Spital Limmattal
Max Walter will bis 2013 im Amt bleiben

Die Luft für Max Walter wird immer dünner wird. Dass sich ein derart starker Widerstand gegen ihn formiert, hat damit zu tun, dass dieser nicht nur Präsident der Baukommission des Spitals, sondern auch Gemeindepräsident von Regensdorf ist.

Bettina Hamilton-Irvine
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Rücktritt würde Neubauprojekt verzögern: Max Walter in seinem Büro im Gemeindehaus Regensdorf. JK

Rücktritt würde Neubauprojekt verzögern: Max Walter in seinem Büro im Gemeindehaus Regensdorf. JK

Limmattaler Zeitung

Es ist bereits die vierte Rücktrittsforderung innerhalb weniger Wochen: Für Max Walter, Präsident der Baukommission des Spitals Limmattal, wird die Luft immer dünner. Nachdem die CVP des Bezirks Dietikon bereits Ende August seinen sofortigen Rücktritt forderte, folgten Ende September die FDP («Walter ist nicht mehr tragbar») und die Gewerkschaft VPOD («Walter ist eine Hypothek»).

Gestern nun meldete sich das Komitee «Pro Limmi» zu Wort: Es stehe «ausser Frage», dass Walter als Präsident der Baukommission nicht mehr vertretbar sei, schreibt die vor einem Jahr aus Sorge um das Spital gegründete Organisation in einer Mitteilung.

Delegierte sollen aktiv werden

Dass sich ein derart starker Widerstand gegen Walter formiert, hat mit der Tatsache zu tun, dass dieser nicht nur Präsident der Baukommission des Spitals ist, sondern auch Gemeindepräsident von Regensdorf – diejenige Gemeinde, deren Gemeindeversammlung vor zwei Wochen beschloss, aus dem Zweckverband des Spitals Limmattal auszutreten. Der Austritt, der nach einer Kündigungsfrist von drei Jahren per Ende 2014 vollzogen wird, ist im Rahmen des neuen Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetzes nötig, das ab 2012 gilt.

Während die FDP den Entscheid Regensdorfs als «Misstrauensvotum gegenüber dem Spital» bezeichnete und der VPOD gar von einem «schwerwiegenden Loyalitätsbruch» sprach, geht das Komitee «Pro Limmi» mit Walter etwas weniger hart ins Gericht. Doch die Haltung deckt sich: Der Gemeindepräsident einer aus dem Zweckverband austretenden Gemeinde solle nicht über «wesentliche Zukunftsentscheide» bestimmen, heisst es in einer gestern verschickten Mitteilung. Die «notwendige Veränderung in der Baukommission» sei Sache der Delegierten und «sollte an der nächsten Delegiertenversammlung eingeleitet werden».

Auch «zu seinem Schutz»

Was damit gemeint ist, erklärt Rudolf Dober, Schlieremer Mitglied des Komitees: «Man muss Max Walter den Rücktritt nahelegen.» Dies wäre sowohl «zu seinem Schutz als auch zum Schutz des Spitals» wünschenswert, so Dober. Er betont, das Komitee hege «keine Animositäten» gegenüber Walter. Doch nach dem Austrittsentscheid habe sich Regensdorf gedanklich bereits vom «Limmi» gelöst, so Dober: «Walter ist nun praktisch ein Aussenstehender und damit nicht mehr der richtige Mann, um wichtige Entscheide zu treffen.»

Bis Ende der Ausschreibungsphase

Walter, der bereits früher betont hat, er werde «bis zur geordneten Übergabe» im Amt bleiben, sieht dies anders. Ein baldiger Rücktritt könnte das Neubauprojekt verzögern, ist er überzeugt. «Wenn ich dem Spital schaden wollte, würde ich jetzt zurücktreten», so Walter. Es sei jedoch wichtig, dass er seine Arbeit noch bis zum Ende der Ausschreibungsphase weiterführen könne. Durch einen vorzeitigen Wechsel ginge langjährige Erfahrung verloren, was jetzt kritisch wäre. Ausserdem treffe die Baukommission in den nächsten eineinhalb Jahren keine strategischen Entscheide, sondern arbeite im Hintergrund.

Die Rücktrittsforderungen seien zwar «persönlich gesehen sicher nicht das, was man sich wünscht», so Walter. Seine Arbeit würden sie jedoch nicht behindern. Nach Abschluss der Ausschreibungsphase sehe das Ganze jedoch anders aus: «Für mich ist klar, dass ich danach, voraussichtlich Mitte 2013, zurücktreten werde.»

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