Das Interesse war gross, als der Oberengstringer Gemeinderat letztes Jahr den Masterplan für die Weiterentwicklung des Dorfzentrums präsentierte. Nun hofft man, dass dies auch kommenden Montag der Fall sein wird. Denn inzwischen hat sich der Gemeinderat vertieft mit den Ideen des Masterplans auseinandergesetzt und erste Entscheide getroffen. Im Vorfeld der Gemeindeversammlung wird er den Plan und die weiteren Schritte der Öffentlichkeit präsentieren.

«Wichtigste Erkenntnis ist, dass wir die Bau- und Zonenordnung überarbeiten müssen», sagt Gemeindepräsident André Bender. Denn aus dem Masterplan gehe hervor, dass es rund um das Zentrum einige Baufelder gebe, die das Potenzial zur Weiterentwicklung und zur Verdichtung haben. Solche liegen beispielsweise südlich und südöstlich des Zentrums. Ein anderes Entwicklungsgebiet befindet sich Im Winkel.

Auch im Zentrum und im Gemeindehaus könnte durch Aufstockungen mehr Platz geschaffen werden. «Um die Voraussetzung für solche Verdichtungen zu schaffen, müssen wir aber zuerst die Bau- und Zonenordnung anpassen», so Bender.

Arbeitsgruppe zusammenstellen

Laut dem Gemeindepräsidenten ist man bereits daran, eine Arbeitsgruppe zusammenzustellen. «Wir wollen noch dieses Jahr mit der Überarbeitung starten», sagt er. Für die Revision rechne man mit zwei bis drei Jahren. Danach müsse die Gemeindeversammlung über den neuen Entwurf befinden.

Ebenfalls noch dieses Jahr will der Gemeinderat das Projekt zur Neugestaltung des Dorfplatzes angehen. Der Zeithorizont für die Umsetzung ist vorerst auf vier Jahre ausgelegt. Zentraler Punkt ist die Öffnung des Platzes in alle Richtungen. Gemäss Masterplan könnte der Platz künftig neu auch über einen Durchgang zwischen dem Gemeindehaus und dem Zentrum erreicht werden. Ein anderer Weg würde über die Rampe bei der Einfahrt zur Tiefgarage führen. Ein weiterer Weg wäre zwischen dem Zentrum und dem Jugendhaus denkbar. Durch einen Weg vom Schulhaus Goldschmied am Schlössli vorbei könnte der Platz ebenfalls erschlossen werden.

Allerdings befinden sich einige dafür benötigte Grundstücke in Privatbesitz. «Wir haben bereits Feedback von den Grundeigentümern erhalten. Sie sind natürlich nicht gerade begeistert von den Ideen», sagt Bender. Dennoch werde man diese Erschliessungsmöglichkeiten im Masterplan belassen. «Beim Masterplan handelt es sich um das Erarbeiten und Aufzeigen von Visionen und noch nicht darum abzuklären was ist realisierbar», so Bender.

Klar scheint dafür, dass die Neugestaltung des Dorfplatzes nicht in einem grossen, sondern wohl in Teilprojekten realisiert wird. «Einige Projekte sind auch abhängig von der Neugestaltung der Zentrumskreuzung», hält der Gemeindepräsident fest. Diesbezüglich sei das Betriebs- und Gestaltungskonzept nun fertig und liege beim Kanton.

Neben einer neuen oberirdischen Querung der Zürcherstrasse habe sich der Gemeinderat für eine Variante mit einer Mittelzone ab der katholischen Kirche sowie mit Kandelabern ausgesprochen. «Wir gehen davon aus, dass mit der Neugestaltung der Kreuzung frühestens 2018 begonnen wird.» Ebenfalls erst ab 2018 will sich der Gemeinderat mit der Weiterentwicklung des Schulgebietes Rebberg-Gubrist gegenüber dem Zentrum befassen.

Die Gemeindeversammlung am 2. Juni beginnt um 20 Uhr. Von 19 Uhr bis 19.45 Uhr wird der Masterplan präsentiert.