Oberengstringen
Masken auf Boden entsorgt: Todesgefahr für Tiere und Mehraufwand für Gemeinde

Achtlos weggeworfene Mund-Nasen-Masken gehören zum Beispiel bei Bushaltestellen fast schon zum Alltag.

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Achtlos weggeworfene Masken können für Tiere lebensbedrohlich sein. (Archivbild)

Achtlos weggeworfene Masken können für Tiere lebensbedrohlich sein. (Archivbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

Seit die Coronapandemie begonnen hat, ist es schon fast zu einem gewohnten Bild geworden: Gebrauchte Hygienemasken werden nicht in einem geschlossenen Abfalleimer entsorgt, sondern liegen auf dem Trottoir, im Strassengraben oder sogar in der Natur. Das widerspricht nicht nur den Hygienevorschriften in Zusammenhang mit dem Coronavirus, sondern stellt auch eine Gefahr für Natur und Tier dar.

Das Problem ist auch einer Oberengstringer Leserin aufgefallen. Sie wünscht sich, dass die Leute mehr Acht geben darauf, wie sie ihre Masken entsorgen, und meldete sich bei der «Limmat­taler Zeitung».

Gemeinderat René Beck (CVP) als Bau-, Werk- und Strassenvorstand von Oberengstringen bestätigt: «Vor allem bei Bushaltestellen und Schulhäusern lassen sich Masken auf dem Boden finden.»

«An öffentlichen Plätzen ist es den Leuten oftmals egal, ihren Abfall auf die Strasse zu werfen», sagt Beck. «Schliesslich kommt ja sowieso bald jemand, um ihn aufzuheben.»

Unsachgemässe Möbelentsorgung ist grösseres Problem

Allerdings sei das Problem der Maskenentsorgung in Oberengstringen nicht besorgniserregend oder abnormal. Ein grösseres Problem sei laut dem Werkdienst die unsachgemässe Entsorgung von Möbeln oder anderen grossen Gegenständen.

«Das Maskenproblem ist laut Werkdienst keine Plage und stelle auch keinen grossen zusätzlichen Aufwand dar», sagt Beck. Es seien auch noch keine Beschwerden der Bevölkerung bei der Gemeinde eingegangen.

Momentan erachtet Beck besondere Massnahmen, etwa Hinweisschilder zur korrekten Entsorgung von Hygienemasken, nicht als notwendig. «Wir stellen aber fest, dass ein Problem besteht, und behalten allfällige Massnahmen im Auge», sagt er. Vielmehr sollte man seiner Meinung nach die Bevölkerung darüber informieren, was man der Kehrichtabfuhr mitgeben könne und was nicht.

«Tiere können sich darin verwickeln»

Neben der blossen Umweltverschmutzung hat das nachlässige Wegwerfen von Hygienemasken auch noch andere Auswirkungen. «Grundsätzlich sind alle Dinge mit Bändern oder losen Schnüren für Tiere gefährlich, weil sie sich darin verwickeln können», sagt Christa Glauser, Präsidentin des Natur- und Vogelschutzvereins Dietikon. So komme es vor, dass Tiere, zum Beispiel Vögel, sich nicht mehr richtig fortbewegen können oder dass ihnen Gliedmassen absterben.

Glauser fallen in den Strassen und Wäldern des Limmattals immer wieder weggeworfene Masken auf und sie appelliert an die Bevölkerung, alle Abfälle in Kübeln zu entsorgen. «Auch für alle, die im Wald oder in der Natur zum Beispiel Silvester feiern möchten, gilt: Keine Bänder, Becher oder scharfkantige Dinge wie Glas oder Büchsen draussen liegen lassen», sagt sie. Man solle diese Dinge wieder mit nach Hause nehmen. «Sie sind für Tiere gefährlich.»