Wer zuletzt lacht...

Martin von Aesch fällt die Decke auf den Kopf – jetzt ist er auf den Hund gekommen

In der siebten Folge seiner Corona-Kolumne «Wer zuletzt lacht…» erzählt unser Kolumnist von seiner Start-up-Idee – sie hat mit Hunden zu tun.

In der siebten Folge seiner Corona-Kolumne «Wer zuletzt lacht…» erzählt unser Kolumnist von seiner Start-up-Idee – sie hat mit Hunden zu tun.

Unser Kolumnist will raus aus dem Haus. Und er kennt zwei Tricks, wie sich das mit einigermassen gutem Gewissen tun lässt.

Ich gebe es unumwunden zu: Hin und wieder fällt mir die Decke auf den Kopf. Denn diese Quarantäne, die ich mir als Teil der Risikogruppe auf Weisung des Bundesrates auferlegt habe, macht mir zu schaffen. Natürlich bin ich gerne zu Hause. Und trotzdem, von Zeit zu Zeit fehlt mir die frische Luft. Aber nicht nur die. Mir fehlt auch die Bewegung. Die Bewegung von A nach B, und dies, wie bereits erwähnt, an der frischen Luft. Die jetzt übrigens noch viel frischer ist, da viel weniger gefahren und kaum mehr geflogen wird.

Doch was tun? Es gibt wirklich nur eine Lösung: Bei Nacht und Nebel einen kleinen Rundgang durchs Quartier machen. So schleiche ich mich einmal täglich aus dem Haus, achte aber auf meinem Marsch genau darauf, dass ich niemandem zu nahe komme und dass mich niemand sieht. Meistens schaffe ich es denn auch, mein Zuhause wieder zu erreichen, ohne einer Menschenseele zu begegnen.

Aber halt! Das stimmt nicht ganz. Eine Spezies ist bei jeder Tageszeit und bei jedem Wetter unterwegs: Es sind die Herrchen und die Frauchen, die mit ihren Hunden Gassi gehen. Die trifft man immer an. Was aber auch verständlich ist. Ich hab deshalb ernsthaft überlegt, mir einen Hund zuzulegen. Nur einen kleinen. Einen dieser niedlichen Winzlinge, die so treu dreinschauen können. Gut, die sind sowieso ganz schön in Mode gekommen. Auch echte Mannsbilder mit imposanten Tattoos, die vorher mit einem Pitbull dahergekommen sind, haben längst schon auf solche Miniaturen gewechselt.

Ein Hund, aber nicht nur wegen des Rausgehens. Auch zu Hause in der Quarantäne ist man dann nicht mehr so einsam. Und damit ist der Vier­beiner die perfekte Antwort auf das Social Distancing.

Nur eine Frage stellt sich mir noch: Ist es wohl möglich, diesen temporären Freund nach dem Abflachen der Pandemie wieder zurück­zugeben? Eher nicht. Aber das wäre doch eine tolle Start-up-Idee: ein Hundeverleih in Zeiten der Seuche.

Sagen Sie bitte nichts! Ich merke selber, dass das eine Schnapsidee ist. Sie ist wohl die Folge davon, dass ich zu viel Zeit zum Nachdenken habe.

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