Bergdietikon
Maxim Essindi hofft auf einen Vertrag – auch ohne «The Voice»

Der lange als Favorit gehandelte Sänger Maxim Essindi wurde bei der ersten Live-Show von «The Voice of Switzerland» überraschend abgewählt. Trotz guter Performance musste der Sänger nach Hause. Nun hofft er weiter auf einen Vertrag.

Sophie Rüesch
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Sogar Klavier spielen kann Maxim Essindi. Genützt hats ihm nicht.

Sogar Klavier spielen kann Maxim Essindi. Genützt hats ihm nicht.

SRF

Als der Balken, der über sein weiteres Schicksal bei «The Voice of Switzerland» entscheiden sollte, bei 65 Prozent verharrte, während der seines Kontrahenten Peter Brandenberger unaufhaltsam in die Höhe schoss, bis er fast 135 Prozent erreichte, war Maxim Essindi nicht überrascht. Gefasst nahm er seine Niederlage entgegen, umarmte den Kollegen, seinen Coach Philipp Fankhauser und schaffte es sogar, mit einem Lächeln auf den Lippen aus dem Auge der Kameras zu scheiden.

Überrascht war der 28-jährige Kameruner eine Stunde zuvor, als ihn Fankhauser, der ihn stets als Favoriten gehandelt hatte, mit schlechten Chancen ins Publikumsvoting verabschiedete. «In diesem Moment wusste ich: Hier hört mein Weg bei ‹The Voice› auf», sagt Essindi rückblickend. Denn seit Samstag, an dem die erste von drei Liveshows über die Bühne ging, können beim SRF-Stimmwettbewerb nicht mehr nur die Juroren, sondern auch das Publikum entscheiden, wer geht und wer bleiben darf.

Die Beteiligung des Publikums hat ihn nun den Platz im Finale gekostet, ist er sicher: «Neben Peter – dem Primarlehrer, dem Familienvater – hatte eine polarisierende Person wie ich keine Chance», sagt er am Tag nach der Abwahl ernüchtert. Dass er Brandenberger mit einem Startnachteil nicht mehr schlagen können würde, war ihm schon klar, als Fankhauser ihm die geringere Punktezahl gab – diese hätte das Publikum, das per Telefon mit abstimmen konnte, nur noch mit einer überwältigenden Mehrheit wettmachen können.

Trotzdem – dass er schon bei der ersten Live-Show den Hut ziehen muss, das hätte Essindi genauso wenig erwartet wie seine Mitstreiter bei «The Voice» und seine Freunde und Bekannten. Die Darbietung in der Bodensee-Arena war makellos, und das bei einem Lied – «If I Ain’t Got You» von Alicia Keys –, das selbst den gestandensten Sänger in Bedrängnis bringt. Auch seine Pianokünste, die er sich wie das Singen selbst beigebracht hatte, konnten ihm nicht mehr helfen.

Lieber selbstverschuldet gehen

Am Tag danach geht es Essindi «den Umständen entsprechend», wie er sagt. Klar hätte er gehofft, weiter zu kommen, doch nun könne er mindestens mit einer Darbietung, mit der er selbst sehr zufrieden ist, gehen. «Ich habe mir gesagt: Lieber gehe ich selbstverschuldet als fremdverschuldet», weshalb er sich – im Gegensatz zur letzten Runde – auf seinen eigenen Instinkt verliess. Das ging auch an Fankhauser nicht unbemerkt vorbei, der nach dem Auftritt Essindis Beratungsresistenz tadelte.

Seinem Coach ist Essindi trotzdem nicht böse: «Ich verstehe, dass er in einer schwierigen Situation war», sagt er. Ohnehin hat er erreicht, was von Anfang an sein Ziel war: Sich vor einem grossen Publikum zu präsentieren. «Ich habe während ‹The Voice› laut genug in den Wald schreien können, dass ich einen Plattenvertrag suche», sagt er. «Nun hoffe ich, dass aus dem Wald bald eine Antwort kommt.»

Essindi, der eben seinen Job als Vermögensberater gekündet hat, hat keine Zweifel daran, dass das Ende bei «The Voice» nicht das Ende seiner Karriere bedeutet. Eigene Songs hat er genügend in der Pipeline, wie er sagt. «Jetzt muss ich mir nur etwas Zeit nehmen, um eine Strategie zu entwickeln.» In der Zwischenzeit kann er auf der Bühne weiter üben: Bereits wurde er für einige Konzerte gebucht.

Maxim Essindi spielt am 16. April um 20 Uhr mit 10-köpfiger Band Covers und eigene Songs im «Plaza» in Zürich.