Urdorf
Matura: Hätten Sie sich für stromleitende Druckertinte interessiert?

120 Maturaarbeiten wurden an der Kantonsschule Limmattal eingereicht. Unter den Themen befinden sich so exotisch anmutende wie jenes, das sich mit der Wandgestaltung eines Getränkemarkts befasst.

Alex Rudolf
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Absoluter Spitzenreiter bei der Themenwahl der Maturanden sind Kultur und Gesellschaft (Symbolbild).

Absoluter Spitzenreiter bei der Themenwahl der Maturanden sind Kultur und Gesellschaft (Symbolbild).

KEYSTONE

Von wegen Null-Bock-Generation: Bei den 120 an der Kantonsschule Limmattal in Urdorf eingereichten Maturaarbeiten zeigen sich die Interessen der Jugend von heute. Und diese präsentieren sich breit gefächert. Eine Auswertung der der Themenliste bringt Favoriten hervor, zeigt aber auch wo die Niescheninteressen der frischgebackenen Maturanden liegen.

Die deutliche Mehrzahl der Arbeiten behandelte ihr Thema interdisziplinär, sodass mehrere Forschungsbereiche ineinander übergriffen.

Absoluter Spitzenreiter bei der Themenwahl sind Kultur und Gesellschaft. Über dreissig Arbeiten tangieren diesen Themenkreis. Von der beruflichen Integration beeinträchtigter Menschen über eine Webreportage über den Weg einer Protagonistin aus der Drogensucht bis hin zu der Organisation einer Benefizveranstaltung.

Rund zehn Arbeiten setzen sich mit Fragestellungen aus der Biologie auseinander. So werden etwa Massnahmen zur Förderung dreier Flussrenaturierungen genau unter die Lupe genommen und der Einfluss des Gens White auf die Entwicklung der Taufliege. Eine Arbeit mit dem Titel «Fotografie und Biologie – ein Experiment mit der Fotofalle spannt den Bogen zur Kunst.

Jeweils ein halbes duzend Arbeiten behandelten Fragestellungen aus dem Gebiet Musik und Chemie oder Physik. So macht sich beispielsweise ein Maturand ans Komponieren eines A-cappella-Songs, ein anderer baut einen Solarquadrocopter und ein dritter untersucht stromleitende Druckertinte.

Eine Vielzahl von Ideen für Maturaarbeiten lassen sich nur schwerlich kategorisieren.

So nimmt sich ein Schüler der Wandgestaltung eines Getränkemarktes an, ein anderer sucht dagegen eine Lösung für den Kampf gegen die Internetpiraterie und ein weiterer widmet sich der japanischen Bonsaikunst. Ein Maturand entwickelt eine Android-Applikation zur Periodizität der Elemente. Auch über den Beziehungsaufbau zu Demenzkranken und der Einfluss von Geschwisterkonstellationen auf den Charakter wurde fleissig geschrieben.

Am Dienstag, 12. Mai, werden an der ETH Zürich die besten Maturarbeiten ausgestellt und prämiert.