Dietikon

Maskenpflicht beim Schulstart: Ein Blick ins Limmattaler Bildungszentrum

Rund 100 Lernende starteten am Montag ihre Ausbildung in Dietikon und mussten sich an strenge Vorgaben halten. Die Nachfrage nach Plexiglasscheiben ist bislang noch nicht gross, wie die Verantwortlichen sagen.

Wo normalerweise pausiert und gegessen wird, schiesst ein Lernender Fotos. Die Mensa des  Bildungszentrums Limmattal in Dietikon wird gestern kurzerhand in ein Fotostudio verwandelt, damit sich die gegen 100 Lernenden, die ihren ersten Tag in diesem Semester absolvieren, ins beste Licht rücken können. «Nur in diesem Raum können wir die Abstandsregeln beim Erstellen der Ausweisfotos  einhalten», sagt Nathalie de Ruijter. Sie ist Leiterin der zentralen Dienste der Berufsfachschule für Logistik und Technologie und orchestrierte alle Corona-Schutzmassnahmen. «Zentral dabei war die Kommunikation. Wir informierten Lernende und Lehrpersonal so früh und transparent wie möglich.»

Trauben von Lernenden werden von ihren neuen Lehrerinnen und Lehrern durch die Schule geführt. Sie alle tragen eine Gesichtsmaske. Bewegt man sich im Gebäude, ist diese obligatorisch. Sitzt man hingegen am Platz, kann man sie ablegen. Obwohl die Lernenden Briefe und Mails zur Vorbereitung erhalten hatten, und sie sich so mit Masken hätten eindecken können, stellt die Schule während den ersten Wochen Masken zur Verfügung, wenn sie benötigt werden. «Wir haben 800 Einweg-Masken für Lernende und rund 300 Textilmasken für die Mitarbeitenden an Lager. Diese zu organisieren, war wohl der kniffligste Teil der Vorbereitungen», sagt de Ruijter. Dies, weil die vom Kanton vorgegebenen Händler zuerst ausgeschossen gewesen seien. «Nun haben wir jedoch genügend kaufen können.»

Wer sich nicht an die Regeln hält, wird geahndet

Die Massnahmen zum Schutz vor einer Coronaansteckung zeigen sich auch in der Unterrichtsform. Neu wechseln nicht mehr die Schülerinnen und Schüler das Zimmer, sondern die Lehrpersonen. Auf diese Weise will man ein Gewusel auf den Gängen verhindern. Das angewandte Lernmanagementsystem, das auf individuellen Fortschritt setzt, wurde vor einigen Jahren eingeführt und lässt zu, dass weniger in Gruppen gearbeitet wird. «Muss etwas aus der Nähe besprochen werden, ist eine Maske wiederum obligatorisch», sagt Rektorin Claudia Hug. Die Treppen sind in zwei Bereiche, einen für das Auf- und der andere für den Abstieg, unterteilt. Die jeweilige Richtung zeigen auf den Boden geklebte Pfeile an. «Uns ist bewusst, dass das Befolgen der Regeln sehr wichtig ist, da die Lernenden so auch ausserhalb der Schule vorsichtiger sind», sagt Hug weiter. So würden Verstösse gegen die Maskenpflicht oder Abstandsregeln dereinst geahndet. Zwar noch nicht diese Woche, aber danach.

In der grossen Turnhalle sind 80 Stühle in jeweils 1,5 Metern Abstand voneinander aufgestellt. Hier werden die Lernenden des ersten Lehrjahres von der Abteilungsleiterin Berufsfachschule Denise Merz begrüsst. Die restlichen Schülerinnen und Schüler erhalten in ihrem Schulzimmer eine Videobotschaft von Merz.

Rund jeder dritte Lehrer hat ein erhöhtes Risiko auf einen schweren Krankheitsverlauf

Nur wenige der Berufsschülerinnen und Schüler gehören zur Risikogruppe. Beim Lehrkörper sieht es jedoch anders aus. «Rund jeder Dritte hat ein erhöhtes Risiko auf einen schweren Krankheitsverlauf», sagt Hug. Daher biete man auf Anfrage auch Plexiglasscheiben und Visiere an. «Die Nachfrage ist bisher aber noch nicht sonderlich gross», sagt de Ruijter. Denn in den Klassenzimmern wurden die Tische und Stühle so angeordnet, dass alle einen Mindestabstand von 1,5 Meter haben. Die ideale Position des Stuhls wird mit einem farbigen Punkt am Boden angezeigt.

Zum gestrigen Semsterstart war kein einziger Lernender und auch keine Lehrperson in Quarantäne. «Wäre jemand aus einem Risikoland zurückgereist, hätte die Person erst zuhause bleiben müssen», so Hug. Dennoch ist man vorsichtig. «Den Sportunterricht lassen wir für die ersten beiden Wochen ausfallen, da der Körperkontakt und die starke Atmung eine allfällige Ansteckung begünstigen. Danachwird er wieder wie gewohnt durchgeführt. Auch die Lage wird dann neu beurteilt.

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