Lange war es ruhig um den ehemaligen Einsiedler Abt Martin Werlen. So ruhig, dass sein Nachfolger Urban Federer von besorgten Leuten angefragt wurde, ob Werlen nichts mehr zu sagen habe. «Am 29. August verschickte ich einen Tweet mit der Nachricht, dass Martin Werlen zurück ist und wieder etwas zu sagen hat», erklärte Federer am Freitagvormittag bei der Präsentation von Werlens neuem Buch «Heute im Blick».

Darin setzt sich der ehemalige Abt mit verschiedenen Themen rund um die Kirche auseinander. Einer Kirche, die «daran gemessen wird, was sie tut, und nicht daran, was sie sagt», so sein Lektor Rudolf Walter. Angesprochen werden Fragen zu der Rolle der Frauen in der Kirche, zur Verlogenheit in der Kirche oder zu Religionsfreiheit und Fanatismus. Es sei ein Buch, das Zündstoff bietet, ist Walter überzeugt. Werlen selber sagt, dass er mit dem Werk Staub aufwirbeln will. «In der Kirche ist vieles verstaubt. Das Buch ist eine Ermutigung, zusammen mit Papst Franziskus abzustauben», so Werlen.

Entstanden ist das Werk während einer halbjährigen Sabbatzeit, die Werlen im Kloster St. Martin im ungarischen Pannonhalma und im Dormitio in Jerusalem verbrachte. «Für das Buch habe ich keine Recherchen betrieben. Es sind alles Dinge, die mir zugefallen sind», so Werlen.