Schlieren
Massiv zu viele Fäkal-Bakterien in der Biobadi

In der Badi im Moos weisen das Nichtschwimmer- und das Planschbecken laut ausgehängtem Kontrollbericht ein Mehrfaches des empfohlenen Kolibakterienwertes auf.

Tobias Hänni
Merken
Drucken
Teilen
Das Schwimmerbecken weist normale Werte auf.

Das Schwimmerbecken weist normale Werte auf.

Ces

Der Aushang «Badewasserkontrolle» im Eingangsbereich der Schlieremer Biobadi macht stutzig. Gemäss dem Blättchen, der die Badigäste über die Wasserqualität informiert, wies das Nichtschwimmer-Becken am 3. Juli einen Anteil von über 1000 Kolibakterien pro 100 Milliliter Badewasser auf. Im Kinderbecken fand das von der Stadt beauftragte Labor 240 Kolibakterien pro 100 Milliliter.

Es ist ein alarmierendes Ergebnis, empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) doch für Badeteiche einen Grenzwert von höchstens 100 der Fäkalbakterien pro 100 Milliliter.

Der Aushang war dem Schlieremer FDP-Gemeinderat Weiersmüller gestern Nachmittag beim Besuch der Badi aufgefallen. «Ich bin absolut schockiert» sagt Weiersmüller. Jeder Tümpel im Kanton Zürich müsse die Grenzwerte erfüllen, die in der Biobadi um ein Vielfaches überstiegen werden. Allerdings: Die aufgehängten Ergebnisse der Badwasserkontrolle sind schon über zehn Tage alt. Ob es eine aktuellere Messung mit allenfalls tieferen Werten gibt, konnte gestern Abend weder bei den Badmeistern im Moos noch bei der städtischen Verwaltung in Erfahrung gebracht werden. Die Bademeister verwiesen an die Verwaltung, diese war genauso wenig zu erreichen, wie die politisch Zuständigen.

Nach der Eröffnung der Badi 2011 sagte der damalige Werkvorstand Christian Meier (SVP) gegenüber der Limmattaler Zeitung, dass das Wasser im Normalfall einmal pro Woche kontrolliert werde.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Biobadi wegen der Wasserqualität in ihren Becken negative Schlagzeilen macht. Im ersten Sommer nach der Eröffnung wiesen das Planschbecken und das Nichtschwimmerbecken dreimal so hohe Werte wie die BAG-Empfehlung auf. Badegäste hatten damals nach dem Besuch der Biobadi unter Durchfall gelitten. Stadtrat Christian Meier äusserte damals den Verdacht, dass die hohen Werte wohl auf den «Unfall» eines einzelnen Besuchers zurückzuführen sei, dass also ein Kind seinen Stuhlgang nicht zurückhalten konnte. Diese Vermutung könnte auch diesmal zutreffen. Denn die Anzahl Kolibakterien in den beiden anderen Becken — dem Schwimmerbecken und dem Sprungturm — liegen, oder besser lagen, am 3. Juli mit 22 respektive 21 Bakterien pro 100 Milliliter weit unter dem Grenzwert.