Die Unter-20-Jährigen und die 50- bis 59-Jährigen haben derweil 27 Ferientage und die Über-60-Jährigen können sich während 32 Ferientagen von der Arbeit erholen. Die zwei zusätzlichen Ferientage, die alle erhalten, ersetzen zudem die beiden Urlaubstage für die Zeit des Jahreswechsels, die der Stadtrat bisher jedes Jahr neu bewilligte.

Bereits gibt es den Wunsch nach noch mehr Ferien

Die einhellige Zustimmung im Rat zeigte sich nicht nur an der Einstimmigkeit, sondern auch anhand der Voten. Namens der Geschäftsprüfungskommission äusserte sich Philipp Sanchez (SP). Vertreter des Personalausschusses hätten zwar kritisiert, dass nur eine Altersgruppe wirklich zusätzliche Ferientage erhalte. Sie wünschten sich vielmehr, dass alle Angestellten mehr Ferientage erhalten. «Die Geschäftsprüfungskommission hat Dietikon daher mit anderen Zürcher und auch mit Aargauer Gemeinden verglichen», so Sanchez. Und kam dabei nicht nur zum Schluss, dass Dietikon mit der neuen Regelung gut dastehe, sondern auch, dass der aktuell laufende Prozess zur Verbesserung der Mitarbeitendenzufriedenheit möglichst ungestört verlaufen soll. «Deshalb unterstützt die GPK den Antrag des Stadtrats», so Sanchez weiter.

Die SP/AL-Fraktion befürworte es derweil, dass die Anliegen der Vertreterinnen des Personalausschusses in den Prozess aufgenommen werden. Je nachdem, wie sie aufgenommen oder eben nicht aufgenommen werden, werde die SP/AL-Fraktion einen Vorstoss einreichen, führte Sanchez aus. Seine Parteikollegin, Kerstin Camenisch, war es, die im Dezember 2018 mit einem Postulat die Diskussion richtig ins Rollen brachte.

Verbesserung der Work-Life-Balance

Auch die SVP begrüsse die Regelung, sagte Anton Felber: Es sei sinnvoll, dass die beiden Ferientage über den Jahreswechsel neu nicht mehr alljährlich bewilligt werden müssten. Zudem sei man nun im Vergleich mit anderen Gemeinden gut aufgestellt. Zudem ging Felber auf die Altersfrage ein: «Dass ausgerechnet 21- bis 39-Jährige profitieren, ist familienfreundlich.» Das Anliegen des Personalausschusses, allen Angestellten eine zusätzliche Ferienwoche zu gewähren, sei aus SVP-Sicht «diskutierbar», so Felber.

Nadine Burtscher (EVP) strich positiv heraus, dass sich mit der neuen Regel die Work-Life-Balance der Angestellten verbessere. Eine zusätzliche Ferienwoche für alle bedürfe aber noch weiterer Abklärungen. «Die neue Regel macht die Stadt Dietikon konkurrenzfähiger im Arbeitsmarkt», hielt zudem Martin Christen (CVP) fest. Für die Grünen gab Catalina Wolf-Miranda die Unterstützung kurz und knapp bekannt. Einen Vorbehalt nannte Olivier Barthe (FDP): «Auch wenn wir fundamental der Meinung sind, dass man Arbeit nicht in Zeit, sondern in Leistung messen soll, sind wir der Meinung, dass sich Ferienregelungen im weiteren Umfeld einbetten sollen, insbesondere im kantonalen, und stimmen dem Antrag darum zu.» Und Sven Johannsen von der GLP machte klar, die neue Regel sei gut, aber weitere zusätzliche Ferien brauche es nicht.

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