Geroldswil
Maskenshow: Hier wird Fasnacht zur hohen Kunst

Eine Ausstellung zeigt vom alten Mannli bis zum abgespacten Alienkopf ein Sammelsurium von Janus Masken. Wie viel Arbeit hinter den Kunstwerken steckt lässt sich dabei nur erahnen.

Patrik Holenstein
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Marcel Hasler vor seinen Kunstwerken
6 Bilder
Sogar Vogelfedern lässt Marcel Hasler rosten
Eddy Smania neben einer dämonischen Maske
Der Künstler Ruedi Scheurmann vor einigen seiner exklusiven Schuhe
Das rote Alien von Eddy Smania streckt den Besuchern die Zunge raus
Hier wird Fasnacht zur hohen Kunst

Marcel Hasler vor seinen Kunstwerken

Ein feuerroter Teufel empfängt jeden Besucher. Zum Glück aber kein echter: Es ist eine der Masken von Eddy Smania. Der Künstler fertigt mit seiner Frau Rita seit über 20 Jahren Masken an. Oft seien es Auftragswerke von Fasnachtsgruppen erstellen, erklärt er.

Ausstellung

Die Ausstellung läuft jeweils Donnerstag bis Samstag. www.maskendesignjanus.ch

Das Paar gehört selbst zu einer Luzerner Gruppe und zieht jedes Jahr mit einem anderen Sujet durch die Gassen. Wie viel Arbeit drin steckt, lassen die detailliert und liebevoll gestalteten Masken nur ahnen.

Frauenköpfe als Herausforderung

Eddy Smania verrät den Prozess: Zuerst wird eine Tonmaske hergestellt. Danach wird ein Gipsabdruck gemacht oder direkt mit Papier gearbeitet. Dann darf der Fantasie freien Lauf gelassen werden.

Ein künstlerisches Vorbild lässt sich nicht abstreiten. «Ich bin ein grosser Fan von H. R. Giger», bestätigt der Künstler. Und eine rote Alienmaske streckt als Beweis die metallische Zunge raus.

Eddy Smania erzählt, dass es beim Modellieren der Masken eine besondere Herausforderung gibt. «Das Schwierigste sind Frauengesichter», sagt er.

Neben Smania zeigen auch Ruedi Scheurmann, Stefanie Malli und Marcel Hasler ihre Kunst. «Kunst lebt», sagt Hasler – und meint das auch. Er arbeitet mit Rost.

In seine Werke bettet er gerne Sachen wie den Deckel einer alten Zigarrenschachtel oder ein schmales Sägeblatt ein, bevor sie rosten. «Es ist ein natürlicher Prozess», erklärt Hasler.

Zuerst werden seine Werke mit Eisenfarbe grundiert. Sie ist in der Schweiz gar nicht so leicht zu bekommen, wie Hasler sagt – nur ein Laden führt sie. Dann wird ein Oxidierungsmittel aufgetragen, um den Prozess des Rostens zu beschleunigen.

Danach arbeiten die Werke selbst und rosten langsam vor sich hin. Dabei entstehen interessante Kunstwerke, die alle eine typisch bräunliche Farbe haben.

Metallschuhe, nicht zum Tragen

Zwischen den Kunstwerken entdeckt man auch Metallschuhe. «Tragen kann man diese nicht, aber sie verkaufen sich gut», sagt der Künstler Ruedi Scheurmann. Der gelernte Landmaschinenmechaniker verwendet Stahlreste dafür. «Es sind alles Einzelstücke.»